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«Von einer Fusion im Sense-Mittelland profitiert der ganze Sensebezirk»

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Am 19. Mai entscheiden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Alterswil, St. Antoni und Tafers, ob sie auf den 1. Januar 2021 fusionieren wollen. Oberamtmann Manfred Raemy befürwortet die Fusion.

Warum sind Sie dafür, dass Tafers, Alterswil und St. Antoni fusionieren?

Ich bin für die Fusion, weil ich sehe, wie die Aufgaben der Gemeinden immer komplexer und anspruchsvoller werden. Zudem werden ihnen immer mehr Aufgaben übertragen. Damit die Gemeinden all diese Ansprüche erfüllen können, müssen sie genügend Personal mit den nötigen Kompetenzen haben. Zudem wird es mit unserem Milizsystem immer schwieriger, Personen zu finden, die bereit sind, in einem Gemeinderat oder in einer Kommission mitzuwirken. All dies ist in einer Gemeinde mit mehr Einwohnern einfacher zu lösen. Würden sich die drei Gemeinden zusammenschliessen, müsste man beispielsweise nur noch 9 Gemeinderatssitze besetzen statt wie heute 25.

Glauben Sie, dass die Bürgerinnen und Bürger der drei Gemeinden die Fusion annehmen?

Ich bin überzeugt, dass sie diesen weitsichtigen Entscheid treffen und dass die Fusion zustande kommt. Wichtig ist aber vor allem, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger abstimmen gehen, damit ein klares Ergebnis, egal in welche Richtung, einer Mehrheit vorliegt. Ich hoffe, dass sie dies als Chance ansehen und mithelfen, ihre Zukunft mitzubestimmen. Es wäre schön, wenn möglichst viele dieses Privileg zur Teilnahme an Abstimmungen wahrnehmen würden.

Was sagen Sie Bürgerinnen und Bürgern, die sich fragen, ob nicht die Identität, das Dorfleben, die Eigenheit der Dörfer verloren gehen?

Ich habe Verständnis dafür, dass kritische Fragen gestellt werden. Eine Fusion darf nicht nur um der Fusion willen vollzogen werden. Ich bin aber überzeugt, dass diese drei Gemeinden durch einen Zusammenschluss einen deutlichen Mehrwert erhalten. Die Identität eines Dorfs geht nicht verloren, die Vereine werden weiterhin bestehen. Nur die Verwaltung wird zusammengelegt. Es gibt Beispiele im Bezirk, wonach eine Gemeinde mit mehreren Dörfern gut funktionieren kann, etwa Wünnewil-Flamatt. Gibt es Unstimmigkeiten, dann kann man darüber diskutieren und Lösungen suchen.

Ein Argument der drei Gemeindepräsidenten war, dass eine grössere Gemeinde mehr Gewicht gegenüber dem Kanton hat. Stimmen Sie dem zu?

Tafers ist seit 1848 der Haupt­ort des Sensebezirks. Im Vergleich zu anderen Bezirken wird Tafers jedoch oft belächelt, weil es unter den Bezirkshauptorten mit Abstand die kleinste Gemeinde ist. Durch die Fusion entstünde eine Gemeinde von 7400 Einwohnern, das heisst, die zweitgrösste im Bezirk und die achtgrösste im Kanton. Diese Grösse würde dem Hauptort mehr Bedeutung geben, und er würde besser wahrgenommen. Als sprachliche Minderheit im Kanton ist es für uns wichtig, dass wir eine starke Position innehaben und geschlossen gegen aussen auftreten. Ein starker Hauptort ist die Voraussetzung, um gehört zu werden.

Eine Fusion hat nicht nur Vorteile. Ein grösseres Gebilde wird auch schwerfälliger. Was sehen Sie als grössten Nachteil eines Gemeindezusammenschlusses?

Mit einer Fusion ist immer auch eine Zentralisierung gewisser Aufgaben und Dienstleistungen verbunden. Das kann als Nachteil empfunden werden, weil damit halt auch ein Stück Autonomie verloren geht. Die Nähe zum Bürger geht um so mehr verloren, je grösser ein Gebilde wird. Wenn man aber demgegenüber die Vorteile abwägt, dann ist klar, dass sie gegenüber den Nachteilen überwiegen.

War der Fusionsweg von Tafers, Alterswil und St. Antoni Ihrer Meinung nach richtig?

Die Gemeinden haben es genau richtig gemacht, denn eine Fusion muss von der Basis kommen und nicht von oben diktiert werden, sonst funktioniert sie nicht. Es war auch richtig, dass zu Beginn des Prozesses alle Gemeinden im Mittelland angefragt wurden. Ich bedaure, dass die Gemeinderäte von St. Ursen und Heitenried schon früh Nein gesagt haben. Es wäre gut gewesen, sie hätten bei der Prüfung der Fusion mitgemacht. Sie hätten immer noch Nein sagen können, wenn alle Fakten auf dem Tisch gelegen wären. Das letzte Wort hat sowieso das Volk.

Was sagen Sie zur klaren Positionierung der drei Gemeinderäte?

Ich finde es gut, denn es ist die Aufgabe eines Gemeinderats, eine klare Linie vorzugeben. Die drei Fusionspartner haben ihre Arbeit in Bezug auf die Kommunikation gut gemacht, sie haben die Bevölkerung einbezogen, sie regelmässig und transparent informiert und alles gemacht, um möglichst viele zu erreichen.

2012 hat der Kanton seinen Fusionsplan für den Sensebezirk präsentiert. Für das Sense-Mittelland hat er vorgesehen, dass alle Gemeinden fusionieren. Denken Sie, dass dieser Vorschlag mittelfristig Realität wird?

Es sind mehrere Szenarien möglich, zum Beispiel auch eine Erweiterung des Zusammenschlusses im Sense-Mittelland. Aber auch hier muss die Initiative von der Basis kommen, sie darf nicht mit dem Vorschlaghammer passieren.

Dann ist es an den Gemeinderäten, eine Fusion anzustossen?

Ja, der Beschluss muss eindeutig in den Gemeinden reifen. Besser ist es, eine Fusion aus der Position der Stärke anzugehen als aus einer Position der Verzweiflung. Doch liegt es nicht immer auf der Hand, dass ein Gemeinderat an eine Fusion denkt, wenn es seiner Gemeinde gut geht. Es müssten also die heutigen Gemeinderäte sein, welche die künftige Problematik erkennen und erste Gespräche aufnehmen. Dann wäre es kein Betteln, sondern ein Anfragen auf gleicher Ebene, und so könnte eine gemeinsame Strategie ausgearbeitet werden.

Aber Sie werden die Gemeinden nicht entsprechend stossen?

Nein. Klar ist, dass es in nächster Zeit im Sense-Oberland weitere Gespräche mit und zwischen den Gemeinden geben wird, wie sie ihre Zusammenarbeit intensivieren können, um vielleicht mittelfristig in Richtung einer Fusion zu gehen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es nicht nur im Sense-Oberland, sondern auch im Unterland Möglichkeiten gibt, enger zusammenzuarbeiten.

Was sagen Sie zur Idee «Ein Bezirk, eine Gemeinde»?

Da bin ich sehr skeptisch. Ich finde es zwar gut, dass diese Idee im Greyerzbezirk diskutiert wird. Aber für den Sensebezirk beziehungsweise für alle sieben Bezirke des Kantons denke ich nicht, dass es eine gute Lösung ist. Dann müsste man viel weiter gehen und alle heutigen territorialen Strukturen grundsätzlich überdenken und zum Beispiel auch gleich die Notwendigkeit von Bezirken überdenken. In anderen Kantonen gibt es sie nicht mehr, etwa im Kanton Uri. Er ist flächenmässig grösser als der Sensebezirk, hat aber mit 36 000 Einwohnern etwa 8000 weniger als wir. Dort gibt es 20 Gemeinden, aber keine Bezirke.

Das ginge doch auch?

Es ginge. Ich bin jedoch der Meinung, dass eine Gemeinde eine optimale Grösse braucht, um gut funktionieren zu können, damit sie trotz der Zentralisierung von Aufgaben die Nähe zur Bevölkerung wahren kann. Wie viele Einwohner eine Gemeinde haben sollte, lässt sich nicht auf eine Zahl reduzieren. Doch es braucht eine gewisse Grösse, um die Aufgaben effizient und vor allem professionell zu lösen So ist es möglich, Leute zu motivieren, sich für die Aufgaben im Gemeinderat oder in den Gemeindeverwaltungen zu engagieren.

Werden künftige Fusionen im Bezirk auf Druck des Kantons oder auf freiwilliger Basis passieren?

Der Kanton hat bisher nicht direkt Druck ausgeübt. Im Gegenteil: Er hat Fusionen mit finanziellen Anreizen gefördert. Ich bin überzeugt, dass er dies auch in Zukunft tun wird. Indirekt wächst der Druck natürlich schon: Den Gemeinden werden mehr Aufgaben übertragen beziehungsweise sie wollen ja auch mehr Kompetenzen erhalten – doch fehlen ihnen dann wieder die Ressourcen, diese Aufgaben umzusetzen.

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Ein starker Hauptort ist die Voraussetzung, um gehört zu werden.»

Zahlen und Fakten

Neue Gemeinde auf 1. Januar 2021

Am 19. Mai stimmen die Bürgerinnen und Bürger von Alterswil, St. Antoni und Tafers an der Urne über eine Fusion ab. Stimmt eine Mehrheit zu, entsteht auf den 1. Januar 2021 eine neue Gemeinde mit rund 7400 Einwohnern und 41  Quadratkilometern Fläche. Sie soll Tafers heissen. Der Steuersatz der neuen Gemeinde ist auf 75 Rappen pro Franken Staatssteuer festgelegt worden. Auf Herbst 2020 würden dann vorgezogene Gemeinderatswahlen stattfinden, wobei Tafers einen Wahlkreis mit vier Sitzen bildet und St. Antoni und Alterswil zusammen einen mit fünf Sitzen.

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