Volleyball 10.02.2020

Nur ein Ausrutscher?

Volley Düdingen hat das letzte NLA-Qualifikationsspiel gegen Toggenburg mit 0:3 verloren. Auch wenn es für die Power Cats um nichts mehr ging, so wirft die Niederlage gegen das Schlusslicht doch einige Fragen auf.

Sportlich ging es im Spiel zwischen Toggenburg und Düdingen um nichts mehr. Unabhängig vom Ausgang der Partie stand bereits fest, dass die Ostschweizerinnen die NLA-Qualifikation auf dem letzten Platz beenden und die Power Cats auf Rang 4 verbleiben würden. Aus diesem Grund schonte Dario Bettello am Samstag die angeschlagene Samantha Cash und liess Passeuse Méline Pierret, die tags darauf an der U23-Schweizer-Meisterschaft im Einsatz stehen würde, zu Hause. Und weil Düdingen bereits seinen vierten Ernstkampf innerhalb von acht Tagen absolvierte, nahm auch Inès Granvorka anfangs auf der Bank Platz und kam nur zu vereinzelten Kurzeinsätzen.

«Batterien sind leer»

Dies alles mag eine Rolle dabei gespielt haben, dass Düdingen im Toggenburg überraschend 0:3 verlor. Die Leistung zu beschönigen, vermag es indes nicht. Auch ohne Cash, Pierret und Granvorka standen bei Düdingen drei Schweizer Nationalspielerinnen und drei Ausländerinnen auf dem Platz – viel Klasse, die im Normalfall problemlos genügt, um einen Aufsteiger zu bezwingen, dem in dieser Saison noch kein 3-Punkte-Sieg gelungen ist. Bis zu diesem Samstag. Was also ist im Spiel der Power Cats falschgelaufen? «Ich weiss nicht, ob man das Spiel nennen kann, was wir gezeigt haben», seufzte Trainer Bettello am Telefon. «Eigentlich haben wir so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. In der Defensive waren wir immer einen Schritt zu spät, im Angriff zu wenig energisch und zu unpräzise. Man hat gemerkt, dass die Spielerinnen angesichts der Bedeutungslosigkeit der Partie nicht voll bei der Sache waren. Und man hat auch gemerkt, dass bei einigen Spielerinnen die Batterien nach der anstrengenden letzten Wochen leer sind.»

Auch wenn Bettello von der Leistung seines Teams enttäuscht war, überbewerten wollte er den «Ausrutscher» nicht. Die Niederlage habe auch etwas Positives. «Die Bäume wachsen auch bei uns nicht in den Himmel. Die Spielerinnen sind sich dessen sehr wohl bewusst, es musste ihnen aber mal wieder vor Augen geführt werden.» Er sei froh, dass man nun eine Woche Pause habe, meinte Bettello. «Eine ganz normale Woche ohne Spiele und ständige Reisen. Eine Woche, in der wir gut trainieren und uns in aller Ruhe auf die Playoffs vorbereiten können.»

Im Viertelfinal gegen Cheseaux

Der Playoff-Viertelfinal beginnt für die Power Cats am Sonntag, 16. Februar (16.30 Uhr, Leimacker). Gegner in der «Best-of-5»-Serie ist der VBC  Cheseaux, der mit einem 3:0-Auswärtssieg bei Val de Travers seinen fünften Tabellenplatz verteidigte und nochmals eine Zusatzportion Selbstvertrauen holte. «Che­seaux ist ein starkes Team, das im Verlauf der Saison grosse Fortschritte gemacht hat. Wir müssen auf der Hut sein», blickte Bettello voraus. Im ersten Saisonduell hatten die Düdingerinnen gegen die Equipe aus dem Waadtland klar in drei Sätzen gewonnen, beim Rückspiel bekundeten sie schon deutlich mehr Mühe und setzten sich erst im Tiebreak hauchdünn mit 26:24 durch.

Elena Steinmann (Fussverletzung) wird gegen Cheseaux nicht dabei sein. Auf den Schwung und die Power seiner Aussenangreiferin muss Düdingen noch eine ganze Weile verzichten. Samantha Cash sollte jedoch mittun können, gab Bettello gestern Entwarnung. «Dass sie gegen Toggenburg nicht gespielt hat, war eine reine Vorsichtsmassnahme, weil wir nichts riskieren wollten. Und gegen Cheseaux wird auch Méline wieder dabei sein.»

Sm’Aesch-Pfeffingen startet aus der Poleposition

Anders als bei Düdingen und Toggenburg hat der letzte Spieltag der NLA-Qualifikation noch für einige Verschiebungen in der Tabelle gesorgt. Die Schweizer Meisterinnen von Neuenburg UC mussten sich im Spitzenkampf auswärts bei Sm’Aesch-Pfeffingen mit 0:3 geschlagen geben und rutschten damit auf Rang 3 ab. Anders sieht es bei den Baslerinnen aus, die sich den ersten Tabellenrang sicherten und nun aus der Polepostion in die Finalspiele starten. Dies ist für die Power Cats insofern von Bedeutung, als sie in einem allfälligen Playoff-Halbfinal auf Sm’Aesch-Pfeffingen treffen würden.

Telegramm

Toggenburg - Düdingen 3:0 (25:22, 25:22, 25:20)

Sporthalle Rietstein, Wattwil. – SR: Becker/Auricht.

Volley Toggenburg: Yi, Fiechter, Koch, Xinrui, Erni, Kuch, Pfyl (Libera).

TS Volley Düdingen: Mebus, Dimitrova, Sulser, Doshkova, Brunner, Girard, Deprati (Libera); Granvorka.

Bemerkungen: Düdingen ohne Pierret (geschont) und Steinemann (verletzt).

NLA Frauen: Val de Travers - Cheseaux 0:3 (14:25, 15:25, 21:25). Genf - Kanti Schaffhausen 1:3 (25:17, 20:25, 22:25, 17:25). Sm’Aesch-Pfeffingen - Neuenburg 3:0 (25:19, 25:22, 25:17). Franches-Montagnes - Lugano 3:2 (23:25, 21:25, 25:18, 25:17, 15:11). Schlussrangliste (alle 18  Spiele): 1. Sm’Aesch-Pfeffingen 45. 2. Kanti Schaffhausen 43. 3. Neuenburg 43. 4. Düdingen 35. 5. Cheseaux 28. 6. Lugano 25. 7. Franches-Montagnes 25. 8. Val de Travers 13. 9. Genf 7. 10. Toggenburg 6.

Playoff-Viertelfinals (best of 5): Sm’Aesch-Pfeffingen - Val de Travers. Kanti Schaffhausen - Franches-Mon­tagnes. Neuenburg - Lugano. Düdingen - Cheseaux. Playouts (best of 5): Genf - Toggenburg.