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Von einem Extrem ins andere

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Mit einem Sieg bei Servette hätte Gottéron am Dienstag die Tabellenspitze übernehmen können. Stattdessen setzte es eine diskussionslose 0:5-Pleite ab. Zu leicht war es den Freiburgern zuvor offensichtlich von den Händen gegangen. Die in dieser Höhe etwas schmeichelhaften Kantersiege zu Hause gegen Davos (6:1) und die SCL Tigers (10:3) hatten die Mannschaft hochmütig werden lassen. Die Quittung dafür hat sie in Genf prompt erhalten. Gestern in Lugano sollte sich nun zeigen, ob Gottéron die Lektion gelernt hatte. Relativ schnell kristallisierte sich heraus: Es hatte nicht. Die von Trainer Mark French geforderte Reaktion blieb aus. Ganz im Gegenteil. Eine neuerliche 0:6-Klatsche war die ernüchternde Konsequenz.

Den Gästen fehlte es nicht nur an der erforderlichen Intensität und dem nötigen Es­prit, auch die spielerische Leichtigkeit, die sie erst vergangene Woche im St. Leonhard noch über weite Strecken gezeigt hatten, ging ihnen in Lugano komplett ab. Von der defensiven Stabilität, die Gottéron lange Zeit ausgezeichnet hatte, war ebenso wenig mehr zu sehen. Das begann schon ganz hinten, im Tor bei Reto Berra, der einen schwachen Abend einzog und nach dem 4:0 mit einer Fangquote von mageren 66,6 Prozent und dem zweiten Gegentor auf dem Gewissen das Eis verliess. «Elf kassierte Tore in zwei Spielen, das ist schon sehr viel», so Benjamin Chavaillaz. «Wir haben das System nicht befolgt.» Nicht gelten lassen wollte der Verteidiger den Vorwurf, dass die hohen Siege das Team abheben liessen. «Das spielt dabei keine Rolle. Wir alle wissen, dass jedes Spiel von vorne beginnt.»

Lugano trifft aus dem Nichts

Dann also von vorne. Dass die Resega genau gleich wie die Halle Les Vernets in Genf für die Freiburger ein schwieriges Pflaster darstellt, ist hinlänglich bekannt. Schon so manche Rückreise aus diesen zwei Ecken des Landes wurde für Gottéron gefühlt noch länger, als sie sowieso schon sind. Umso mehr galt es, einen erneuten Fehlstart wie drei Tage zuvor unbedingt zu vermeiden. Dies gelang dem Gästeclub höchstens bedingt. Zwar hatte Andrew Miller nach einem schönen Doppelpass mit Julien Sprunger die Führung auf dem Stock (7.), es war dies aber die einzige zwingende Chance. Im Gegenzug kam dann Lugano zum 1:0 wie die Jungfrau zum Kinde. Die Scheibe landete irgendwie an der blauen Linie beim völlig frei stehenden Alessandro Chiesa, der zum 1:0 einhämmern konnte. Das zweite Tessiner Tor war das bereits angetönte Geschenk Berras. Der Freiburger Goalie vertändelte hinter dem Kasten die Scheibe; Maxim Lapierre sagte artig Danke. So ging Gottéron wie in Genf mit einem 0:2-Rückstand in die erste Pause. Dies bei einem Gegner, der 24 seiner bisher 29  Punkte zu Hause geholt hatte.

123 Minuten ohne Tor

Nach knapp drei Minuten im Mittelabschnitt hatte sich das mit dem Freiburger Comeback dann bereits erledigt. Nachdem Stefan Ulmer Gottéron mit dem 3:0 den nächsten Nackenschlag verpasst hatte, benötigte Luca Fazzini im Powerplay gerade einmal elf Sekunden, um das statistisch schlechteste Überzahlspiel der Liga zumindest ein wenig aufzubessern – und damit gleichzeitig das seit Saisonstart völlig ungenügende Boxplay der Gäste herauszustreichen. Mit dem vierten Gegentreffer war der Arbeitstag für Berra zu Ende. Am Gesamtbild änderte dies freilich nichts. Ersatzkeeper Ludovic Waeber konnte seine weisse Weste gerade mal sieben Minuten behalten, ehe es bei Spielhälfte schon 5:0 hiess. Die Punkte in weiter Ferne, hätten die Freiburger die restliche Spielzeit gut daran getan, sich mit kleinen Teilerfolgen, sei es der Ehrentreffer oder immerhin mit Druckphasen, die eigene Moral häppchenweise aufzupäppeln. Davon waren sie allerdings weit entfernt. Nennenswertes sprang nicht mehr heraus. Vielmehr erhöhte Lugano kurz vor Ende noch auf 6:0 und eine Mannschaft, die zuvor in fünf Partien 27-mal getroffen hatte, wartet nunmehr seit 123 Minuten auf ein Tor.

Die Woche retten

Der Sprung an die Tabellenspitze ist für Gottéron nach dem zweiten Denkzettel innert weniger Tage vorderhand nicht mehr das Thema. Vielmehr geht es darum, den Abstand zum Strich nicht noch kleiner werden zu lassen. Heute kommt Servette nach drei Duellen in Genf, die es allesamt gewonnen hat, erstmals in dieser Saison ins St. Leonhard. Das Team von Chris McSorley schlug gestern Biel und ist damit auf sechs Zähler an Freiburg herangerückt. Servette ist das einzige Team der Liga, das im laufenden Championat noch keinen Punkt von einem Auswärtsspiel mit nach Hause nehmen konnte. Gottéron, das heute wohl auf Flavio Schmutz verzichten muss, der einen Schuss abbekam, sollte grösstes Interesse daran haben, dass dem so bleibt. Oder wie es Chavaillaz sagt: «Es geht für uns darum, die Woche noch zu retten.»

Telegramm

Lugano – Gottéron 6:0 (2:0, 3:0, 1:0)

6047 Zuschauer. – SR Salonen/Koch, Wolf/Duarte. Tore: 8. Chiesa 1:0. 18. Lapierre (Sannitz) 2:0. 22. Ulmer (Klasen) 3:0. 24.  Fazzini (Chorney, Hofmann/Ausschluss Marco Forrer) 4:0. 31. Klasen (Loeffel) 5:0. 57. Lajunen 6:0 (Eigentor Stalder). Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Lugano, 3-mal 2 Minuten gegen Fribourg.

Lugano: Merzlikins; Ulmer, Wellinger; Loeffel, Julien Vauclair; Chiesa, Chorney; Riva; Walker, Lajunen, Jörg; Lapierre, Sannitz, Hofmann; Bürgler, Morini, Klasen; Fazzini, Romanenghi, Bertaggia; Reuille.

Freiburg-Gottéron: Berra (24. Waeber); Schneeberger, Schilt; Abplanalp, Stalder; Holos, Chavaillaz; Marco Forrer; Mottet, Slater, Marchon; Rossi, Bykow, Micflikier; Sprunger, Walser, Miller; Tristan Vauclair, Schmutz, Lhotak; Holdener.

Bemerkungen: Lugano ohne Haapala (überzähliger Ausländer), Ronchetti, Cunti und Sartori, Freiburg ohne Sandro Forrer und Furrer (alle verletzt) und Meunier (überzählig). Timeout Freiburg (28.). Lattenschuss Bertaggia (35.).

Die FN-Besten: Chiesa, Holdener.

Der heutige Gegner

Fakten zu Genf-Servette

• Die Genfer haben in dieser Saison auswärts noch keinen einzigen Punkt geholt. In 8  Spielen setzte es 8  Niederlagen ab. Torverhältnis: 11:37.

• Allerdings ist Gottéron Servettes Lieblingsgegner. Alle drei bisherigen Saisonvergleiche hat Genf gewonnen.

• Besonders gerne spielt Cody Almond gegen Freiburg. 5  seiner 7 Saisontore hat er gegen Gottéron erzielt.

• Genf ist wie Freiburg bullystark. Servette gewinnt 54 Prozent aller Anspiele und liegt damit direkt hinter Gottéron (54,6 Prozent) ligaweit auf Rang drei.

fm

 

 

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