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Visionen von Chaos und Hoffnung

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Kindergräber, opulent geschmückt mit Plüschbären, Spielzeug und Blumen: Ihr Anblick berührt den Freiburger Künstler Guy Oberson auf einer Reise im Norden Kanadas. Hier, im Indianerdorf Fort Chipewyan, sterben überdurchschnittlich viele Kinder an Krebs, weil Flusswasser und Fische durch den Abbau von Ölsand verschmutzt sind. Guy Oberson verarbeitet diese Schicksale in seiner Kunst: Er stellt die Kindergräber in einer Kreidezeichnung und einem Ölgemälde dar und schafft eine Installation, in der Teddybären aus Keramik scheinbar von roten Lichtstrahlen durchbohrt und aufgespiesst werden.

Kohärente Vision

Diese Werke zeigt das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg jetzt zusammen mit rund 40 anderen Arbeiten Obersons in der Ausstellung «Erreur de paradis». Alle Werke sind in den letzten Jahren entstanden, einige speziell für die Ausstellung. Sie zeigen eindrücklich die Vielfalt von Obersons Schaffen: Ölgemälde hängen neben Fotografien, Aquarelle neben Kreidezeichnungen, Grossformate neben Kleinformaten. Der Künstler versteht sich auf Abstraktion und Figürlichkeit, auf Landschaften und Porträts.

Trotzdem wirkt die Schau harmonisch und kohärent, weil alle Werke die gleiche Botschaft vermitteln: die Vision Obersons von einer Welt zwischen Hoffnung und Chaos, zwischen Schönheit und Schrecken, zwischen Leben und Tod. Wie der 55-Jährige diese beiden Pole vereint, zeigt sich exemplarisch in der Teddybären-Installation «Brother Talk». Was auf den ersten Blick nach roher Gewalt aussieht, ist in Tat und Wahrheit eine von den Kindergräbern angeregte Anspielung auf das enge Band zur Natur: «Ein warmes Licht taucht aus den Tiefen des Wassers und der Erde empor und durchdringt die Bärchen bis hin ins Jenseits», so formuliert Guy Oberson es selbst.

Techniken für unterwegs

Ein wichtiger roter Faden durch die Ausstellung sei das Thema Reisen, sagte Museumsdirektorin Verena Villiger am Dienstag vor den Medien. «Für seine Kunst verlässt Oberson die bequeme Schweiz und reist an Orte, die alles andere als idyllisch sind und wo Gefahren und Risiken drohen.» Die Werke in der aktuellen Ausstellung sind angeregt von Reisen nach Kanada, China und Palästina.

Auch seine technische Vielseitigkeit habe damit zu tun, dass er so viel unterwegs sei, erklärte Guy Oberson. «Ich musste mir Arbeitsweisen aneignen, die ich auf Reisen nutzen kann.» Fotografie und Aquarell seien heute seine Reisetechniken, während Ölgemälde, Kreidezeichnungen und Skulpturen im heimischen Atelier entstünden.

Im Museum für Kunst und Geschichte zeigt Oberson seine Arbeiten in vier Themenblöcken: Unter dem Titel «Erhebung» geht es um das Emporstreben des menschlichen Geistes, dargestellt etwa in einer abstrahierten Version der Moschee von Bagdad aus der Vogelperspektive. Das Kapitel «Tempel» vereint Eindrücke aus China, in auf Bambuspapier ausgeführten Aquarellen. Der Hauptraum steht unter dem Motto «Eine andere Zukunft». Hier stehen grossformatige Landschaften–gezeichnet von ökologischen Katastrophen wie in Alberta oder von politischen Auseinandersetzungen wie in Palästina–subtilen Porträts von Menschen gegenüber, die ihrem Schicksal mit Würde begegnen. Der letzte Raum schliesslich führt unter dem Titel «Die Wächter des Wassers» nach Fort Chipewyan. Hier fügt Guy Oberson seiner Multidisziplinarität gar noch ein weiteres Element hinzu: mit der Melodie «L’air de rien», die der französische Jazzpianist Edouard Ferlet eigens für die Ausstellung komponiert hat.

Museum für Kunst und Geschichte,Murtengasse 12, Freiburg. Vernissage: Do., 30. April, 18.30 Uhr (mit einer Lesung von Guy Oberson und Nancy Huston aus ihren Reiseberichten). Bis zum 30. August. Di. bis So. 11 bis 18 Uhr, Do. 11 bis 20 Uhr.

Zur Person

Leben in Lentigny, Paris und Berlin

Guy Oberson wurde 1960 geboren und wuchs als jüngstes von fünf Kindern einer Bauernfamilie in MézièresFR auf. Als junger Mann arbeitete er auf Baustellen und in einer Restaurierungswerkstatt, später als Betreuer für abhängige Personen. Parallel dazu war er immer künstlerisch tätig; seit rund 15 Jahren ist er hauptberuflicher Künstler. Oberson lebt und arbeitet in Lentigny, Paris und Berlin und ist mit der franko-kanadischen Schriftstellerin Nancy Huston liiert.cs

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