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Vom Hirten und Wirten auf der Alp

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Der Blick schweift über die imposante Bergkette der Gastlosen hinunter ins Jauntal und wieder hinauf, an den steilen Abhängen vorbei in Richtung Euschelspass. Auf 1510 Metern über Meer kommt die Sonne schon langsam zum Vorschein, es ist trotz des strahlend blauen Himmels angenehm kühl.

Inmitten dieser atemberaubenden Landschaft liegt auf Jauner Boden das Bergrestaurant Ritzli-Alp. Und hier lässt es sich sicherlich äusserst gut leben. Das weiss auch das Wirtepaar Beat und Silvia Buchs, welches seit 18 Jahren jeden Sommer immer wieder aufs Neue hier hinauf zieht.

Alteingesessener Jauner

«Ich bin von der Familie her sozusagen ins Wirten hineingerutscht», sagt Beat Buchs in echtem Jaundeutsch. «Mein Urgrossvater hatte die Alphütte vor 111 Jahren gekauft», meint der 55-Jährige und zeigt voller Stolz den Kaufbrief aus dem Jahre 1902. In geschwungener, schwer leserlicher Schrift steht darin geschrieben, dass der Posthalter Heinrich Buchs für damals teure 10 000 Franken die Alp oberhalb von Jaun ersteigert hat. Und gleich neben den Kaufvertrag legt Buchs ein undatiertes Foto der Alphütte auf den Tisch: weidende Tiere mit ein paar Hirten vor einem kargen Holzbau, ein Zufahrtsweg ist nur schwer erkennbar–so habe es hier vor langer Zeit ausgesehen, meint er.

«Erst in den 1950er-Jahren startete auf der Ritzli-Alp ein bescheidener Wirtebetrieb», erklärt der jetzige Inhaber. In einer kleinen Buvette konnten sich Wanderer bereits damals mit Getränken und einheimischer «Hamma» versorgen. Fünf Jahre nachdem Beat Buchs die Alp übernommen hatte, begann für die Ritzli-Alp eine fortlaufende Vergrösserung: zuerst eine Terrasse, dann deren Überdachung, und zuletzt folgte ein Anbau für den Eigengebrauch.

Kulinarischer Höhepunkt

Gleichzeitig wuchs auch das Angebot: Spielplatz, Souvenirshop, Hotelbetrieb und eine immer grösser werdende Speisekarte locken an Spitzentagen bis zu hundert Gäste auf die Alp unterhalb des Euschelspasses. «Absolutes Highlight ist unsere Ritzli-Rösti, die sich neben Fondue und Bratwurst bereits weit über das Jauntal hinaus einen Namen gemacht hat», erklärt die Wahlfreiburgerin Silvia Buchs begeistert. Mit einem Blick auf das Basler Läckerli neben dem Kaffee verrät sie dabei gleich noch ihre Herkunft.

Zur Hälfte Romands

Neben Besuchern aus Basel und der restlichen Deutschschweiz würden erstaunlich viele Romands den Weg aufs Ritzli in Angriff nehmen. «Sie machen sicher die Hälfte unserer Gäste aus», meint Beat Buchs und erzählt von einigen Genfern, die ihm hier oben bereits begegnet seien. Einmal, so Buchs, habe es ganz hohen Besuch aus dem westlichen Nachbarland gegeben: Im Oktober 2004 habe der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin auf dem Ritzli Halt gemacht.

Wanderfreudige Touristen

Die meisten Leute hier sind–die Lage erklärt es von selbst–Wandertouristen. «Deshalb verweilt der Grossteil der Gäste nur entweder einen Tag oder eine Nacht bei uns, um dann weiterzuziehen», erzählt die Wirtin. Senioren, Jugendliche, Familienausflügler, Pärchen–die Menschen, die einem in der Alphütte begegnen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und genau darin liege die Motivation fürs Wirten, meint das Ehepaar: «Wir kommen mit den verschiedensten Menschen in Kontakt. Dieser Austausch ist das Bereicherndste an unserer Tätigkeit», sagen die zwei einstimmig. Gibt es aber auch Schattenseiten an der Arbeit auf der Ritzli-Alp? «Herrscht Hochbetrieb, so macht sich unter den Gästen manchmal Ungeduld breit», erklärt Beat Buchs.

Arbeiten klar aufgeteilt 

Die Arbeiten, die in ihrem Betrieb anfallen, seien klar zwischen dem Wirtepaar aufgeteilt: So schaut Beat Buchs frühmorgens zu den 28 Rindern auf der Alp, erledigt die Einkäufe und holt die Post im Dorf. Derweil kümmert sich Silvia Buchs um die logierenden Gäste, ums Finanzielle und erledigt die täglich anstehenden Hausarbeiten. In hektischen Situationen stehen Beat und Silvia Buchs jedoch nicht alleine da, sondern bekommen Unterstützung: Zwei junge Servicefachangestellte und ein Zimmermädchen helfen ihnen bei grossem Andrang. Um deren Hilfe seien sie sehr froh, vor allem jetzt während den warmen Sommertagen, so Silvia Buchs. «Die Verpflegung und Betreuung der Gäste nimmt besonders viel Zeit in Anspruch.» Auch bei der Arbeit, welche durch die Rinder anfällt, greift Beat Buchs ein Kollege unter die Arme.

Wenn dann die Sonnentage kürzer werden und der Winter die ersten Schneeflocken auf die Alp bringt, zieht es auch die Familie Buchs talwärts: Beat Buchs geht dann seiner Tätigkeit als Schreiner nach. Aber auch im Winter kann sich die Familie Buchs nicht vom Ritzli trennen. «Ungefähr jeden Monat organisieren wir für alle Mond-Begeisterte eine Vollmondnacht auf der Alp», erklärt die Baslerin dieses spezielle Angebot während den kalten Wintertagen.

In der Sommerserie «Bitte recht freundlich»stehen jene Personen im Mittelpunkt, die sich um die Gästebetreuung im Kanton Freiburg kümmern. Mit diesem Artikel schliessen die FN die Serie ab.

 

Zur Wirtefamilie

Bei Skitreffen kennengelernt

Die Wirtefamilie Buchs wirkt seit 1996 auf der Alp. Beat Buchs, Besitzer der Ritzli-Alp, hat diese 1991 von seinem Vater geerbt. Bis zur eigenen Bewirtschaftung fünf Jahre später wurde die Alp vom Inhaber verpachtet. Kennengelernt haben sich Beat und Silvia Buchs an einem Anlass des Skiwettclubs in Österreich 1989. «Er war damals frisch dabei, und als ich mit ihm ins Gespräch kam, hatten wir zuerst einmal Verständigungsprobleme», meint Silvia Buchs schmunzelnd. Das für sie ungewöhnliche Jaundeutsch sei ihr im Gegensatz zum netten Mann am Anfang noch nicht so geheuer gewesen, fügt sie lachend an. «Und so hat es sich dann ergeben», rundet die 55-Jährige die Geschichte ab. Ein Jahr darauf folgte die Heirat und 1994 Sohn Dominik.ma

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