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Von der Gärtnerin zur Velomechanikerin

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Christine Nussbaum ist eine der wenigen Frauen, die in einem Männerberuf tätig sind. Vor einem Jahr hat die 35-Jährige in Düdingen bei «Velomichael» eine dreijährige Lehre als Velomechanikerin angefangen. Christine ist eine leidenschaftliche Radfahrerin und hat schon immer mit dem Beruf in der Zweiradbranche geliebäugelt. Trotzdem hat sie nach der Sekundarschule vorerst eine dreijährige Gärtnerlehre gemacht. Später ist sie bei der Post Tafers eingestiegen und war sieben Jahre Briefträgerin. Im Gespräch mit den FN erzählt sie über ihren neuen Beruf.

 

 Christine Nussbaum ein geradliniger Berufsweg war der ihre nicht. Wie kam das?

Eigentlich wollte ich schon nach der Sekundarschule Velomechanikerin werden. Ich habe bei Velomichael auch geschnuppert. Aber damals gehörten noch die «30er Pfurris» zum Sortiment und damit wollte ich nichts zu tun haben.

 Aber der Gärtnerinnenberuf war auch nicht ganz das Richtige. Warum?

Der Beruf ist saisonbedingt und in dieser Zeit sehr anstrengend. Das Rad brauchte ich nur noch, um zur Arbeit zu fahren. Aber hobbymässig lag nichts mehr drin. Irgendwie verlor ich die Faszination. Ich musste das ändern und so ging ich zur Post.

 

 Und jetzt sind Sie in der Velowerkstatt am richtigen Ort?

Oh ja. Das Velo ist mein Lebensbegleiter. Ich bin als Kind damit in die Schule gegangen, später in die Lehre, zur Arbeit und jetzt von der Schweni wieder nach Düdingen. Ich habe dreieinhalb Stück davon: ein Tourenvelo, ein Mountainbike, ein Rennrad und ein E-Bike, das ich mit einer Freundin teile. Eine Woche brauche ich es und bin etwas schneller zu Hause und die Woche drauf benützt es meine Freundin.

 

 Was fasziniert Sie an diesem Beruf?

Die Arbeit ist wahnsinnig vielseitig. Da ist ja nicht nur das Reparieren, sondern auch der Verkauf, das ganze Radzubehör, der Kontakt mit der Kundschaft. Es gibt heute so viele verschiedene Räder. Und ich habe bald einmal gemerkt, dass eine dreijährige Lehre auch nötig ist, um dies alles kennenzulernen.

 

 Und was machen Sie am liebsten?

Ich bin sehr gerne in der Werkstatt, wo ich an den Rädern herumschrauben kann. Ich bin selber überrascht, wie schnell mir das den Ärmel rein genommen hat, zumal ich früher mit «schrüble» nichts am Hut hatte.

 

 Sie sind jetzt im zweiten Lehrjahr. Welche Arbeiten führen Sie aus?

Eigentlich alles. Das war von Anfang an so. Ich mache den kleinen Service, wo vorab Bremsen und Schaltungen neu eingestellt werden. Aber auch der grosse Service mit Lagerwechsel führe ich aus, sofern es keine Komplikationen gibt. In einem Bildungsordner sind alle Lernziele festgehalten. Einmal in der Woche besuche ich in Bern die Schule. Da ich aber Allgemeinbildung nicht mehr belegen muss, bin ich nur einen halben Tag im Unterricht. In der Abteilung Zweiradberufe sind wir drei Frauen und 20 Männer, die eine Velomechanikerlehre, und 47 Männer, die eine Lehre als Kleinmotorenmechaniker machen.

 

 Heute ist die Auswahl an Rädern riesig gross. Auf was soll man achten?

Zuerst muss man sich fragen, wofür man das Bike braucht. Als ständiges Verkehrsmittel soll es gewisse Standards erfüllen wie passende Rahmengrösse, gute Bremsen und eine einwandfreie Schaltung. Bei E-Bikes wiederum ist ein bewährter Motor wichtig wie etwa jener von Bosch oder Panasonic.

 

 Viele kaufen heute ihr Bike übers Internet zu einem vermeintlich günstigen Preis. Wie geht der Fachhandel damit um?

Ja–meistens sehen wir diese Räder dann wieder bei uns, weil schon nach kurzer Zeit etwas nicht mehr klappt. Wie heisst es doch? Wenn der Bauer schlechte Milch bringt, kann man daraus auch keinen guten Käse machen. So ist es auch bei uns. Auch wir können bei billigen Rädern keine Wunder wirken. Bei uns im Geschäft wird jedes gelieferte Rad kontrolliert, bevor es in den Verkauf geht. Grundsätzlich reparieren wir aber jedes Rad. Bei den E-Bikes führen wir den Service nur bei jenen aus, deren Vertretung wir haben, also Flyer, Tour de Suisse und Mustache. 

 

 Wenn vom Rad die Rede ist, strahlen Sie. Was fasziniert Sie denn so sehr?

Das Velo ist nun mal die beste Erfindung der Menschheit. Ein ideales Transportmittel, das wenig Platz braucht und Beruf und Sport gleichermassen dient. Man bewegt sich und macht gleichzeitig etwas für die Gesundheit. Das Rad ist so was Geniales.

«Ich bin sehr gerne in der Werkstatt, wo ich an den Rädern herumschrauben kann.»

Christine Nussbaum

angehende Velomechanikerin

«Ich habe bald einmal gemerkt, dass eine Lehre nötig ist, um dies alles kennenzulernen.»

Christine Nussbaum

Lernende

«Das Velo ist nun mal die beste Erfindung der Menschheit.»

Christine Nussbaum

leidenschaftliche Velofahrerin

Zahlen und Fakten

In vielen Berufslehren gibt es kaum Frauen

Ende 2015 zählte das Amt für Berufsbildung im Kanton Freiburg 7936 Lehrverträge in insgesamt 155 verschiedenen Berufsfeldern. Die Velomechaniker-Ausbildung war dabei nicht die einzige Lehre, die einen verschwindend kleinen Frauanteil aufwies. In insgesamt 48 Berufsrichtungen betrug der Frauenanteil unter 33 Prozent – so etwa bei den Elektroinstallateuren, wo nur vier von 272 Lernenden weiblich waren. Ähnlich präsentierte sich die Lage unter anderem bei den Informatikern (14 von 224), den Landwirten (30 von 222), den Schreinern (18 von 216), den Polymechanikern (7 von 193), den Automobil-Fachleuten (7 von 178), den Logistikern (24 von 180) oder den Automatikern (4 von 158). In insgesamt 47 Berufsfeldern besuchten ausschliesslich Männer eine Ausbildung. Zu dieser Gruppe gehören etwa die Heizungsmonteure, die Montage-Elektriker und die Polybauer. Aber auch das Gegenteil ist möglich: So wurden in insgesamt 17 Berufsrichtungen ausschliesslich Frauen ausgebildet: So etwa bei den Dentalassistentinnen, den Hotelfachleuten, den Kosmetikerinnen oder den tiermedizinischen Praxisassistentinnen. Über alle Berufslehren hinweg betrug der Frauenanteil Ende 2015 im Kanton Freiburg 38 Prozent.mz

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