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Vier neue Ehrendoktoren

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«Gelebte Autonomie ist eine unabdingliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Universität»: Das sagte Rektorin Astrid Epiney am gestrigen Dies academicus der Universität Freiburg. Gelebte Autonomie bedinge einen ständigen, konstruktiven Aushandlungsprozess. «Insofern fordert gelebte Autonomie auch, dass alle Beteiligten Verantwortung für das Ganze übernehmen.»

Am Dies academicus werden traditionell Ehrendoktore ernannt. Gestern erhielten ein Berater des Papstes, ein Korruptionsbekämpfer, ein Pionier des internationalen und interkulturellen Marketings sowie ein italienisches Regierungsmitglied einen Ehrendoktortitel der Universität Freiburg.

Kritischer Beobachter

Die Theologische Fakultät ehrte Michael Sievernich. Der 72-Jährige ist Mitglied der Gesellschaft Jesu und emeritierter ordentlicher Professor für Pastoraltheologie an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Mit seinen Publikationen und seinem sonstigen Wirken in Wissenschaft und Kirche steht er laut Lau­datio für eine Theologie, die das interdisziplinäre Gespräch sucht und dem weltweiten Charakter der katholischen Kirche Rechnung trägt – und zwar als kritischer Beobachter sowie als Förderer des Austausches der Gaben in der Weltkirche im Sinne des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät machte T.R. Raghu­nandan zum Ehrendoktor. Der Inder hat sich während gut 25 Jahren im Dienste der indischen Regierung für die ländliche Entwicklung in Indien und für die Stärkung der lokalen Verwaltung eingesetzt. Seit 2010 ist er als unabhängiger Experte für Regierungen und internationale Organisationen tätig und berät diese in verschiedenen Ländern im Bereich der öffentlichen Finanzen. Der 58-Jährige hat sich aus­serdem als Antikorruptionsaktivist einen Namen gemacht.

Die Wirtschafts- und So­- zial­wissenschaftliche Fakultät zeichnete Jean-Claude Usunier aus. Er war von 2000 bis zu seiner Emeritierung 2013 Professor für Marketing an der Universität Lausanne; davor war er an den Universitäten Strassburg, Grenoble und der ESCP Paris tätig. In seiner Forschung befasste er sich als einer der Pioniere mit Fragen des internationalen und interkulturellen Marketings. Er war einer der ersten, der Geschäftsverhandlungen aus einer akademischen Perspektive betrachtet habe.

Die Philosophische Fakultät verlieh den Ehrendoktortitel einem Politiker: Dem Staatssekretär für europäische Angelegenheiten der italienischen Regierung, Sandro Gozi. Der 49-Jährige sei ein wahrhaftes Kind Europas, hiess es in der Laudatio. Während seines Studiums in den 1990er-Jahren hat er als einer der ersten Studierenden am Erasmus-Programm teilgenommen. 1999 wechselte er von der Universität in die Politik. Während seiner gesamten Karriere sei er für den andauernden Dialog zwischen Ländern und Kulturen eingestanden. Genau diesen Gedanken rücke er auch in seinem Buch «Generazione Erasmus» in den Vordergrund.

Studiengebühren

«Kein Konsens, kein Dialog»

Seine Worte waren hart: «Die Kommunikation ist gestört, und wir haben eine unterschiedliche Sichtweise», sagte Jean-Thomas Vacher, Co-Präsident des Studierendenverbands Agef, gestern als Redner am Dies academicus der Universität Freiburg. Er kritisierte die Erhöhung der Studiengebühren (die FN berichteten). «Da wurde eine Entscheidung in einer Rekordzeit und ohne Konsultation gefällt.» Hinter ihm hatten sich auf der Bühne der Aula Magna knapp hundert Studentinnen und Studenten aufgestellt – mit Klebeband über dem Mund oder einem Tuch als Knebel und einem Protestplakat des Kollektivs «Stop la Hausse».

Das Rektorat der Universität respektiere die traditionellen Werte der Alma Mater nicht, so Vacher: «Kein Konsens, kein Dialog.» Die Studierenden seien über die Erhöhung der Studiengebühren um 180 Franken auf 720 Franken pro Semester nur informiert worden. «Das entspricht nicht einer Konsultation, wenn die Studierenden vor Tatsachen gestellt werden.»

Eine Studentin und ein Student trugen ein Glas voller Fünfräppler zu Staatsrat Jean-Pierre Siggen (CVP) und leerten es zu Füssen des Erziehungsdirektors aus: «Sie wollen 180 Franken mehr – voilà, da sind sie», sagte Vacher. Er forderte das Gespräch.

Siggen bereit zu Gespräch

Nach dem Dies academicus zeigte sich Erziehungsdirektor Jean-Pierre Siggen offen. Er werde schon bald die Studentinnen und Studenten zu einem Gespräch treffen, sagte er den FN. «Wir werden über die Erhöhung der Studiengebühren diskutieren.»

Siggen nimmt dazu an, dass er das Thema bald auch im Staatsrat thematisieren wird. Denn SP-Grossrat Xavier Ga­nioz (Freiburg) hatte am Dienstag im Kantonsparlament angekündigt, einen Auftrag einzureichen, komme der Staatsrat nicht selber auf seinen Entscheid zurück, die Studiengebühren zu erhöhen.

In einem Schreiben an alle Studierenden und Universitäts-Angestellten hatte Rektorin Astrid Epiney vor zwei Wochen erklärt, warum die Studiengebühren erhöht werden sollten: Damit solle das Stu­dienangebot erweitert, das Betreuungsverhältnis verbessert und eine zeitgemässe Infrastruktur erhalten werden. Die Rektorin wies in ihrem Schreiben auch darauf hin, dass auch der Kanton Freiburg seinen Beitrag an die Universität erhöhen werde. Finanziell schlecht gestellten Studierenden biete die Universität ausserdem wie bisher eine gezielte Unterstützung an, die bis zum Erlass der Einschreibegebühren gehen könne.

njb

 

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