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Von Kriegern und Handwerkern

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Der Mont Vully um 1000 vor Christus: Eine grosse Befestigung umschliesst rund 30 bis 50 Häuser auf dem markanten Hügel. Die Gebäude sind aus Holz, manche mit einem Steinfundament, andere mit Lehmwänden. In manchen gehen Handwerker ihrem Geschäft nach: Sie stellen Werkzeuge, Waffen oder Schmuck aus Bronze her. Andere zimmern Wagen aus Holz oder formen Töpfe aus Lehm. In grösseren Häusern ruhen sich vielleicht Krieger aus, die von einem siegreichen Kampf zurückgekehrt sind.

Wer vom Mont Vully in die Umgebung blickt, der dürfte viele andere Siedlungen erblicken. Dazwischen wenig Wald, viele Getreidefelder und Weiden oder Gehege für Rinder, Ziegen oder Schweine.

«Gewaltige Entwicklung»

«Die meisten Menschen damals waren Bauern», sagt Archäologe Michel Mauvilly. Er spricht von der Bronzezeit, die von 2300 bis 800 vor Christus dauerte (siehe Kasten).

In der Bronzezeit könne man eine «gewaltige Entwicklung» beobachten, sagt Michel Mauvilly. Vieles wurde dank der Bronze möglich. Sie ist eine Mischung aus zwei Metallen und besteht zu rund 90 Prozent aus Kupfer und zu rund 10 Prozent aus Zinn. Kupfer kommt in den Alpen vor, Zinn gibt es nur an wenigen Orten in Europa: in Spanien, Westfrankreich und England. Für die Herstellung von Bronze brauchte es also neben handwerklichem Geschick einen weitreichenden Handel zwischen diesen Gegenden und den Alpen – und Menschen, die ihn kontrollierten.

«In dieser Zeit gab es eine stärkere Hierarchie in der Gesellschaft», sagt Michel Mauvilly. Eliten kontrollierten wahrscheinlich einen Teil des Handels und häuften Reichtümer an, die sich noch Jahrtausende später in üppigen Grabhügeln finden. Spezialisierte Handwerker stellten diese Reichtümer – Waffen, Schmuck oder Werkzeuge – her. Und weil es immer mehr dieser Güter gab, empfanden die Menschen ein steigendes Bedürfnis nach Schutz, und Krieger sorgten für diesen. Es kam häufiger zu Konflikten, ja Kriegen. «Es war keine besonders ruhige Zeit», so Michel Mauvilly.

Die Bronzewerkzeuge erlaubten den Menschen aber auch ganz neue Techniken zum Beispiel beim Häuserbau oder in der Landwirtschaft. Die Bauern nutzten nun zum Beispiel Sicheln aus Bronze, um ihr Getreide zu ernten. Die Menschen begannen in der Bronzezeit zudem, Wagen herzustellen, und nutzten Pferde, um sie zu ziehen.

Mehr Menschen

Mithilfe der neuen Techniken konnten mehr Menschen ernährt werden, die Siedlungen wurden grösser und es gab immer mehr von ihnen. Die Archäologen fanden nur wenige Spuren von Dörfern aus der frühen Bronzezeit auf dem heutigen Kantonsgebiet. In der späten Bronzezeit gab es nachweislich mehrere hundert Siedlungen. Während in der frühen Bronzezeit die Dörfer rund 10 bis 20 Häuser umfassten, waren es in der späten Bronzezeit 50 bis 80 Häuser.

«Allein zwischen Murten und Kerzers haben wir bei Ausgrabungen alle zweihundert bis dreihundert Meter Spuren von Siedlungen gefunden», sagt Michel Mauvilly. Es gab drei Typen von Siedlungen: grössere Dörfer, manchmal befestigt, kleinere Weiler und einzelne Bauernhöfe. Dabei konnte es sich um Pfahlbauten an Seeufern handeln, aber auch um Siedlungen auf dem Land. Die Menschen siedelten auf einer Höhe von bis zu 800 Metern über Meer, und sogar in den Voralpen finden sich Spuren von ihnen. «Wahrscheinlich zogen einige im Sommer mit ihren Tieren in die Voralpen, ähnlich wie heute», sagt Michel Mauvilly.

Tausende von Scherben

Doch wie lässt sich heute überhaupt bestimmen, wo sich vor rund 3000 Jahren eine Siedlung befand? «Wir sehen das vor allem, wenn sich viele Spuren von Feuerstellen, Pfostenlöcher und Gruben nahe beieinander befinden», sagt Michel Mauvilly. Oder auch Keramik: «In Ried bei Kerzers zum Beispiel haben wir 50 000 Scherben gefunden.»

Ein weiterer Indikator sind Gräber. Um 1800 vor Christus entstanden kleine Gräberfelder, zum Beispiel in Tafers und St.  Antoni. Ab 1550 vor Christus kam ein neuer Brauch auf: Mitglieder der Elite wurden in Grabhügeln bestattet, zusammen mit Waffen und Schmuck. Solche Hügel haben die Archäologen zum Beispiel in Löwenberg bei Murten gefunden. «Dort wurden wahrscheinlich Menschen bestattet, die kleinere Gebiete und den Handel kontrollierten», sagt Michel Mauvilly.

Ab 1200 vor Christus wurden Gräber und Grabbeigaben für mehr Menschen zugänglich. Sie wurden nicht mehr in der Erde bestattet, sondern eingeäschert, und die Asche wurde dann zusammen mit Grabbeigaben in eine Urne gegeben und diese im Boden bestattet. In Fendringen bei Bösingen haben Archäologen rund zehn solcher Urnengräber gefunden.

Die Archäologen haben in der Bronzezeit auch Spuren von ersten grossen Festplätzen der Menschen entdeckt: etwa mehrere grosse Feuerstellen in Murten. Michel Mauvilly sagt: «Wir haben in der ganzen Schweiz solche Plätze gefunden. Wahrscheinlich kamen dort viele Menschen für spezielle Feste zusammen.» Wie und warum die Menschen damals feierten, wissen die Forscher allerdings nicht.

In einer losen Serie blicken die FN mit Archäologe Michel Mauvilly zurück in die Frühgeschichte. Wir beleuchten, wie die Menschen in jenen Epochen auf dem Gebiet des heutigen Kantons Freiburg lebten.

Chronologie

Die Bronzezeit

Die Bronzezeit dauerte von 2300 bis 800 vor Christus und charakterisiert sich durch den Gebrauch von Bronze. Die Archäologen unterscheiden drei verschiedene Perioden: die Frühbronzezeit von 2300 bis 1550 vor Christus, die mittlere Bronzezeit von 1550 bis 1200 vor Christus und die Spätbronzezeit von 1200 bis 800 vor Christus. Während es auf dem Gebiet des heutigen Kantons Freiburg nur wenige Spuren von Siedlungen aus der Frühbronzezeit gibt, häufen sich diese in der Spätbronzezeit. Auffällig ist, dass Forscher Pfahlbauten nur aus der Zeit von vor 1550 vor Christus und nach 1050 vor Christus gefunden haben, aber nicht aus der Zeit dazwischen. «Es ist möglich, dass das Klima damals sehr feucht war und der Pegel der Seen anstieg», sagt Archäologe Michel Mauvilly. Das würde das Fehlen von Funden erklären. Freiburg war schon damals ein Drehkreuz für den Handel und von verschiedenen Kulturen beeinflusst. So finden sich etwa im Greyerzerland Einflüsse aus Norditalien und dem Wallis, im Sensebezirk hingegen aus Süddeutschland und der Ostschweiz.

nas

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