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Von der Invasion der Barbaren

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Imelda Ruffieux

«Les allemands» wurden die 13 jungen Männer genannt, als sie von 1957 bis 1961 das damalige Lehrerseminar, die «École normale», besuchten. Diese Bezeichnung macht ihr damaliges Ansehen inmitten der «élèves de la classe française» deutlich. Nur alle zwei Jahre wurde eine deutschsprachige Klasse eröffnet, während sich die Französischsprachigen jedes Jahr einschreiben konnten.

Heinz Kramer erinnert sich gut: «Les allemands wurden damals von der Direktion und von einigen Professoren wohl eher als lästiger Ballast für die honorable École normale empfunden.» Der Lehrer aus Kerzers war einer der berüchtigten 13. Sie seien anfänglich als eine Art Exoten bestaunt worden. «Dies lag wohl auch daran – so scheint es in der Rückschau – dass vor allem die jungen ‹normaliens› aus den südlichen Bezirken des Kantons vorher kaum Kontakte mit ‹alémaniques› gehabt hatten.»

Heinz Kramer und seine Kollegen erinnern sich gut daran, dass ihre französischsprachigen Mitschüler von der Überlegenheit der «culture française» überzeugt waren. «Sie deuteten uns öfters durch die Blume an, dass uns halt eine gewisse ‹finesse française› fehlte.» Als die 13 jungen Lehramtanwärter zur ersten Chorgesangsstunde bei Pierre Kaelin antrabten, habe dieser sie mit dem Ausspruch «Voilà l’invasion des barbares!» empfangen. Aber daneben habe es auch freundliche und interessante Kontakte mit einigen «welsches» gegeben.

Aufmüpfige Klasse

In seinem Rückblick hält Heinz Kramer auch fest, dass er und seine Kollegen sich nicht alles gefallen liessen. «Bereits während der Seminarzeit war unsere Klasse aufmüpfiger, als es dem damaligen Erziehungsdirektor José Python lieb war.» Dessen adelige, aristokratische, konservative, verbohrte und altmodische Art habe die jungen demokratischen Gemüter geradezu zur Opposition herausgefordert.

Die 13 Seminaristen waren Kurt Blaser aus St. Antoni (Jahrgang 1941), Josef Burri aus Alterswil (1935), Edgar Dillon aus Überstorf (1938), Moritz Fasel aus Wünnewil (1938), Roman Grossrieder aus Schmitten (1941), Heinz Herren aus Grolley (1941), Heinz Kramer aus Kerzers (1942), Anton Raemy aus Plaffeien (1942), Marius Schneuwly aus Heitenried (1942), Hansruedi Schor aus Ulmiz (1942) und Heinrich Spicher aus Wünnewil (1942). Heinz Wüthrich aus Bösingen verstarb 1963. Bekanntes Mitglied der Klasse war auch der 2008 verstorbene Mundartdichter Franz Aebischer (1941). Am 19. September dieses Jahres verstarb Heinz Herren (1941). Die Seminarklasse 1957 bis 1961 hat sich nach der Ausbildung kulturell engagiert. Sechs waren als Organisten tätig, neun als Chorleiter, einer war Dirigent einer Musikgesellschaft und einer Schulfunk-Mitarbeiter.

Brevetkarte der jungen Lehrer von 1961 (erste Reihe, v.l.): Marius Schneuwly, Heinz Wüthrich, Toni Raemy; (zweite Reihe, v.l.): Kurt Blaser, Heinrich Spicher; (dritte Reihe, Mitte): Roman Grossrieder; (vierte Reihe, Mitte): Hansruedi Schor; (fünfte Reihe, v.l.): Franz Aebischer, Heinz Herren und Edgar Dillon; (unterste Reihe, v.l.): Moritz Fasel, Josef Burri und Heinz Kramer.Bild zvg

Serie

Wie es damals war: Lehrer erinnern sich

Zum Gedenktag «50 Jahre danach» haben sich die elf verbleibenden Lehrer dieser Seminarklasse in diesem Sommer getroffen. Sie liessen alte Erinnerungen aufkommen, und viele Anekdoten machten die Runde. Als bleibende Erinnerung an die Nachwelt haben sie einige Gedanken über ihre Ausbildung und ihre spätere Lehrtätigkeit in Form von Aufsätzen niedergeschrieben. Die FN bringen diese Texte in einer Serie von Gastkolumnen, die nächste Woche auf der Forum-Seite beginnt. im

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