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Vom Sumpf zum Gemüsegarten

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Vom Sumpf zum Gemüsegarten

Ein neues Buch beleuchtet die Geschichte der Juragewässerkorrektionen

«Überflutet – überlebt – überlistet» heisst das Buch über die Geschichte der Juragewässerkorrektionen, welches soeben erschienen ist. Es ist ein Nachschlagewerk für ein breites Publikum.

Autor: Von CORINNE AEBERHARD

Gleich beim Aufschlagen des handlichen Buches fällt der Blick auf eine Luftaufnahme der Dreiseen-Region und bleibt einen Moment fasziniert daran hängen, beeindruckt von der patchworkartigen Landschaft des Grossen Mooses, wie es sich jetzt präsentiert. Auf den Feldern wird Gemüse und Gewächs angepflanzt und das Wasser ist gezähmt und fliesst in Kanälen, Bächen oder Flüssen. Selten kommt es heutzutage vor, dass Felder überflutet werden. Und wenn, dann ist es nicht gleich lebensbedrohend.«Ds Wasser chunnt!» war ein Warnruf, der noch vor 150 Jahren immer wieder durch die Ebenen des Dreiseenlandes hallte. «Für die Bewohner der Kantone Bern, Freiburg, Neuenburg, Waadt und Solothurn kam dies einer beinahe apokalyptischen Ankündigung von Not und Elend gleich», hält der Autor Matthias Nast, Berner Historiker, im eben erschienenen Buch über die Juragewässerkorrektionen fest. «Den katastrophalen Hochwassern fielen immer wieder Ernte und Vieh zum Opfer. Und die Menschen waren häufig von Seuchen bedroht. Erst die beiden Juragewässerkorrektionen vermochten die riesigen Sümpfe in einen Gemüsegarten zu verwandeln. Die Juragewässerkorrektionen im Dreiseenland waren und sind für Wirtschaft und Bevölkerung von unschätzbarer Bedeutung», heisst es weiter.

Opfer Natur

Mit der Umgestaltung der Landschaft gingen aber auch Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren. In einem Epilog hält Matthias Nast fest, dass «das Gebiet der drei Juraseen keine Naturlandschaft mehr ist. Mit den beiden Juragewässerkorrektionen ging das grösste Moor der Schweiz verloren.»Die erste Juragewässerkorrektion fand von 1868 bis 1891 statt, die zweite von 1962 bis 1973. Das Buch beschränkt sich aber keinesfalls nur auf die Aufzählung von Zahlen und Fakten. Zahlreiche Pläne und Karten tragen zum Verständnis bei und die rund 200 Abbildungen und gut proportionierten Texte fördern die Lesbarkeit des Buches. Der Auftraggeber – der Verein Schlossmuseum Nidau – wollte ein historisches Werk, das trotz der Tiefe auch für ein Nicht-Fachpublikum ein eingängiges Lesebuch ist.

Viel Hintergrundwissen über die Lebensverhältnisse

Das Buch bietet auch viel Hintergrundwissen über die damalige Situation der Menschen, ihr schwieriges Leben wegen der vielen Überschwemmungen. Es beschreibt aber auch das politische und wirtschaftliche Umfeld. Es war viel Überzeugungsarbeit nötig, bis es zu der Juragewässerkorrektion kam.Die Zeitungen berichteten damals vom Hemmschuh namens Kantönligeist. Es wurde gerungen, welcher Kanton wie viel bezahlen sollte.Porträtiert wird zudem Johann Rudolf Schneider (1804-1880), der sich unermüdlich als Lobbyist für die erste Juragewässerkorrektion einsetzte.Zahlreiche Anekdoten, aufgezeichnete Erinnerungen, Überlieferungen und Zitate machen das rund 200-seitige Buch zum unterhaltsamen Werk.Das Buch «Überflutet – überlebt – überlistet» des Historikers Matthias Nast ist unter dem Titel «Terre du lac», auch auf Französisch erhältlich. Es kostet 44 Franken. Zum Thema Juragewässerkorrektion gibt es im Schlossmuseum Nidau ebenfalls eine permanente Ausstellung. www.schlossmuseumnidau.ch

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