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Villarreal siegt nach dem 22. Penalty

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Manchester-Goalie David de Gea (links) wehrte nicht nur keinen einzigen der elf Versuche Villarreals ab, sondern verschoss den entscheidenden Penalty auch noch gleich selbst.
Keystone

Villarreal gewinnt zum ersten Mal die Europa League und seinen ersten grossen Titel überhaupt. Die Spanier setzen sich im Final vor 9500 Zuschauern in Gdansk nach einem endlosen Penaltyschiessen durch. Nach 120 Minuten hatte es 1:1 gestanden.

Nicht nur alle Feldspieler trafen beim abschliessenden Penaltyschiessen, sondern auch Villarreals argentinischer Goalie Geronimo Rulli. Endgültig zum Helden machte sich der Keeper, der in der spanischen Meisterschaft in dieser Saison nur Ersatz war, als er den 22. Versuch im erst zweiten Penaltyschiessen in einem Europa-League-Final hielt, jenen von Manchester Uniteds Goalie David de Gea.

Der andere grosse Sieger in diesem Final war Villarreals Trainer Unai Emery. Es war für den 49-Jährigen auch eine kleine Revanche vor den internationalen Beobachtern nach den mehr oder weniger glücklosen Saisons bei Paris Saint-Germain und Arsenal. Zurück in der Heimat hat er nun wieder Grosses vollbracht und ist mit seinem vierten Europa-League-Titel zum Rekordhalter im Wettbewerb avanciert.

Manchesters verpasste Chancen

Mit Villarreal ging der klare Aussenseiter nach 29 Minuten in Führung. Nach einem Freistoss setzte sich Gerard Moreno im Strafraum durch und lenkte den Ball ins Tor. Der spanische Internationale, der auch im Kader für die EM steht, machte aus der ersten und einzigen nennenswerten Torchance der Spanier einen Treffer, seinen bereits siebten in der Europa League und den insgesamt 30. in dieser Saison.

Manchester United benötigte etwas mehr als eine Halbzeit, um die Wucht zu entfalten, die die Mannschaft in dieser Saison ausgezeichnet hat. Nach der Pause steigerten sich die Engländer kontinuierlich und der Ausgleich von Cavani war dann der endgültige Weckruf. Nach dem 1:1 des Uruguayers, der bis dahin eher unglücklich gekämpft hatte, ging der Favorit mit mehr Entschlossenheit in die Duelle. In der 70. Minute hätte Marcus Rashford das 2:1 erzielen müssen. Kurz darauf bot sich Cavani eine weitere gute Möglichkeit.

Lange Zeit hatte Villarreal mit seinem soliden und abgeklärten Auftritt erstaunlich leichtes Spiel. Tief stehen, etwas Pressing und auf Standardsituation hinarbeiten, reichte – bis Manchester United den spanischen Riegel fantasievoller und vor allem entschlossener bearbeitete.

Solskjaers Warten geht weiter

Die Souveränität und Sicherheit ging bei Villarreal verloren. Mühevoll rettete es sich nach dem 1:1 in die Verlängerung. Dort bot das «gelbe U-Boot» bemerkenswerterweise mit deutlich mutigerer Taktik wieder ein Duell auf Augenhöhe. In den letzten 30 Minuten erspielte sich Villarreal mehr gefährliche Aktion als in den 90 Minuten zuvor. Emery, der mit dem FC Sevilla zwischen 2014 und 2016 die Europa League dreimal gewonnen hatte, fand in der kurzen Pause zwischen regulärer Spielzeit und Verlängerung offenbar die richtigen Worte.

Die Niederlage von Manchester United ist auch ein Rückschlag für dessen Trainer Ole Gunnar Solskjaer, der damit weiterhin auf seinen ersten Titel mit den Engländern warten muss. Diese haben seit der Europa League 2017 keine Trophäe mehr gewonnen – eine lange Zeit für einen Klub vom Renommee von Manchester United. Zu grossen Teilen müssen sich die Engländer das selber zuschreiben, weil sie nur phasenweise überzeugend auftraten. In der Verlängerung vermochten sie das zuvor minutenlang angeschlagene Tempo nicht durchzuhalten und liessen sich dadurch auf das Penaltyschiessen ein.

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