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Von den Merowingern bis ins Jetzt

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Wer hätte am gestrigen Dreikönigsaperitif im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg das Kuchenstück mit dem König ziehen sollen, wenn nicht er: Ivan Mariano, der neue Direktor, seit gut einem Monat im Amt. Geplant sei das nicht gewesen, betonte er sogleich. Am Dreikönigsanlass mit Vertreterinnen und Vertretern der Medien stellen die Verantwortlichen des Museums jeweils das Jahresprogramm und weitere Neuigkeiten vor. Diese Tradition wolle er beibehalten, sagte Mariano. Ansonsten hat er für das Museum aber auch neue Ideen. 2020 sei ein Übergangsjahr, in dem er sich mit seinem Team Gedanken über die Zukunft des Museums machen werde. Eine erste Neuheit präsentierte er allerdings schon jetzt: Ab September wird es an jedem ersten Donnerstag im Monat ein «kulturelles Afterwork» geben: eine kulturelle Veranstaltung in Verbindung mit einem Apéro und einem ungezwungenen Austausch. Er denke etwa an Kurzführungen oder Minikonzerte, so Mariano. «Wir wollen das Museum damit als Ort der Begegnung für ein breites Publikum positionieren.»

Dialog mit dem Publikum

Das entspricht dem, was Marianos Vorgesetzte von ihm erwarten: Ein Direktionswechsel sei immer eine Gelegenheit, über Strategien und Aktivitäten nachzudenken, sagte Philippe Trinchan, Vorsteher des kantonalen Amts für Kultur. «Unsere Wahl fiel nicht zuletzt darum auf Ivan Mariano, weil er jemand ist, der das Publikum ansprechen und mit ihm kommunizieren kann.» In einem schwierigen Umfeld sei es die Aufgabe des neuen Direktors, das Museum einem breiteren Publikum im Kanton Freiburg und in der ganzen Schweiz bekannt zu machen. Ein weiteres Ziel sei, den Austausch mit anderen kulturellen Akteuren, speziell mit zeitgenössischen Kunstschaffenden, auszubauen.

In diese Richtung zielt bereits die nächste grosse Ausstellung, die im April ihre Türen öffnet: Es handelt sich um eine umfassende Schau mit Werken des Sensler Künstlers Peter Aersch­mann. Unter dem Titel «Tourist» zeigt er Videoarbeiten, in denen es unter anderem darum geht, wie Reisende des 21. Jahrhunderts angesichts der Überfülle an realen und virtuellen Möglichkeiten zunehmend öfter das Wesentliche verpassen. Die neuen Ar- beiten hätten ihren Ursprung in einer Künstlerresidenz in Budapest, sagte Caroline Schuster Cordone, Vizedirektorin des Museums. Aersch­mann habe dort in der Nähe des touristischen Zentrums gewohnt und die Leute beobachtet, «die ständig mit ihren Smartphones beschäftigt waren und nur mit sich selber kommunizierten». Wie seine bisherigen Werke bestehen auch die neuen Arbeiten Aerschmanns aus vielen einzelnen Bildern, die er während seiner Reisen sammelt und später am Computer zu neuen Szenen zusammensetzt. «Die Werke sind spielerisch und philosophisch», so Caroline Schuster Cordone. «Sie handeln von unserer Welt und unserem Zusammenleben.» Ergänzend zu den neuen Videos werden in der Ausstellung auch ältere Arbeiten von Peter Aersch­mann zu sehen sein.

Reise in die Merowingerzeit

Im November geht es dann weit zurück in die Geschichte, genauer ins frühe Mittelalter: Das Museum eröffnet dann eine Ausstellung über die Zeit der Merowinger vom 5. bis zum 8. Jahrhundert. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Archäologie. Im Mittelpunkt werde die Figur einer Merowingerin stehen, die dem Publikum einen Einblick in ihr Leben geben werde, sagte Konservator Stephan Gasser. Die Schau werde Themen wie die Kleidung, die Religion, den Alltag, die Gesellschaftsordnung, die Kunst und das Handwerk beleuchten. «Die Merowinger haben im Kanton Freiburg viele Spuren hinterlassen», sagte Kantonsarchäologe Reto Blumer. Das Amt für Archäologie besitze eine grosse Sammlung an Schmuck und Gürtelschnallen, die jedoch nur selten öffentlich zu sehen seien. «Wir wollen zeigen, dass die Merowingerzeit keine barbarische und finstere Epoche war, sondern vielmehr der Anfang einer neuen Gesellschaft.»

Auch im Espace Jean Tinguely – Niki de Saint Phalle, der zum Museum gehört, steht nach dem Ende der aktuellen Ausstellung von Isabelle Pilloud eine weitere Schau bevor: Ab Mitte September zeigt das Bieler Künstlerpaar M.  S. Bastian und Isabelle L. sein «imaginäres Museum». Die comichafte Bilderwelt der beiden steckt voller Bezüge zur Kunstgeschichte, zur Popkultur und zur Literatur. «Beide sind grosse Bewunderer von Jean Tinguely und Niki de Saint Phalle, darum passen sie gut hierher», sagte Ivan Mariano.

Programm

Ausstellungen und Afterworks

Die wichtigsten Programmpunkte des Museumsjahrs im Überblick:

Ausstellungen im Museum:

Bis zum 23.  2.  2020: «Le siècle oublié – Freiburg im 14. Jahrhundert».

24.  4.–20.  9.  2020: Peter Aerschmann, «Tourist».

27.  11.  2020–28.  2.  2021: «Eine Merowingerin zwischen Schatten und Licht – Entstehung einer neuen Gesellschaft im Frühmittelalter».

Ausstellungen im Espace: Bis zum 16.  8.  2020: Isabelle Pilloud, «Heldinnen».

18.  9.  2020–28.  6.  2021: M.  S. Bastian und Isabelle L., «Imaginäres Museum».

Kulturelle Afterworks: Ab September an jedem ersten Donnerstag im Monat. Start am 3.  9.  2020.

cs

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