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Vier Schuld- und sieben Freisprüche

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Am Mittwoch und gestern war die Kantonspolizei rund um das Gericht des Saanebezirks präsent.Bild Keystone

Vier Schuld- und sieben Freisprüche

Autor: Nicole Jegerlehner

Elf Frauen und Männer warteten gestern auf ihr Urteil: Sie waren angeklagt, an der gewalttätigen Demonstration in der Freiburger Unterstadt im Juni vor zwei Jahren Landfriedensbruch begangen zu haben.

Alain Gautschi, Polizeirichter des Saanebezirks, sprach sieben Angeklagte frei. Zwei Männern konnte nicht einmal die Teilnahme an der Kundgebung bewiesen werden. Zwei Frauen und ein Mann waren im Demo-eigenen Sicherheitsdienst eingeteilt gewesen. Auf Fotos ist deutlich sichtbar, dass sie in Abstand zum Demonstrationszug gingen, sobald die Gewalt vor dem Zentralgefängnis ausbrach.

Zwei weitere Männer hatten angegeben, sich entsolidarisiert zu haben, sobald im Demonstrationszug Feuerwerk gezündet worden sei. «Auch Gallus Risse, der Einsatzleiter der Kantonspolizei, konnte diese Aussagen nicht widerlegen», sagte Gautschi. Zudem seien die Aussagen teilweise durch Fotos untermauert.

Die Freigesprochenen erhalten eine Entschädigung für ihre Verfahrenskosten und eine Genugtuung. Der Kanton trägt die Verfahrenskosten.

Verurteilung ohne Strafe

Ein 42-jähriger Berner wurde wegen Landfriedensbruch verurteilt, doch geht er straffrei aus: Als die Gewalt vor dem Zentralgefängnis ausbrach, habe sich der Angeklagte nicht abgesetzt – er sei also Teil der Gruppe gewesen. Und das reiche für einen Schuldspruch, auch wenn er nicht aktiv Gewalt ausgeübt habe, sagte Gautschi. Doch habe sich der Berner vom Demonstrationszug abgesetzt, als dieser nach der Mittleren Brücke geschlossen den Stalden hinauf ging.

Eine Freiburgerin und ein Freiburger wurden zu bedingten Geldstrafen von 40 Tagessätzen à zehn Franken und einer Busse von 200 Franken verurteilt. Auf Fotos waren sie mitten in der Gruppe zu erkennen – auch vor dem Gefängnis. Der Verteidiger der jungen Frau kündigte Berufung an.

Unbedingte Strafe

Ein 22-jähriger Freiburger wurde gar zu einer unbedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen à zehn Franken und einer Busse von 500 Franken verurteilt. Polizeirichter Gautschi wandelte zudem eine früher ausgesprochene bedingte Strafe wegen Sachbeschädigung in eine unbedingte Strafe um. «Der Angeklagte trug während der ganzen Demonstration ein Transparent, das zur Gewalt aufrief», sagte Gautschi. «Er blieb bis zuletzt im Demonstrationszug.» Angesichts der Vorstrafen sei die unbedingte Strafe nötig.

Demonstration: 47 Festnahmen, 27 Strafbefehle

Am 12. Juni 2010 war die Freiburger Kantonspolizei mit ungewohnt heftiger Gewalt konfrontiert: Die bewilligte Demonstration gegen Polizeigewalt artete vor dem Zentralgefängnis in der Freiburger Unterstadt in eine Strassenschlacht aus. Demonstrierende zielten mit Feuerwerkskörpern aufs Zentralgefängnis und auf Polizisten; die Polizei antwortete mit Gummischrot.

Im Nachgang wurden 47 Personen festgenommen, gegen 27 wurden später mittels Strafbefehl Bussen zwischen 20 und 60 Tagessätzen verhängt. Elf Personen akzeptierten diese Strafbefehle nicht; sie standen diese Woche vor dem Richter (siehe auch FN vom Mittwoch). njb

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