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Vom Krisenmanager zum Reformer

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Normalerweise wird einem Angestellten bei Amtsantritt eine gewisse Eingewöhnungszeit gewährt. Als Walter Schwab beim Kanton Freiburg 1999 Leiter des Amts für Wald, Wild und Fischerei wurde, bekam er diese Zeit nicht. Er hatte seine ersten 100 Tage noch nicht hinter sich, da richtete der Orkan Lothar die grössten Schäden im Freiburger Wald seit Menschengedenken an.

Nun steht Walter Schwab ein paar Tage vor der Pensionierung. Er kehrt nochmals an den Ort zurück, wo er seine erste Pressekonferenz als Amtsvorsteher gab. Am 17. Februar 2000 informierte er im Murtenholz bei Altavilla über das Ausmass der Schäden von Lothar. Der Weg in das Murtenholz war zwar freigeräumt, aber daneben lagen mächtige Bäume am Boden und Wurzeln ragten in die Höhe. Schwab erklärte damals nach dem Sturm, mit welchen Folgen die Waldbesitzer zur rechnen hatten, was als Sofortmassnahmen zur Schadensbegrenzung und für die Arbeitssicherheit nötig war, welche mittel- und langfristigen Massnahmen zur Sicherstellung der Waldverjüngung und zur Stärkung der angeschlagenen Waldwirtschaft geplant waren.

Katastrophe und Chance

«Ist Lothar eine Katastrophe?», fragte Schwab damals. «Ökonomisch war es eine Katastrophe», sagt der 63- Jährige heute rückblickend. «Die Waldbesitzer haben sehr viel Wertholz verloren, und die wirtschaftlichen Folgen verspüren sie zum Teil heute noch.» Dann schweift Schwabs Blick auf die Fläche, wo seither ein abgebrochener Baumstamm als Mahnmal in die Höhe ragt, und er sagt: «Aus ökologischer Sicht war es keine Katastrophe. Wie sich der Wald verjüngt hat, das ist sehr positiv. Die Zusammensetzung des Waldes hat sich verändert. Der Reichtum an Baumarten ist heute besser an die natürlichen Bodenverhältnisse angepasst, der Laubholzanteil hat zugenommen.»

Doch nicht nur die natürliche Struktur des Freiburger Waldes hat sich während der Amtszeit von Schwab verändert. Bei Beginn seiner Amtszeit trat das neue kantonale Gesetz über den Wald und den Schutz vor Naturereignissen in Kraft, welches eine Reihe von Strukturverbesserungen vorsah. «In dieser Hinsicht war Lothar eine Riesenchance», so Schwab. «Der Sturm hat den Handlungsbedarf aufgezeigt, und die darauffolgende Zusammenarbeit der Waldeigentümer inklusive der Gemeinden erwies sich für alle als gute Lösung.» Es kam wie im Gesetz vorgesehen zur Bildung von grösseren Forstbetrieben. «Heute hat es im Kanton 25 Revierkörperschaften», so Schwab. «Zu jener Zeit war es wohl das Dreifache gewesen.»

Holzerkurs und Jagdpatent

Um den Strukturwandel im Freiburger Wald zu koordinieren, brachte Walter Schwab alle nötigen Voraussetzungen mit. Aufgewachsen war er als Sohn eines Gärtners in Villars-sur-Glâne. «Das Gefühl für Pflanzen wurde mir in die Wiege gelegt.» Nach dem Gymnasium liess sich Schwab an der ETH Zürich zum Forstingenieur ausbilden. Dann begann er beim damaligen Freiburger Kantonsforstamt seine berufliche Karriere, arbeitete anschliessend beim Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, bevor er zum Kanton Freiburg zurückkehrte.

Könnte Walter Schwab selber einen Baum fällen? «Einen kleinen schon», sagt er. «Ich machte einen Holzerkurs und habe so Grundkenntnisse. Aber Fällarbeiten an grossen Bäumen, davor habe ich viel Respekt.»

Auch das ABC der Jagd liess Schwab sich beibringen. Als Zuständiger für die Jagd machte er das Patent: «Ich wollte das Handwerk der Jäger verstehen.» Die Jagd gehöre zum Wald und spiele dabei eine wichtige Rolle. Der Hirschbestand etwa nehme in den Voralpen zu, was zu Schäden an Bäumen im Schutzwald führen kann. Zwischen dem kantonalen Amt und den Jägern gebe es zwar bisweilen Interessenkonflikte, aber gerade bei der derzeitigen Revision der Jagdverordnung arbeiten alle Beteiligten sehr gut zusammen, so Schwab. Das Verhältnis zu den Fischern sei vergleichbar. Diese hätten zwar einen weniger direkten Bezug zum Wald, seien aber wichtig für die Pflege der Wasserläufe.

Walter Schwab hat zuletzt intensiv an der Ausarbeitung der Freiburger Waldrichtplanung gearbeitet. Das Dokument geht jetzt in die Vernehmlassung. Es wird im Herbst dem Staatsrat zur Genehmigung vorgelegt. Walter Schwab wird dann bereits im Ruhestand sein und mehr Zeit haben, durch die Wälder zu streifen.

Nachfolge: Ein Weggefährte übernimmt

W ann genau Walter Schwab seinen letzten Arbeitstag als Amtsvorsteher hat, kann er noch nicht sagen. Offiziell ist er bis Ende Februar angestellt, doch gegen Ende nächster Woche dürfte seine Arbeit zu Ende gehen. «Die Amtsübergabe wird lückenlos sein», verspricht Schwab. Neuer Vorsteher des Amts für Wald, Wild und Fischerei wird Dominique Schaller-Jolidon. Wie Schwab ist er Forstingenieur. Seit 2000 ist er im Forstkreis für den Broye- und Seebezirk tätig und somit bestens mit dem Amt vertraut, dem er nun vorsteht. Er hat auch eng mit Walter Schwab zusammengearbeitet. Schaller hat sich in Management und Politik öffentlicher Institutionen weitergebildet. Er wird die Richtplanung der Freiburger Wälder umsetzen müssen. uh

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