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Von der Kreide zum Touchscreen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Stéphane Mayoraz streicht mit dem Finger über die weisse Fläche, und wie von Zauberhand erscheint eine rote Linie. Er berührt den Rand der Tafel, ein paar Knöpfe erscheinen, er drückt zwei davon, streicht mit dem Finger wieder über die Linie – und weg ist sie.

Willkommen im Schulzimmer des 21. Jahrhunderts. Mayoraz demonstriert an der Primarschule Chantemerle in Granges-Paccot das Smartboard. Seit Februar hängen dort die intelligenten Wandtafeln in den Schulzimmern. Die schweren, schwarzen Tafeln und die dazugehörige Kreide haben ausgedient. Stattdessen setzen die Lehrerinnen und Lehrer jetzt auf Interaktivität.

Mayoraz wendet sich vom Smartboard seinem Laptop zu, startet ein Programm, alles direkt auf die Tafel gebeamt. «Mit diesem Programm kann ich ein Fragespiel entwerfen», erklärt er. Er tippt ein paar Fragen ein, drückt ein paar Tasten, und auf der Tafel erscheint die Frage mit Antwortmöglichkeit samt einem lustigen Clown und farbigem Hintergrund. «Ich kann den Kindern auch iPads geben, auf denen sie die Fragen direkt beantworten können.» Die Antworten sieht er auf seinem Computer und kriegt es sofort mit, wenn etwa ein Kind Mühe hat oder ein anderes besonders schnell fertig ist.

Mayoraz stellt den Computer wieder ab und wendet sich dem nächsten Gadget zu. Es ist eine Kamera auf dem Pult, die das Gefilmte direkt auf die Tafel beamt: der moderne Hellraumprojektor sozusagen. Vorbei sind die Tage der eingeklemmten oder verschmierten Folien. Dafür sehen die Schüler jetzt die Hände des Lehrers in Grossaufnahme, wenn er geometrische Figuren auf ein Blatt Papier zeichnet.

Spontan und schnell

«Mir gefällt die Spontaneität, welche diese neuen technischen Hilfsmittel erlauben», sagt Mayoraz. «Manchmal kommen wir im Unterricht auf ein Thema, das ich so gar nicht eingeplant habe. Mit dem Smartboard kann ich rasch Bilder oder Videos dazu zeigen», sagt er. Früher sei das umständlicher gewesen: schauen, ob ein Beamer frei sei, diesen aus dem Multimediaraum holen, anschliessen, starten. «Bei diesem Prozedere überlegt man sich zweimal, ob sich das Ganze lohnt.» Er unterrichte zwar erst seit sechs Jahren, doch bereits in diesem Zeitraum habe sich viel getan.

Die Kinder sprächen gut auf die neue Technik an. Besonders Spiele gefielen ihnen. «So lernen sie, ohne es zu merken», sagt Mayoraz. Auch fänden es die Schülerinnen und Schüler spannender, eine Präsentation auf Powerpoint zusammenzustellen, als ein Plakat zu einem Thema zu gestalten.

Kann er den Zehn- bis Zwölfjährigen, die er unterrichtet, überhaupt noch etwas beibringen in Sachen IT-Kompetenz? «Definitiv. Die Kinder wissen zwar, wie man Online-Spiele spielt oder auf Youtube Videos schaut, aber viele haben keine Ahnung, wie man ein Textverarbeitungsdokument speichert oder ein Bild aus dem Internet darin einfügt.» Die technischen Möglichkeiten seien da, und es sei wichtig, dass die Kinder mit ihnen umzugehen lernten. Die Primarschule könne zwar keinen Informatikunterricht bieten, aber en passant die Basics vermitteln. Auch mit dem Schreiben auf der Tastatur hätten die Kinder Mühe. «Von Hand schreiben geht für sie schneller.»

Die moderne Technik vereinfache auch die Kommunikation mit den Eltern. Wer wolle, könne sich auf einer interaktiven Plattform anmelden, wo die Lehrer während Schulreisen etwa Fotos hochladen. Zudem gibt es für jeden Schüler ein Dossier, wo Lernziele und positive und negative Punkte aufgelistet werden. Die Eltern können den Lehrer über diese Plattform direkt erreichen, wenn etwa ihr Kind krank ist.

Was sich Mayoraz noch wünscht, sind persönliche iPads oder Laptops für jede Schülerin und jeden Schüler. Momentan verfügt die Schule zwar über diese Geräte, vier Klassen teilen sie sich aber.

Bibliothek ist out

Obwohl Mayoraz die neuen technischen Möglichkeiten schätzt, sieht er auch deren Nachteile. Er sei als Lehrer über die Plattform ständig erreichbar für die Eltern – auch an Wochenenden oder in den Ferien. Er könne zwar dadurch von zu Hause arbeiten, es sei aber auch schwieriger, sich abzugrenzen.

Zudem habe er mehr Mühe, die Kinder zu motivieren, in die Bibliothek zu gehen und Informationen in Büchern zu suchen. «Man kann das ja auch googeln», kriege er jeweils zur Antwort. Oder eine neue Sprache lernen: Die Schüler sehen den Nutzen weniger, wenn jeder Google Translate auf dem Handy hat. Auch mit längeren Texten hätten die Kinder rasch Mühe. «Vielleicht vereinfacht die Technik zu stark», sagt Mayoraz. Auch ein Problem: Für die Kinder stimme alles, was sie im Internet läsen. «Wir versuchen deshalb, ihnen beizubringen, kritisch zu denken: Sie sollen überprüfen, woher eine Information kommt, und sie abgleichen mit anderen Quellen.»

Und ganz profan: Wenn einmal der Strom oder die Internetverbindung ausfällt, läuft ganz schnell nichts mehr mit der intelligenten Tafel. Oder fast nichts. Mayoraz dreht die Seitenflügel der Tafel nach innen – und eine ganz gewöhnliche Wandtafel kommt zum Vorschein. Bei Notfällen kommt sie noch zum Einsatz.

«Mir gefällt die Spontaneität, welche diese neuen technischen Hilfsmittel erst möglich machen.»

Smartphones

Kein Whatsapp von der Schulreise

«Ganz verbieten wollen und können wir Smartphones an der Schule nicht», sagt Primarlehrer Stéphane Mayoraz aus Granges-Paccot. Doch es gebe ganz klare Regeln. Die Smartphones müssen im Schulgebäude ausgeschaltet sein. Wenn die Schülerinnen und Schüler Mayoraz’ Klassenzimmer betreten, müssen sie es in ein Körbchen beim Eingang legen. Auf Schulreisen und ins Skilager dürfen sie es nicht mitnehmen. «Wir Lehrer machen dann Fotos, die sie später erhalten, und sind als Notfallkontakt für die Eltern erreichbar.» Die Regeln werden von Schülern und Eltern gut akzeptiert und eingehalten, wie Mayoraz sagt.

Wie viele seiner zehn- bis zwölfjährigen Schüler Smartphones hätten, sei je nach Klasse stark unterschiedlich. «Es gibt Jahrgänge, da hat kaum einer ein Smartphone, und andere, da hat jeder eins.» Er beobachte, dass rasch viele Kinder ein Telefon hätten, wenn bereits mehrere Mitschüler eins haben. «Da spielt wohl der soziale Druck eine Rolle.»

nas

Zur Person

In Freiburg studiert und geblieben

Stéphane Mayoraz ist im Wallis aufgewachsen. «Ich hatte gute Lehrer und eine schöne Schulzeit – vielleicht bin ich darum jetzt auch Lehrer», sagt er. Ursprünglich wollte er Sportlehrer werden, allerdings klappte das aus verschiedenen Gründen nicht. Er absolvierte an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg die Ausbildung zum Primarlehrer. Jetzt unterrichtet er die Klassen 7H und 8H an der Primarschule Chantemerle in Granges-Paccot. «Mir gefällt es, die Entwicklung der Kinder mitzuverfolgen.» Es gefalle ihm, ihnen etwas mitzugeben, was in ihrem späteren Leben nützlich sein könne.

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