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Von Morden und anderen Todesfällen

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Von Morden und anderen Todesfällen

Im Theater in Freiburg geht es in der Saison 2005/2006 buchstäblich um Leben und Tod

Meuchelmord, Selbstmord, vorgetäuschter Selbstmord, ein schöngeredeter Tod im Lungensanatorium oder der grausame Pesttod im Mittelalter: Der Tod in unterschiedlichem Gewand ist das Leitmotiv der bevorstehenden Spielzeit von Theater in Freiburg.

Von KARL FÄH

Wie gehen Menschen mit dem Tod um? Wie weit sind sie selbst mitschuldig am Tod anderer? Seit der Antike konfrontieren Bühnendichter ihr Publikum mit diesen Fragen. Kein Bühnentod lässt die Zuschauer unbeteiligt: Sie erstarren in Furcht und Schrecken, erleben ein Wechselbad der Gefühle oder verzweifeln an ihren Gewissensbissen. Der Tod erst stellt auf eindringliche Weise die Frage nach dem Wert des Lebens.

Unterschiedliche Theaterautoren geben im diesjährigen Theaterprogramm unterschiedliche Antworten auf die Frage nach dem Tod: Thomas Mann erzählt von einer schmerzhaften Symbiose von Liebe und Tod, Peter Barnes rückt dem Tod mit Gauklerspiel und Lachen zu Leibe, Martin Walser und Carl Djerassi versuchen in ihren Stücken dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, und Gerold Theobald zeigt, wie Martin Luther Kings Traum von einem gerechteren Leben selbst den Tod überdauert. Formal reicht die Palette vom Thriller über politisches Theater bis zur Kriminalkomödie. Die sechs Spiele um Liebe und Tod garantieren spannende, unterhaltsame, heiter-ironische und nachdenkliche Theatermomente.

Der Zauberberg

Von Thomas Mann. Gespielt vom Euro-Studio Landgraf.

1912 besuchte Thomas Mann seine Frau Katja im Sanatorium in Davos. Dort liess er sich zu einer Novelle inspirieren, aus der ein zweibändiger Epochenroman entstand. Darin zeichnet Thomas Mann ein ironisches Porträt der kränkelnden Gesellschaft in einer scheinbar heilen Bergwelt vor dem Ersten Weltkrieg. Der Gesundheitsfimmel der Reichen und Schönen, ihre Angst vor dem Tod und die krankmachende Atmosphäre eines Sanatoriums sind bestens getroffen. «Der Zauberberg» verzaubert seine Bewohner und Besucher, so auch den naiven Hans Castorp. Er erlebt, wie nahe Liebe und Tod hier nebeneinanderstehen.

Zum Thomas-Mann-Jahr 2005 (50. Todestag) haben Vera Sturm und Hermann Beil Teile des Mannschen Romans dramatisiert. Entstanden ist eine witzige Bühnenversion mit einprägsamen Bildern. Die bisherigen Aufführungen in Österreich, Dresden und Mainz haben das Publikum begeistert.

Ein Inspektor kommt

Von John B. Priestley. Gespielt von Theatergastspiele Kempf, München.

Im englischsprachigen Raum ist John B. Priestleys Theater-Thriller bestens bekannt. Das Enthüllungsdrama ist eine explosive Mischung aus Ödipus-Tragödie, Hitchcock-Film und existenzialistischem Stück à la Sartre. Die Geschichte spielt im Jahr 1912 in England. Polizei-Inspektor Goole platzt in die Verlobungsidylle der Familie Birling und stellt kritische Fragen zum Tod eines Mädchens. Sind einzelne Familienmitglieder darin verwickelt? Der spannende Schluss lässt keinen Zuschauer kalt und wirft Licht und Schatten auf verborgene Winkel des menschlichen Bewusstseins. Priestleys Kritik an Elite-Dünkel, Machtgier, skrupelloser Bereicherung und gespaltener Moral gewisser Gesellschaftskreise hat nichts von ihrer Brisanz verloren.

Bekannte deutsche Schauspieler unter Regie des amerikanischen Regisseurs Barry L. Goldmann erarbeiteten eine spannende und zugleich beklemmende Inszenierung.

Ein fliehendes Pferd

Von Martin Walser. Gespielt vom Theater Biel/Solothurn.

Der Theatermacher Ulrich Khuon hat Martin Walsers berühmte Novelle «Ein fliehendes Pferd» aus dem Jahr 1978 dramatisiert. Walser hat das Szenario danach überarbeitet und ergänzt. Entstanden ist ein Psycho-Drama, ein kriminalistisches Kammerstück.

Zwei Ehepaare treten darin gegeneinander an: Der Studienrat Helmut Halm mit seiner Frau Sabine und Helmuts Schul- und Studienfreund Klaus mit einer jungen Geliebten namens Hel. Diese beiden laden sich beim gesetzteren Ehepaar ein und vermasseln dessen Urlaub gründlich. Klaus, der erfolgreiche Gesundheitsbuch-Autor, provoziert Helmut und Sabine mit seinem sexprotzenden Jugendlichkeitsgehabe und lädt dann, trotz Sturmwarnung, zu einer Segelpartie ein. Dabei ertrinkt er fast selber. Im zweiten Akt sehen wir die Frauen, wie sie auf ihre Männer warten. Welchem Lebensentwurf sollen wir Recht geben? Sollen wir das Pferd in uns zähmen oder sollen wir es fliehen lassen?

Rote Nasen

Von Peter Barnes. Gespielt vom Theater Kanton Zürich.

Peter Barnes Gauklerstück spielt im Mittelalter, in Zeiten von Pest, Leiden und Tod. Mitten in der Verzweiflung entdeckt ein Mönch das Lachen, schart eine Gauklertruppe um sich und tröstet die Kranken und Sterbenden mit derb-komischer Unterhaltung. Ist dies nun gotteslästerliches Tun oder ein Akt des Mitgefühls und der Barmherzigkeit? Soll man angesichts von Leid und Not sauertöpfisch in die Welt gucken? Oder hilft befreiendes Lachen, um gegen Krankheit und Tod bestehen zu können?

Solchen und ähnlichen Fragen stellt sich das Theater des Kantons Zürich unter Leitung von Jordi Vilardaga, wenn es Peter Barnes Stück auf die Bühne bringt. Auf ihre interessanten Antworten darf man gespannt sein.

Ego – Drei auf der Couch

Von Carl Djerassi. Gespielt vom Euro-Studio Landgraf.

In Djerassis Thriller hat Erfolgsautor und Pulitzer-Preisträger Stephen Marx zwei Wünsche, die er auf jeden Fall verwirklichen möchte: Seinen eigenen Nachruf in der Presse lesen und unter anderem Namen ein neues Leben beginnen, in dem er als Newcomer mit einem Roman gross herauskommt. Marx schreitet zur Tat und täuscht seinen Tod bei einem Segelunfall vor. Bald darauf erscheint er unter dem angenommenen Namen T.H. Mann als neu aufgehender Stern am Literaturhimmel. Einzig seinen Therapeuten Dr. Theodor Hofmann hat er andeutungsweise in seinen Plan eingeweiht.

Die Sache hat allerdings einen Haken: Er hat vergessen, die Festplatte seines Bürocomputers zu löschen. Was, wenn seine Frau Miriam die Datei zu dem neuen Roman findet? Es kommt noch schlimmer. Die beiden misstrauen ihrem Therapeuten und laufen einander noch am selben Abend in die Arme. Miriam hat sich eine perfide Rache ausgedacht, die Stephens Zukunftspläne wie eine Seifenblase zerplatzen lassen, so dass er sich nun wünscht, wirklich gestorben zu sein.

I have a dream

Von Gerold Theobalt, mit Musik von Ron Williams. Gespielt von Theatergastspiele Kempf, München.

In den Fünfzigerjahren träumte der bekannte Prediger und Bürgerrechtskämpfer Martin Luther King den Traum von einem gewaltlosen Kampf gegen Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung der Schwarzen in Amerika. Diesen Traum bezahlte er mit seinem Leben. Er wurde hinterrücks erschossen. So sinnlos und grausam sein Sterben war, so nachhaltig wirkt sein Lebenstraum fort.

Diesen Traum hat der Dramaturg Georg Theobalt zu einem engagierten Theaterstück mit schwarzen Schauspielern umgesetzt, das mit den Mitteln der Revue, des Gospelsongs und der Dokumentation arbeitet. Diese in Deutschland äusserst erfolgreich angelaufene Produktion mit vielen internationalen Sch

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