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Vom riesigen Bundeshaus bis zu kleinsten Statuen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Sie lesen eine Sonderseite mit Artikeln von Schülerinnen und Schülern, die für die FN als Reporter im Einsatz standen. Im Rahmen des Projekts «Zeitung in der Schule» schreiben rund 750 Kinder aus 24 Deutschfreiburger Primarschulen nebst einer Klasse aus der Sonderschule Les Buissonnets Zeitungsartikel. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der FN mit drei Wirtschaftspartnern und dem deutschen Bildungsinstitut IZOP.

Heute:

Die Heitenrieder Klasse 6H empfing den Restaurator Christoph Fasel. Zusammen besuchten sie auch die Kirche, wo Fasel gewirkt hat.

cz

 

Schon als Kind hatte Christoph Fasel Kontakt mit Kunst und Malerei, weil es in seiner Familie bereits Restauratoren und Maler gab. Christoph Fasel hat mit 16 Jahren die Lehre als Maler begonnen. Bis heute malt er sehr, sehr gerne, auch in seiner Freizeit. Im Jahr 1999 begann er die Ausbildung zum Restaurator. Es war hilfreich, dass er als Erstausbildung Maler gelernt hatte. Seit 2005 arbeitet er als Restaurator.

Debüt in Tafers

Der erste Auftrag von Herrn Fasel war es, das kleine Dachkreuz der Kirche Tafers zu vergolden. Das Besondere an seinem Beruf ist es, dass er unterschiedliche Sachen macht: von kleinsten Statuen bis zu sehr grossen Gemälden oder Gebäuden. «Die kleinste Restaurierung war an der Krippe bei meiner Grossmutter. Da musste ich einem Schaf ein Bein ankleben», sagt Herr Fasel. Er restauriert Wandmalereien, Skulpturen, Möbel, Mosaike, alte Gegenstände, Malereien, Häuser, Kirchen oder sogar Autos – beispielsweise ein Postauto. Christoph Fasel hat schon viele Bilder und Skulpturen restauriert. Das grösste Bild, das er restauriert hat, war die Geburt Maria in der Kirche Notre Dame in Freiburg. Dafür brauchte er einen Monat. «Das älteste Bild, das ich restauriert habe, war aus dem Jahr 1590 und befand sich im Schloss Romont», erklärt uns Herr Fasel.

Der Beruf von Christoph Fasel ist manchmal auch körperlich anstrengend, denn er muss oft an der Decke kopfüber arbeiten. Und dort, wo er arbeitet, ist es oft kalt. Als Restaurator braucht man viel Geduld, Respekt vor der Geschichte, ein gutes Vorstellungsvermögen und malerisches Flair; man muss etwas von Kunst verstehen und gut zeichnen können. Das Schwierigste am Beruf ist der Zeitdruck. Es muss schnell gehen, aber trotzdem schön werden. Normalerweise arbeitet Herr Fasel alleine und ist sein eigener Chef. Er ergänzt aber: «Ich arbeite manchmal in einem Team. Wir sind dann etwa drei bis vier Leute.»

Nachtarbeit im Bundeshaus

Einmal musste Christoph Fasel sogar nachts restaurieren, weil er Arbeiten im Ständeratssaal im Bundeshaus machen musste. Tagsüber waren die Politiker da, in der Nacht konnte er von 20.00 Uhr bis zirka 02.00 Uhr arbeiten. Die Restaurierung der Wandelhalle dauerte drei Jahre. Während dieser Zeit vergoldete er drei Monate lang. Herrn Fasels Lieblingsbild ist die Landsgemeinde im Ständeratssaal im Bundeshaus. Der Beruf gefällt ihm sehr. Manchmal rekonstruiert er auch: Das heisst, er malt etwas Altes wieder neu.

Herr Fasel ist in den Kantonen Freiburg, Bern, Basel und Wallis unterwegs. Er arbeitet jetzt gerade an vier Sachen gleichzeitig. Eine davon ist ein Schloss in der Nähe von Bulle. Er restauriert dort gerade eine sehr alte Wandmalerei. Christoph Fasel freut sich sehr auf den Bericht in der Zeitung – und wir natürlich auch.

Zisch

«Die kleinste Restaurierung war an der Krippe bei meiner Gross- mutter. Da musste ich einem Schaf ein Bein ankleben.»

Zum Berufsbild

Ausbildung und Arbeitsweisen des Restaurators

Nach der obligatorischen Schulzeit muss man entweder eine Matura oder eine Berufslehre mit Berufsmatura abschliessen, um Restaurator zu werden. Danach geht man in ein Restaurationspraktikum, um zu arbeiten. Die Ausbildung zum Restaurator dauert vier Jahre und findet an der Hochschule für Restaurierung und Konservierung statt. Es gibt zwei Techniken im Restauratorenberuf: die eine ist die Konservierung. Das heisst, dass man das alte Bild bewahrt und erhält. Die zweite Technik ist das Restaurieren: Alte Objekte werden aufgefrischt und wiederhergestellt. Der Restaurator schaut das Bild jeweils genau an, untersucht es und nimmt Proben. Zudem macht er noch Farbuntersuchungen, sogenannte Pigmentanalysen. So sieht er, wie die Farbe zusammengesetzt ist. Er kann mit einer UV-Lampe das Objekt durchleuchten und so die verschiedenen Farbschichten sehen. Nun kann er das Bild, dem Original entsprechend, restaurieren. Auf die Frage hin, welche Farben er brauche, musste Herr Fasel schmunzeln und meinte «viele». Dennoch zählte er einige auf: Aquarellfarben, Gouachefarben, Kasein-, Tempera- und Kalkfarben, Pastellkreiden und Acrylfarben. Er mischt viele Farben selber mit Farbpigmenten. Herr Fasel hat etwa zwanzig verschiedene Farbtöne auf seiner Palette. Er braucht eher die helleren. Wenn ein Gemälde einen Riss hat, muss er schauen, um welches Material es sich handelt: Ist es Holz oder Leinwand? Bei Holz muss er beim Riss mit feinen Holzstücken nachfüllen und darübermalen. Bei der Leinwand näht er den Riss zusammen. Dann übermalt er ihn. Christoph Fasels Restaurationen dauern von einem Tag bis zu drei Jahren oder länger. Das ist von Objekt zu Objekt sehr unterschiedlich.

Klasse 6H

 

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