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Von Geld, Macht und Einfluss

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Im Frühling hat «Theater in Freiburg» eine erfolgreiche 50. Spielzeit abgeschlossen: Das Jubiläumsprogramm bescherte dem deutschsprachigen Theaterveranstalter volle Publikumsränge und neue Abonnentinnen und Abonnenten. Auf den Lorbeeren ausruhen wollen sich die Verantwortlichen aber nicht: «Wir wollen weiterhin Theater von guter Qualität bieten», sagt Vorstandsmitglied Karl Fäh gegenüber den FN. Das sei auch für die Saison 2014/2015, die am 3. Oktober mit dem Musiktheater «Queen of Rock» startet, gelungen.

Allerdings sei es mit den Jahren nicht einfacher geworden, ein gutes Programm zu schnüren: «Heute planen wir eineinhalb Jahre im Voraus», so Fäh, der seit 25 Jahren bei «Theater in Freiburg» dabei ist. Das liege einerseits an den eingeladenen Schauspieltruppen, die ihre Tourneen in Süddeutschland und der Schweiz möglichst gut koordinieren wollten. Andererseits seien auch auf Seiten von «Theater inFreiburg» die organisatorischenZwänge grösser geworden, nicht zuletzt mit dem Umzug ins Equilibre 2012. Ein grosser Teil des Publikums bevorzuge Aufführungen am Freitagabend, so Fäh. Weil dies aber in allen Sparten so sei, könne «Theater in Freiburg» nur einen Freitag pro Monat in Anspruch nehmen. «Das macht es manchmal schwierig, genau an diesem Freitag ein gutes Stück zu bekommen.»

Noch ein Jubiläumsanlass

Trotzdem darf sich das Publikum auf eine vielseitige neue Saison freuen. Für die Abo-Inhaber und geladene Gäste beginnt diese bereits am 19. September. Dann schliesst «Theater in Freiburg» mit einem Festanlass das 50-Jahr-Jubiläum ab. Festredner sind nebst Theaterpräsident Franz Baeriswyl alt Staatsrätin Ruth Lüthi und Historiker Hubertus von Gemmingen, beides treue Theatergänger. Dabei gehe es weniger um einen Rückblick, als darum, den deutschsprachigen Theatergastspielbetriebkulturpolitisch zu verorten, betont Karl Fäh. «Wir wollen zeigen, wie wichtig es ist, dass es ‹Theater in Freiburg› auch in Zukunft gibt.»

Tina Turner und Dürrenmatt

 Von Oktober bis März läuft dann der reguläre Theaterbetrieb, wie gewohnt mit sechsAufführungen im Abonnementund einem Familien-Märchenspiel. So unterschiedlich die Aufführungen sind, zieht sich doch ein roter Faden durch die ganze Saison: In verschiedenen Variationen geht es um Macht und Einfluss, um Erfolg und Scheitern. Diese Themen spielen auch in der Biografie des Rockstars Tina Turner eine Rolle. Deren Leben und Karriere bringt das Theater a.gon München zum Auftakt der Spielzeit auf die Bühne. Die Rolle der Tina Turner im Musiktheater «Queen of Rock» spielt Gina Dunn.

Drei gesellschaftskritische Stücke drehen sich um Geld und Macht: das 2012 uraufgeführte Drama «Die Opferung des Gorge Mastromas», eine Bühnenversion von F. Scott Fitzgeralds «Der grosse Gatsby» und der Dürrenmatt-Klassiker «Der Besuch der alten Dame». Vielversprechend ist das Stück «Jeder stirbt für sich allein», eine Dramatisierung des gleichnamigen Romans von Hans Fallada aus dem Jahr 1947. Das dokumentarische Stück behandelt auf eindringliche Weise den Widerstand der kleinen Leute während des Nazi-Regimes. Leichtere Kost gibt es zum Saisonabschluss mit der Komödie «Wir lieben und wissen nichts», die derzeit zu den meistgespielten Stücken auf deutschen Bühnen zählt.

Eine Koproduktion von «Theater in Freiburg» und dem Equilibre/Nuithonie ergänzt das Programm: Das Talman Ensemble und der Musiker Gustav widmen sich dem «Don Quijote»-Stoff–ein schauspielerisches und musikalisches Feuerwerk ist garantiert.

«Ein Stück unbestrittenes Sprach-Territorium»

Deutschsprachiges Theater in Freiburg: Das bietet «Theater in Freiburg» seit über 50 Jahren. Die Deutschfreiburger Theaterfans profitieren gerne von dem Angebot: Rund 330 Personen leisten sich derzeit ein Saisonabonnement. Drei von ihnen sagten den FN stellvertretend, warum.

Der abwechslungsreiche Spielplan, die Funktion als Deutschfreiburger Treffpunkt oder die Suche nach Inspiration für das eigene Theaterspiel: Es gibt viele Gründe, warum dieTheatergänger «Theater in Freiburg» schätzen. Die FN wollten es von drei Abo-Inhabern genauer wissen.

Antonia Zurbriggen-Lämmli, Wünnewil:

«Ungern abonniert auf Kulturelles, weil Gelegenheiten am Schopf zu packen genüsslichere Momente verspricht als ein Agendaeintrag, ist mir das Abonnement von ‹Theater in Freiburg› doch seit vielen Jahren ‹teuer›. Ich denke, dass es die Treue seiner Anhängerschaft nicht nur verdient, sondern auch braucht. Jede Saison lasse ich mich überraschen. Klassiker und Experimentelles werden von jeher in einem bekömmlichen Mix angeboten, wobei auch experimentelle Klassiker und konservative Experimente über die Bühne gingen.

Durchgefallen ist selten etwas, und wenn, hat es denPausenaustausch prägnant belebt. Das grosse Engage- ment der Programmverantwortlichen verdient Bewunderung und Dank.

Eher schwer gewöhne ich mich an den Equilibre-Komfort. Selbst ohne quietschende Aula-Sitze ist die akustische Zuverlässigkeit mässig geblieben. Auch reichen weder die Steiltreppen noch das Foyer an die gemeinschaftsbildende Architektur einer Ehrenhalle der Miséricorde heran. Schade. Denn ‹Theater in Freiburg› ist auch ein Treffpunkt für ei- ne besondere Bevölkerungsgruppe: Was es errungen hat, sichert den Deutschfreiburgern ein Stück unbestrittenes Sprach-Territorium.»

Bernhard Aeby, Plasselb:

«Ich besuche die Aufführungen von ‹Theater in Freiburg› seit etwa zehn Jahren regelmässig. Als Sensler ist es mir wichtig, am deutschsprachigen Kulturleben in Freiburg teilzuhaben. Ausserdem will ich damit die Leute um Präsident Franz Baeriswyl, die sich mit grossem Engagement einsetzen, unterstützen. Am meisten schätze ich die abwechslungsreiche Mischung des Spielplans. Dieser bietet Erstaunliches, von bekannten Bühnenklassikern über Musicals bis zu modernen Inszenierungen. Für jede und jeden ist etwas dabei.

Früher, in der Aula der Universität Miséricorde, waren der Strassenverkehrslärm und das Krachen der Holzsitze oftmals enervierend. Im Equilibre sind die Akustik und die bequemen Sitze hervorzuheben.

Nebst dem ‹Theater in Freiburg› gehe ich gelegentlich im Kellerpoche in Freiburg und an meinem Wohnort in Plasselb ins Theater.»

Heidi Steingruber, Freiburg:

«Ich bin seit zwei Jahren pensioniert und habe jetzt wieder Zeit, ins Theater zu gehen. Darum habe ich letztes Jahr wieder ein Abonnement gekauft. In meiner Berufszeit hatte mir dazu einfach die Zeit gefehlt. Ich musste mich entscheiden zwischen Konzert- und Theaterabo, und als Klavierlehrerin waren mir die Konzerte wichtiger. Dass ich jetzt wieder ins Theater gehe, hat aber auch mit meiner neuen Tätigkeit zu tun. Seit Kurzem mache ich in der Deutschfreiburger Senioren-Theatergruppe mit. Professionelles Theater zu sehen, ist darum fast ein Muss: Ich denke, dass ich von den professionellen Schauspielern einiges lernen kann.

Mit dem Equilibre bin ich ganz zufrieden. Ich sitze in der Mitte des Saales und habe einen guten Platz. Die Uni-Aula hat mir zwar als Raum besser gefallen, doch das Knarren der Stühle war ein konstanter Störfaktor, vor allem bei Konzerten. Ausser zu ‹Theater in Freiburg› gingen wir früher oft ins Stadttheater Bern und besuchten vorab Opern. Jetzt machen wir das nicht mehr, da uns die neuen Inszenierungen nicht mehr ansprechen.» cs

Programm

Die Spielzeit 2014/2015 im Überblick

Fr., 3. Oktober, 19.30 Uhr:«Queen of Rock» (Musical über Tina Turner von Christian Auer und Anna Bechstein). Theater a.gon München.

Fr., 7. November, 19.30 Uhr:«Die Opferung von Gorge Mastromas» (Drama von Dennis Kelly). Theater Kanton Zürich.

Di., 2. Dezember, 19 Uhr; Do./Fr., 4./5. Dezember, 20 Uhr (Nuithonie, ausser Abo):«Don Quijote» (Musiktheater nach Dale Wassermann). Talman Ensemble und Gustav.

Mi., 3. Dezember, 19.30 Uhr:«Der grosse Gatsby» (Dramatisierung von Rebekka Kricheldorf nach F. Scott Fitzgerald). Theater Marie Aarau.

Fr., 23. Januar, 14 und 19 Uhr (ausser Abo):«Schneewiissli & Roserot» (Märchenspiel nach den Gebrüdern Grimm, für Kinder ab vier Jahren). Verein Schweizer Kinder- und Jugendtheater Zürich.

Do., 5. Februar, 19.30 Uhr:«Jeder stirbt für sich allein» (Dramatisierung von Volkmar Kamm nach Hans Fallada). Altes Schauspielhaus Stuttgart/ Euro-Studio Landgraf.

Fr., 27. Februar, 19.30 Uhr:«Der Besuch der alten Dame» (Tragikomödie von Friedrich Dürrenmatt). Theater St. Gallen.

Fr., 27. März, 19.30 Uhr:«Wir lieben und wissen nichts» (Schauspiel von Moritz Rinke). Euro-Studio Landgraf.cs

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