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Vom Traum, für eine Nacht Prinz zu sein

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Vom Traum, für eine Nacht Prinz zu sein

Christoph Zbinden aus Alterswil nimmt am Wiener Opernball teil

Am 3. Februar 2005 heisst es in der Wiener Staatsoper wieder «Alles Walzer». Mit dabei am prestigeträchtigen Opernball ist dieses Mal auch Christoph Zbinden aus Alterswil, der sich damit einen lang gehegten Traum erfüllt.

Von IMELDA RUFFIEUX

In der ersten Februarwoche wird Christoph Zbinden nicht wie gewohnt hinter dem Bankschalter anzutreffen sein. Er hat sich eine Woche frei genommen, um sich einen Wunsch zu erfüllen. «Ich habe den Opernball schon im Fernsehen immer verfolgt und fand es faszinierend», hält er fest. «Es war immer mein Traum, einmal dabei zu sein.»

Statt nur davon zu träumen, hat er die Sache in die Hand genommen: Via Internet kam er in Kontakt mit dem Organisationskomitee des Opernballs. Er erfuhr, dass dieser Anlass nicht nur der Wiener Prominenz vorbehalten ist, sondern dass sich auch «normale» Leute bewerben können.

Von der Schwierigkeit,
Linkswalzer zu tanzen

Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist das perfekte Beherrschen des Walzers. «Ich habe schon immer gerne getanzt und habe bereits zwei Kurse für Standard-Tänze besucht», erklärt der 21-Jährige. Allerdings wird hierzulande meistens der Rechtswalzer getanzt, während am Opernball ausdrücklich gute Kenntnisse des so genannten Linkswalzers verlangt werden.

Bis vor wenigen Jahren mussten alle Bewerber in Wien vortanzen, um ihre Tanzkünste unter Beweis zu stellen. Heute können die ausländischen Interessenten ein Video einschicken. «Also habe ich eine Kollegin überredet, mit mir zu tanzen und das Ganze zu filmen», erzählt Christoph Zbinden. Zusammen mit dem Bewerbungsschreiben und einem Lebenslauf schickte er das Band an das Komitee.

Nur mit Tanzstunden

Mit Linkswalzer habe das, was er da gezeigt habe, leider nichts zu tun, bekam er zur Antwort. Weil er aber buchstäblich am Ball blieb und sich auf sehr sympathische Art präsentierte, hatte Komitee-Mitglied Ulrike Pittroff, verantwortlich für die Debütanten, Erbarmen mit ihm. «Ich musste mich verpflichten, noch einen Tanzkurs zu besuchen und intensiv den Linkswalzer zu üben.» Das habe er gerne zugestanden und nahm bei der Tanzschule Happy Dance in Düdingen Privatunterricht. «Den normalen Walzer kann ich schon ganz gut. Aber der Linkswalzer ist nicht so einfach; die Haltung und die Übergänge sind sehr schwierig.»

Er nimmt auch an, dass die Chancen für seine Bewerbung gut waren, weil er sich als Einzelperson gemeldet hat. Mit einer Partnerin oder als Frau wäre er wohl nicht dazu gekommen – Männer, die gerne tanzen, sind eben seltener.

Frack, weisse Handschuhe
und Lackschuhe

In Jeans und einfachem Hemd kann man am Opernball natürlich nicht antreten. Deshalb machte sich Christoph Zbinden auf die Suche nach einem Frack, wie dies vorgeschrieben ist. Mieten oder kaufen war die Frage. Einen Anzug zu finden, der passt, war nicht einfach. Er habe eine Menge Läden abgeklappert, erinnert er sich. Als er schliesslich die Kosten für die Miete und für einen neuen Anzug verglich, entschied er sich, einen Frack massschneidern zu lassen.

Die Herren müssen ausserdem weisse Hand- und Lackschuhe tragen – für Letzteres habe er praktisch sämtliche Geschäfte der Schweiz abgeklappert. In einem Exklusivgeschäft an der Bahnhofstrasse in Zürich wäre er fündig geworden. Allerdings waren ihm die 400 Franken dann doch etwas zu viel. Also hat er im Internet gesucht und hatte Glück – zu einem wesentlich günstigeren Preis.

Etikette ist wichtig

Vorgeschrieben ist übrigens auch, dass Männer keine Bärte und keine langen Haare haben dürfen. Bei den Debütantinnen wird ein weisses Ballkleid verlangt – die meisten tragen ein Brautkleid. Es wird auch verlangt, dass allfällige Tätowierungen mit Theaterschminke überdeckt werden müssen.

Auf die Einhaltung von gewissen Formalitäten legt das Ballkomitee grossen Wert. Den Debütanten wird zum Beispiel Pünktlichkeit ans Herz gelegt. «Ausser bei Promi-Kindern, die dürfen so viel zu spät kommen. wie sie wollen», weiss der junge Alterswiler zu berichten. Selbst für die drei Hauptproben wird Anzug und Krawatte verlangt. Die Choreografie liegt in der Verantwortung eines Wiener Tanzlehrers aus der weltweit bekannten Tanzschule Elmayer, die auch Bücher über gutes Benehmen veröffentlicht hat.
Für die Unterbringung in Wien musste er selbst besorgt sein und da er fast eine ganze Woche in Wien bleibt, hofft er, Zeit für ein wenig Stadtbesichtigung oder auch ein Musical zu haben.

Entweder jetzt oder nie

Christoph Zbinden hat all die Mühe und die damit verbundenen Kosten gerne auf sich genommen. «Es war die Chance, dabei zu sein. Ich sagte mir, wenn nicht jetzt, dann nie.» Er mag das Rampenlicht, war im letzten Jahr auch schon mal Kandidat in der Quiz-Show «Eiger, Mönch und Kunz» im Schweizer Fernsehen. Auch als Statist für die Sendung «Café Bâle» hat er sich beworben.

«Mein Traumberuf ist Schauspieler», erklärt er. Er sei sich aber bewusst, dass es sehr schwierig sei, dazu zu kommen. Eine Rolle in der Serie «Lüthi und Blanc» – und möge sie noch so klein sein – würde er auf jeden Fall annehmen. «Es ist nicht leicht in der Schweiz», ist er sich bewusst, bleibt aber voller Hoffnung.

Bis es weitergeht, schnuppert er schon einmal ein wenig lokale Theaterluft, indem er bei der Theatergruppe Rechthalten mitspielt.

Wie hat sein Umfeld auf seine Pläne reagiert? «Sehr gut», meint Christoph Zbinden. Er habe viele gute Reaktionen erfahren. Seine Tanten seien überstolz und seine Eltern planen bereits den Abend des 3. Februar, wenn der Ball im österreichischen Fernsehen übertragen wird.

«Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass man mich im Fernsehen sehen wird, denn ich bin ja einer unter vielen. Und es hat sehr viele Gäste an diesem Anlass», ist er sich bewusst. Er wird den Daheimgebliebenen nach der Hauptprobe mitteilen, in welcher Reihe er eingeteilt wird, «aber vielleicht sehen sie auch nur einen schwarzen Punkt.»

Eine schöne Ballnacht geniessen

Er will es auf jeden Fall geniessen. «Einfach einmal dabei zu sein, die Atmosphäre so zu erleben, wie man das im Fernsehen sieht, aber auch hinter die Kulissen zu schauen, die Show zu erleben und eine schöne Ballnacht zu geniessen», sind seine Erwartungen.

Dazu passt das Motto, welches das Komitee den Debütantinnen und Debütanten bei ihren Bewerbungen ans Herz legt: «Sich für eine Nacht als Prinz oder Prinzessin zu fühlen.» Der Ball fängt um 22 Uhr an und geht bis um fünf Uhr in der Früh. «Länger kann ich nicht bleiben, denn mein Flug zurück geht um 10 Uhr morgens.»

Eine Nacht lang durchtanzen

Wer mit Christoph Zbinden an diesem Abend Linkswalzer tanzt, ist noch nicht klar. Seine Partnerin wird ihm erst vor der Hauptprobe zugeteilt. Die Gelegenheit zu tanzen, bis die Sohlen rauchnen, wird er aber auf jeden Fall bekommen: Nicht nur Walzer steht auf dem Programm. In jedem Raum der Oper wird eine andere Stilrichtung angeboten: von lateinamerikanischen über Standard-Tänze bis zu Rock’n’Roll. Schliesslich wollen die rund 180 Debütanten-Paare und die 5000 Gäste unterhalten sein.

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