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Von Kindern und Jahrhunderttalenten

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Autor: Matthias Fasel

Die Sportwelt macht momentan Pause. Kaum Events, kaum News. Höchstens einmal eine Meldung «Radfahrer xy ist des Dopings überführt worden». Doch die Nachricht «Radfahrer xy ist des Dopings überführt worden» löst beim Leser etwa denselben marginalen Aha-Effekt aus wie die Schlagzeilen «Der Friedensprozess im Nahen Osten hat einen Rückschlag erlitten», «Die SCL Tigers sind in den Playouts» oder «Der FC Freiburg hat finanzielle Probleme».

So sorgen momentan vor allem Kinder für Schlagzeilen. Auch Freiburger. Der 15-jährige Wünnewiler Damien Raemy zum Beispiel, der seinen ersten Motorrad-GP fahren durfte und bei dem man nicht genau weiss, ob er zuerst laufen oder Töfffahren lernte. Doch er ist heute geradezu ein alter Mann im Vergleich zu Mauricio Baldivieso. Dessen Vater scheint es mit der Frühpensionierung, Ruhm und Ehre für die Familie – oder was auch immer ihn antreibt – besonders eilig zu haben. Er wechselte letzte Woche in der bolivianischen Profiliga zehn Minuten vor Schluss seinen 12-jährigen Sohn ein. Haben Sie das an Grümpelturnieren auch schon erlebt? Sie haben gerade Freude am Spiel gefunden und schon bereitet der Gegner dem Spass ein Ende, indem er ein Kind einwechselt und Sie nicht mehr richtig in die Zweikämpfe dürfen? Jenry Alaca kennt dieses Problem nicht. Der Verteidiger des FC La Paz grätschte dem 12-Jährigen kurzerhand von hinten in die Beine. Nur klar, dass das arme Bürschchen minutenlang am Boden liegen blieb und ihm Tränen übers Gesicht rollten.

Ein schlechtes Gewissen hatte Papa trotz 0:1-Niederlage und Bobo seines Sohnes nicht. Er sei stolz auf seinen Sohn und wolle das Jahrhunderttalent behutsam aufbauen, liess er verlauten. Jahrhunderttalent? Da war doch was. Genau, Johan Vonlanthen war auch einmal ein Jahrhunderttalent. Früher schien sein Fuss geradezu eine magische Anziehungskraft auf das Leder zu haben. Zuletzt sah es eher danach aus, als ob die Reserve-Bank eine magische Anziehungskraft auf seinen Hintern hätte. Zum Glück hat auch er nun wieder den Weg in die geschützte Werkstatt namens Super League gefunden.

Der ehemalige Flamatt-Spieler ist der beste Beweis dafür, wie schnell aus einem Jahrhunderttalent ein Otto Normalsportler wird. Und wer hat das wieder einmal gewusst und geschickt vorgesorgt? «Rodscher», der alte Fuchs. Perfektionist, der er nun einmal ist, hat er sich gleich zwei Jahrhunderttalente besorgt. Der Meister macht eben keine halben Sachen.

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