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Von tollkühnen Tüftlern und Pionieren

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Der Lärm, der 1882 aus dem unscheinbaren Gartenhaus in der Taubenheimstrasse dringt, fährt den Cannstattern durch Mark und Bein: Bis tief in die Nacht wird dort geklopft und gebohrt, gestanzt und gefeilt. Der Verdacht liegt nahe: Hier können nur Falschmünzer am Werk sein. Die Cannstatter verständigen deshalb die Polizei, die umgehend ausrückt und den Unruhestifter auf frischer Tat ertappt. Was die Polizisten im Gartenhaus erblicken, sind aber keine Betrüger. Sondern zwei Erfinder bei der Arbeit: Hausherr Gottlieb Daimler und sein Angestellter Wilhelm Maybach tüfteln am ersten schnelllaufenden Benzinmotor. Erprobt wird dieser am sogenannten «Reitwagen», dem ersten Motorrad der Weltgeschichte.Nur knappe 100 Kilometer vom Stuttgarter Stadtbezirk Cannstatt entfernt verfolgt ein weiterer Erfinder ein ähnliches Ziel: In Mannheim baut Carl Benz seinen liegenden Einzylindermotor in ein Dreirad-Fahrgestell ein. Er entwirft dabei ein komplettes Fahrzeug mit integriertem Verbrennungsmotor, das er 1886 zum Patent anmeldet–es ist die Geburtsstunde des Automobils.

Dem Mythos auf der Spur

130 Jahre sind seit den wegweisenden Erfindungen von Carl Benz und Gottlieb Daimler vergangen. Im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart lässt sich die Geschichte des Automobils aus dem Hause Daimler erneut erleben. Der Besuch im architektonisch eindrücklichen Museum, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert, beginnt mit einer Zeitreise. Per Aufzug werden die Besucher aus aller Welt in die Höhe getragen und gleichzeitig in eine Zeit zurückversetzt, in der das Automobil nicht viel mehr als eine Vision in den Köpfen einiger tollkühner Tüftler war.

«Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung», soll Wilhelm II. einst gesagt haben–eine von vielen grandiosen Fehleinschätzungen des letzten deutschen Kaisers. Die motorenbetriebenen Gefährte treten am Ende des 19. Jahrhunderts nämlich einen beispiellosen Aufstieg an. Eng verbunden ist die Erfolgsgeschichte des Automobils mit den technischen Errungenschaften von Daimler und Benz. 1924 beschliessen die beiden süddeutschen Pioniere die Gründung einer Interessengemeinschaft. 1926 ist die Fusion der Daimler-Benz AG Tatsache. Damals wie heute gehört der Daimler-Konzern zu den weltweit einflussreichsten Autobauern.

Anhand von über 160 Fahrzeugen und rund 1300 weiteren Exponaten durchlebt der Besucher auf neun Ebenen die Firmengeschichte des Stuttgarter Unternehmens. Der Schwerpunkt der Ausstellung, die sich in zwei Rundgängen–dem chronologischen «Mythosrundgang» und dem thematisch angeordneten «Collectionsrundgang»–helixgleich in Richtung Erdgeschoss dreht, liegt dabei auf der Kernmarke Mercedes. Die Reise durch die zwölf grossen Ausstellungsräume ist ein multimediales Erlebnis: Computer- und Fernsehbildschirme liefern Bildmaterial aus jeder Epoche; aus Lautsprechern dringt passende Musik. Im Ausstellungsbereich, der den «Silberpfeilen»–den Rennwagen von Mercedes-Benz–gewidmet ist, heulen die Motoren auf. 

Ob Informationen zur Zeitgeschichte, Angaben zu technischen Details oder spannende Geschichten für Kinder und Junggebliebene: Per Audioguide können sich die Besucher die Themen, zu denen sie auf ihrer Tour durch das Gebäude mehr erfahren möchten, selbst zusammenstellen. Ein Besuch in Stuttgart lohnt sich so sowohl für Autofans als auch für Geschichtsliebhaber auf jeden Fall.

Ob Politiker oder Sportler: Promis fahren Mercedes-Benz. Für Rennsportfans: Auch die «Silberpfeile» sind Teil der Ausstellung. Spannend: Das Museum zeigt die Anfänge des Automobils. Jubiläum: Das Museum wurde 2006 am Daimler-Firmensitz eröffnet. 

Zahlen und Fakten

Ein Museum von eindrücklicher Dimension

Seit seiner Eröffnung am 19.Mai 2006 bewegt das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart die Massen. Weit über sieben Millionen Personen haben das Automobilmuseum in den zehn Jahren seines Bestehens besucht und sich von dessen Dimensionen beeindrucken lassen: 47,5 Meter Gebäudehöhe, 16500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, über 210000 Kubikmeter umbauter Raum und ein Gesamtgewicht von rund 110000 Tonnen. 100 Kilometer Heizungsrohre sind im Gebäude verbaut. Die Fassade besteht aus 1800 Fensterscheiben, jede davon ein Unikat. Rund 38000 Werkpläne und 50 Überarbeitungen sollen bis zur Fertigstellung des Museums nötig gewesen sein. Das Ausstellungskonzept, das mit seinen beiden sich um ein Atrium windenden schrägen Ebenen an die Doppelhelix einer DNA erinnert und dem Besucher zwei Rundgänge durch die Ausstellung ermöglicht, entstand im Stuttgarter Büro des Architekten Hans-Günther Merz. Das Gebäude selber stammt von Ben van Berkel und Caroline Bos. Auf 16500 Quadratmetern und neun Ausstellungsebenen sind insgesamt 160 PKW, LKW, Busse und Rennfahrzeuge zu sehen. Ein Wasser-, zwei Luft-, und drei Schienenfahrzeuge sowie 19 Motoren und rund 1300 weitere Exponate komplettieren die beiden Rundgänge. Mit 3000PS ist der Rekordwagen T80 das stärkste Fahrzeug im Museum. Das schwächste Fahrzeug, der «Reitwagen» von Gottlieb Daimler, hat 0,5 PS. Das Museum ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet und verfügt über ein Restaurant, eine Cafébar und einen Museumsshop.mz

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