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Von Festivals und künstlerischer Freiheit

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Von Festivals und künstlerischer Freiheit

Der Geiger Daniel Zisman ist «Artist in Residence»

An den Plakatwänden des SBB-Bahnhofs Freiburg, in den Bussen, an Schaufenstern – überall hängen die blauen Plakate von Murten Classics und zuoberst steht der Name Daniel Zisman: Ein Artist in Residence, der von den grossen Festivals nicht viel hält.

Von IRMGARD LEHMANN

Vom behinderten Bariton Thomas Quasthoff, der zurzeit in aller Munde ist, am Festival Verbier gesungen hat und jetzt in Luzern auftritt, habe er schon gehört. Die russische Sängerin Anna Netrebko, zurzeit am Festival in Salzburg hoch im Kurs, ist ihm hingegen kein Begriff. Ja, man glaubt es dem 51-jährigen Geiger Daniel Zisman, wenn er sagt, dass ihn diese grossen Festivals nicht interessieren. «Das ist ein Geschäft wie ein anderes auch.»

Viel hält er allerdings von kleineren Veranstaltungen wie etwa Murten Classics. Kleine, übersichtliche Musikfestspiele, fernab von horrenden Preisen, die sich jedermann noch leisten könne. «Ich freue mich sehr in Murten Artist in Residence zu sein», meint Zisman. Als Artist in Residence wird er mehrmals auftreten: Als Kammermusiker, als Solist mit Orchester und mit seinem Quintett «676 Nuevo Tango».

Am Festival präsent sein

«Artist in Residence» heisst auch präsent sein. Wird man den Geiger also in Bars und Hotelhallen antreffen? «Wer weiss… Zum Alkohol habe ich allerdings keine Beziehung», schmunzelt der Argentinier, der seit 27 Jahren in Bern lebt, 23 Jahre lang Mitglied des Berner Sinfonieorchesters war und jetzt freischaffender Künstler ist.

Apropos freischaffender Künstler. Daniel Zisman, Vater von drei Kindern, hat den Schritt vor zwei Jahren gewagt und sich vom festen Gefüge – wie dem Berner Sinfonieorchester, wo er Konzertmeister war – nach 23 Jahren verabschiedet. «Ein Schritt in die Freiheit zum Preis der Unsicherheit», meint er.

Um Auftritte müsse er sich nun selbst bemühen, um die «schwere Bürde der Organisation und Administration» auch. Aber hiefür gibts doch Konzertagenturen? Die müsse man aber bezahlen, bemerkt Zisman. Und fügt an: «Man muss viel arbeiten, um musizieren zu können.»

Von Buenos Aires nach Gstaad

Zisman, der vor 27 Jahren von Buenos Aires nach Gstaad gekommen ist, um Schüler Yehudi Menuhins zu werden, ist nach der Ausbildung an der Menuhin-Akademie in Bern hängen geblieben. Er wurde Mitglied des Berner Sinfonieorchesters. Doch dabei ist es nicht geblieben. Zisman gründete mehrere Ensembles. Eines davon die «I Salonisti» im Jahre 1983, ein Ensemble, das u. a. berühmt geworden ist mit dem Auftritt im Film «Titanic». Vor sechs Jahren dann das fünfköpfige Ensemble «676 Nuevo Tango» und vor zehn Jahren das Duo «Tango2» mit Sohn Michael, dem 23-jährigen Meister auf dem Bandoneon. «Mit ihm gehe ich von September bis Dezember auf grosse Deutschlandtournee», räumt Zisman ein – mit sichtlichem Stolz, dass Sohn Michael in Vaters Fussstapfen getreten ist.

Um der künstlerischen Freiheit willen

Aber warum verlässt man einen sicheren Posten wie denjenigen eines Konzertmeisters in einem grossen Orchesters? «Weil ich der künstlerischen Erstarrung entgehen wollte.» Wie bitte? «Ja es gibt so viele Dirigenten, die künstlerisch-musikalisch auf einem so tiefen Niveau arbeiten, dass einem alle Lust vergeht.»

Als Freischaffender spielt der ehemalige Konzertmeister vorab argentinische Musik. Zwischendurch dirigiert er Orchester wie etwa das Zürcher Kammerorchester und widmet sich der Komposition. Das Komponieren sei, so Zisman, die harmonischste Form musikalischer Tätigkeit. «Da ziehe ich mich von der Aussenwelt zurück und schaue nur noch nach innen.»
Konzerte mit
Daniel Zisman

l Sonntag, 21. August, um 11.15 Uhr in der Französischen Kirche Murten: Daniel Zisman, Violine, und Christina Bauer-Meyer, Klavier, spielen Werke von Gabriel Fauré, Edward Elgar und Maurice Ravel.
l Samstag, 27. August, um 20.00 Uhr im Schlosshof: Zisman ist Solist im Konzert für Violine und Orchester von Edward Elgar. Unter der Leitung von Kaspar Zehnder spielt die Sinfonietta Cracovia. Weitere Werke: Schumann Ouvertüre «Manfred» und die 8. Sinfonie von Beethoven.
l Dienstag, 30. August, um 21.45 Uhr Sommernachtskonzert im Park «Vieux Manoir»: Zisman spielt mit seinem Ensemble «676 Nuevo Tango» argentinische Musik. il

Kartenbestellung www.murtenclassics.ch, Verkehrsbüro Freiburg und Murten oder 0900 325 325.

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