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Vom Tsunami bis zu den «Tactilos»

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Vom Tsunami bis zu den «Tactilos»

Themen der Ansprachen am Neujahrsempfang der Freiburger Regierung

Die Flutkatastrophe in Südostasien nahm in den Ansprachen am traditionellen Neujahrsempfang einen breiten Platz ein. Staatsratspräsidentin Ruth Lüthi und Bischof Bernard Genoud kamen aber auch auf lokale Ereignisse zu sprechen, zum Teil mit kritischen Worten.

Von ARTHUR ZURKINDEN

Schlimmer als all die Tragödien des Jahres 2004 wertete Bischof Bernard Genoud die Unbekümmertheit, mit welcher das Schweizer Volk Ja zur Forschung an embryonalen Stammzellen gesagt hat. Schuld daran sei das Streben des Menschen nach der Unsterblichkeit des Körpers. «Die Unsterblichkeit ist dem Menschen nie versprochen worden, es sei denn bei der Auferstehung», hielt er am Freitag in Anwesenheit der Vertreter der Politik, der Justiz und der Kirchen fest. «In diesem Fall ist die Ungeduld eine Hauptsünde», meinte er. Für ihn ist es besser, einen Menschen in Würde sterben zu lassen, als alles für sein langes Leben zu unternehmen und dabei auch menschliches Leben zu Forschungszwecken zu zerstören.

Kein Werk der Nächstenliebe

Er kritisierte alsdann lokale Entscheide, die dem weltlichen Vergnügen dienen: «Man erhöht den Einsatz bei den Geldspielautomaten, man erhöht die Zahl der , was auch ein Übel darstellt. Denn dies wird zum Ruin von vielen Menschen führen, die an schnelle Gewinne glauben und nicht wissen, dass die Spielapparate zum Nehmen und nicht zum Geben erfunden worden sind, denn ihre Besitzer gehören nicht Werken der Nächstenliebe an», führte er aus.

Egoismus als Quelle des Leids

Laut Bernard Genoud sind es der Egoismus und das Nicht-Teilen-Wollen der einen, welche die Misere der andern verursachen. Diesbezüglich lobte er aber die Grosszügigkeit der Menschen nach der Flutkatastrophe. Er bedauerte jedoch, dass erst eine solche weltweite Tragödie geschehen müsse, damit die Solidarität über die Landesgrenzen hinausgehe.

Lobesworte hatte er für den Staatsrat übrig, dies im Zusammenhang mit seiner Haltung gegenüber den Asylbewebern, vor allem zu jenen, auf deren Asylgesuch nicht eingetreten wird.

Der Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg kam weiter auf das Leiden und das Böse zu reden. «Wenn du nichts gegen die Naturgewalten tun kannst, verschlimmere das Leiden nicht mit dem grössten Übel, dem seelischen Leiden, dem gewollten Leiden, dem Leiden der Böswilligkeit. Dagegen kannst du etwas tun», betonte er. «Ohne die Böswilligkeit der Menschen würden wir hier auf Erden schon fast das Paradies erleben», fügte er bei und wies auf die Botschaft hin, die der Papst am 1. Januar 2005 im Rahmen des Weltfriedentages in die Welt hinaussendete: «Lasse dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.» Diese Botschaft wollte der Bischof der Freiburger Regierung und dem Freiburger Volk näher bringen. Und für ihn heisst die Antwort auf das Böse: Der Glaube an Gott und das Vertrauen in ihn.

Präambel der Verfassung
als Wunschkatalog

Bischof Genoud freute sich denn auch, dass Gott in der Präambel der neuen Kantonsverfassung erwähnt ist. Dieser Präambel entnahm Staatsratspräsidentin Ruth Lüthi ihre Wünsche, die sie an diesem Neujahrsempfang äussern wollte. Der Wunsch etwa, eine offene Gesellschaft zu errichten, welche die Grundrechte garantiert. Oder der Wunsch, «im Bewusstsein unserer Verantwortung gegenüber den künftigen Generationen zu handeln». Sie will sich auch für eine Gesellschaft einsetzen, die sich dem Wohlergehen und der Solidarität verpflichtet. Sie befürwortet deshalb die Schaffung neuer Arbeitsplätze für qualifizierte Arbeitskräfte, die auch korrekt entlöhnt werden. «Wir wollen eine Entwicklung, von der alle profitieren können und die es erlaubt, die Unterschiede zu verkleinern. Eine wirtschaftliche Entwicklung, die auf einem Sozialabbau beruht, kann keine Option für die Zukunft sein», sagte sie.

Mehr Anerkennung

Ihr Wunsch ist es auch, dass der Staat, seine Kantonsverwaltung, aber auch seine Leistungen in den Augen des Volkes in ein besseres Licht gerückt werden. «Gewiss leidet unser System an Mängeln. Ist das aber Grund genug, um den Staat und seine Amtstellen zu verteufeln? Der Staat schafft einen Rahmen, der es jedem Einzelnen erlaubt, sich zu entfalten und in einer gewissen physischen, materiellen und sozialen Sicherheit leben zu können. Um diese Ziele zu erreichen, setzen sich unsere Verwaltung und unsere Dienststellen ein», verteidigte sie den Staat.

Nicht Ängste schüren

In der Präambel wird das Freiburger Volk auch aufgerufen, «unsere kulturelle Vielfalt im gegenseitigen Verständnis zu leben». «Dieser Wunsch betrifft gewiss an erster Stelle die Verständigung zwischen unseren beiden Sprachgemeinschaften», hielt Ruth Lüthi fest. Sie dachte aber auch an die Einwanderung, die heikle Fragen aufwerfe, insbesondere Fragen der Identität, die stets von Emotionen und gewissen Befürchtungen begleitet seien.

«Ob sie nun objektiv oder subjektiv begründet sind: Diese Befürchtungen müssen ernst genommen werden, damit sie nicht Intoleranz und Rassismus den Weg bereiten. Es ist aber unannehmbar, wenn diese Ängste durch zweifelhafte Informationen geschürt werden, um eine eidgenössische Asylgesetzgebung durchzubringen, die es uns nicht mehr erlaubt, eine humane Asylpolitik anzuwenden», betonte sie und dachte dabei an die Leiden und Bedürfnisse von Menschen auf der Suche nach einer Lebensstätte, die es ihnen ermögliche zu überleben oder menschenwürdig zu leben.

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