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Vom Kampf der Wirte mit dem Wetter, der Planung und dem Einkauf

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Wie wird das Wetter morgen? Das ist die Frage, welche die Wirtinnen und Wirte derzeit umtreibt. Laurent Chervet vom Bel-Air in Praz erzählt, wie schwierig die Situation für ihn und seinen Bruder ist. Sie haben den traditionellen Familienbetrieb vor zwei Jahren übernommen.

Seit dem 19. April dürfen die Restaurants ihre Terrassen wieder öffnen. Das freut die Kundschaft. Für die Wirtinnen und Wirte bringt dies aber keine Erleichterung, so sehr sie sich auch darüber freuen, wieder Gäste empfangen zu dürfen.

«Es ist sehr schwierig», sagt Laurent Chervet, der mit seinem Bruder Igor das Bel-Air in Praz führt – wie bereits vier Generationen vor ihnen: Die Familie Chervet wirtet dort seit dem Jahr 1900. 

Das Wetter

Die Schwierigkeiten beginnen mit dem Wetter: «Das können wir ja nicht beeinflussen», sagt Laurent Chervet. «Wir arbeiten nur, wenn es schön ist.» Das Restaurant nimmt keine Reservationen entgegen. «Denn wie sollen wir wissen, ob das Wetter auch wirklich gut wird?» Er wolle nicht Gästen, die reserviert hätten, wieder absagen müssen: «Das würden sie nicht verstehen.» 

Ein Zelt zu kaufen, um damit die Terrasse decken zu können, sei viel zu teuer. «Zudem wäre es ja auch nicht gemütlich», sagt Laurent Chervet. «Wer ins Restaurant geht, wills schön haben.»

Die Planung

Das Bel-Air kann derzeit auch keine verbindlichen Arbeitspläne aufstellen: «Ich weiss nicht, ob in zwei Wochen am Mittwoch die Sonne scheint», sagt Laurent Chervet. «Darum wird gearbeitet, wenn es schön ist.» Das Personal verstehe das. «Unsere Angestellten wissen, dass jetzt gearbeitet werden muss, so oft dies möglich ist, damit Geld hereinkommt.»

Die Finanzen

Denn es fehlt an Geld. Der Covid-Kredit ist aufgebraucht und muss früher oder später zurückbezahlt werden.

An Härtefallgelder zu kommen, ist extrem schwierig.

Laurent Chervet und sein Bruder haben das Restaurant im Jahr 2019 von ihrem Vater übernommen. «Um Härtefallgelder zu erhalten, müssten wir aber die Rechnungsbücher aus dem Jahr 2018 vorlegen können.» Der Kampf um finanzielle Unterstützung koste viel Energie.

«Das Wetter, die Geldsorgen – darum kreisen derzeit all unsere Gedanken.» Das sei extrem bedrückend, und es sei fast unmöglich, zu Hause abzuschalten. «Das belastet auch die Familie.»

Die Gäste

Scheint einmal die Sonne, gibt es sehr zufriedene Gesichter auf der Terrasse. «Die grosse Mehrheit unserer Gäste ist glücklich, wieder einmal im Restaurant zu essen», sagt Laurent Chervet. Aber rund zwanzig Prozent der Kundschaft verstünden nicht, dass sie die Maske tragen und die Hände desinfizieren müssen. «Und das nach einem Jahr Pandemie.» Diese Leute akzeptierten auch nicht, dass es keine Sechsertische gebe, sondern maximal Vierertische. «Solche Diskussionen verschlingen extrem viel Energie.»

Der Einkauf

Die Abhängigkeit vom Wetter macht auch den Einkauf schwierig. «Am Muttertag hatten wir am Abend keinen Fisch mehr», sagt Laurent Chervet.

Wir sind so weit, dass wir das Risiko eingehen, etwas nicht mehr anbieten zu können.

Denn folge auf zwei Tage Sonne eine Woche Regen, dann wanderten die Reste in den Abfall. «Darum kaufen wir so ein, dass möglichst keine Reste entstehen.» Glücklicherweise arbeite das Bel-Air mit vielen Lieferanten aus der Region zusammen: «Da können wir auch mal um 10 Uhr für den gleichen Tag noch Brot bestellen.»

Weil der Einkauf schwierig ist, bleibt das Bel-Air zu, wenn die Sonne nur an einem einzigen Wochentag scheint. «Das verstehen die Gäste nicht – aber da lasse ich das Personal lieber zu Hause in der Kurzarbeit.» Denn für einen einzigen Tag unter der Woche einzukaufen und das Personal zu bezahlen, rentiere einfach nicht: «Da verlieren wir Geld.»

«Das Restaurant ist seltener geöffnet, doch benötigen mein Bruder und ich mehr Zeit für die Planung und Organisation als in normalen Zeiten», fasst Laurent Chervet die Lage zusammen.

Ich bin eigentlich ein positiv gestimmter Mensch – aber in diesem Jahr mit der Pandemie bin ich pessimistisch geworden.

«Die Gäste geniessen es, zurücklehnen und fein essen zu können»

Kurt Jungo vom Landgasthof Garmiswil in Düdingen freut sich über jeden Tag, an dem die Sonne scheint: «Wir profitieren, wenn wir die Terrasse öffnen können.» Der Landgasthof bietet zwar Menüs im Take-away an. «Einnahmen generieren wir aber vor allem mit den Getränken, die vor Ort konsumiert werden, nicht alleine mit den Mahlzeiten», sagt Kurt Jungo. 

Dank des Take-aways sind die Einkäufe einfacher zu planen, auch wenn es einmal regnet: Die Ware kann für den Take-away benutzt werden. «Wir produzieren mit Vakuum-Kochen und haben so immer Ware bereit.» Und heute bestelle er auch öfter als vor der Pandemie, sagt Kurt Jungo: «Die Gemüselieferanten aus der Region kommen nun zwei bis drei Mal die Woche.»

Auch das Personal ist flexibel. «Bleibt das Wetter länger gut als erwartet, bleiben die Angestellten länger – und wenn es zu regnen beginnt, gehen sie früher nach Hause», sagt Kurt Jungo. 

Die Gäste seien sehr dankbar, seien die Terrassen nun wieder offen: «Sie geniessen es, zurücklehnen und fein essen zu können.» Und die meisten verstünden gut, dass sie sich nur zu viert an einen Tisch setzen können. 

Kurt Jungo kommt finanziell gut über die Runden. «Dank der Hilfe des Kantons», wie er sagt. «Auf diese Unterstützung waren wir angewiesen.» njb

Monatelang geschlossene Restaurants 

Am 13. März 2020 verschärfte der Bundesrat die Massnahmen gegen die Corona-Pandemie und ordnete am 16. März den Lockdown an. Die Restaurants konnten erst ab dem 11. Mai wieder Gäste empfangen. Zwischen den Tischen mussten Mindestabstände eingehalten werden, und es durften maximal vier Personen an einen Tisch sitzen. Später wurde die Maskenpflicht eingeführt. Und seit Oktober muss sich elektronisch registrieren, wer ein Restaurant besucht, damit das Contact-Tracing möglich ist.

Im Herbst stiegen die Fallzahlen im Kanton Freiburg exponentiell an; der Staatsrat verordnete ab dem 4. November einen Mini-Lockdown, die Freiburger Restaurants mussten wieder schliessen. Sie konnten am 10. Dezember wieder öffnen – bevor dann am Abend des 26. Dezember schweizweit alle Gaststätten erneut schliessen mussten. Seit dem 19. April können Wirtinnen und Wirte Gäste auf den Terrassen empfangen. Weiterhin dürfen maximal vier Personen an einen Tisch sitzen, zwischen den Tischen gilt ein Mindestabstand, und die Gäste müssen eine Maske tragen und sich registrieren. njb

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