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Vom Lohn und von der Liebe

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wort zum sonntag

Vom Lohn und von der Liebe

Autor: Ingrid Grave

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Mit diesem Ausspruch Jesu beginnt der Evangelientext, der uns an diesem Sonntag im Gottesdienst «vorgesetzt» wird (Mt 10,37–42).

Das ist nur der Anfang! Wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, so gehts weiter. Man soll sein Kreuz auf sich nehmen, man soll sein Leben verlieren, damit man es finde – und im Weiteren wird uns für ein ganz bestimmtes Verhalten ein entsprechender Lohn zugesichert.

Ob das nicht eine längere Rede Jesu war, die Matthäus, der Verfasser des Textes, auf wesentliche Aussagen gekürzt hat? Wahrscheinlich!

In den zehn Geboten wird von uns gefordert, Vater und Mutter zu ehren. Dieses Gebot ist von Jesus nie ausser Kraft gesetzt worden. Die besten Eltern sind nicht perfekt, und vielleicht kommt von Seiten des Sohnes oder der Tochter kaum ein echtes Gefühl von Liebe auf. Das entbindet die Kinder nicht von einer Wertschätzung und Anerkennung dessen, was die Eltern für ihre Kinder getan haben.

Tief empfundene Zuneigung und Liebe zwischen Eltern und Kindern bedeutet mehr und ist ein Geschenk.

Doch diese Liebe muss loslassen können. Kinder werden von Gott ins Leben gerufen, in eine Aufgabe hinein be-rufen, für die Gott sie geschaffen, bereitet und ausgestattet hat. Dürfen Söhne und Töchter sich – den Eltern zuliebe – den Herausforderungen des Lebens entziehen? Umgekehrt haben Väter und Mütter ihrerseits die Kinder ins Leben zu entlassen – Gott, aber auch den Kindern zuliebe. Das alles lässt sich aus den Worten Jesu heraushören und herauslesen.

Wer sich dem Leben verweigert, verpasst das Leben, das von Gott gegebene Leben. Wir können diesen Gedanken noch weiter ausführen: Gott ist das Leben, und Jesus steht in innigster Verbindung zu diesem Gott des Lebens. Er fühlt sich eins mit diesem Gott. Ich bin zu wertvoll, mich dem göttlichen Leben zu verweigern. Und wer sich verweigert, entwertet sich selbst.

Und doch, manchmal ist es ein Kreuz, dieses Leben. Wir schleppen daran, widerwillig und mit dem Schicksal hadernd. Leichter wird es, wenn wir es annehmen, das Schicksal oder das Kreuz, es auf uns nehmen. Die Erfahrung bestätigt dies, die Psychotherapie ebenso. Wir stehen damit in der Nachfolge Jesu, der – so vermitteln es uns die Ostergeschichten – nicht endgültig im Grab und im Tod geblieben ist.

Doch was heisst das? Gibt es nicht Phasen oder Momente im Leben, wo wir wie lebende Tote oder wie tote Lebende sind? Das ist im wahrsten Sinne des Wortes kein Leben mehr. Nimm dein Schicksal an, bleib nicht im Grab, so würde Jesus sagen, dein Lohn ist das Leben, Lebensqualität wird dein Gewinn sein! Das ist es, was Jesus seiner Jüngerschaft – und damit auch uns – zugesprochen hat. Als Ermutigung!

Jesus macht noch weitere Lohnankündigungen: Wer einen Propheten aufnimmt, erhält Prophetenlohn; wer einen Gerechten aufnimmt, erhält den Lohn eines Gerechten. – Propheten und Gerechte, das sind jene, die sich ganz entschieden in die Nachfolge Jesu gestellt haben. Ihrer Strapazen sind und waren viele, das bestätigt uns ein Blick in die Geschichte. Wir sollen die für eine gute Sache Engagierten aufnehmen. Das bringt uns etwas: Wir werden menschenfreundlicher und jesusähnlicher und rücken ein Stückchen näher zum Himmel.

Es gibt Lohn!

Sogar für den Becher Wasser, den Sie einem Kind reichen. Das Wenige kann sehr viel sein. Entsprechend ist der Lohn des Glücks, das Ihr Herz erfüllen wird.

Ingrid Grave ist Dominikanerin und lebt in Zürich, wo sie in der Ökumene und in der Arbeit mit Frauen engagiert ist.

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