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Von vorne das Spektakel – von hinten der Abfall

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Von vorne das Spektakel – von hinten der Abfall

Wie Rollstuhlfahrer im St. Leonhard einen Gottéron-Match erleben

Im St. Leonhard sind unter den Zuschauern jeweils auch rund zehn Rollstuhlfahrer mit ihren Begleitern. Der Eintritt kostet für beide Personen je 10 Franken – Bierdusche inklusive.

Von JEAN-LUC BRÜLHART

Rollstuhlfahrer sind an einem Gottéron-Match in mancher Hinsicht nahe am Geschehen. Die für sie reservierten Plätze befinden sich im Halbrund auf der Seite der Gottéron-Fanecke.

Dank einem Podium etwas erhöht, wie in den meisten Eisstadien der Schweiz. Geht es nun auf dem
Spielfeld oder besser gesagt an der Bande zur Sache, so erleben das die Rollstuhlfahrer sehr nah: das Krachen der Bande und des Plexiglases nach einem ordentlichen Check, der intensive Zweikampf um die Scheibe, der Gesichtsausdruck eines am Ende seiner Kräfte scheinenden Spielers und der Jubel nach einem Tor.

Fast freie Sicht aufs Eisfeld

Die Sichtverhältnisse trüben aber das Spektakel. Neben den Striemen auf dem Plexiglas schränkt seit kurzem neue Werbung die Sicht ein (im Bilde der schwarze Streifen), speziell für Kinder. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel in Basel. «Dort können die Rollstuhlfahrer das Spiel von weiter oben verfolgen», sagte ein Begleiter.

Den Fans ausgeliefert

Die etwas eingeschränkte Sicht ist aber nicht das grösste Übel. Zieht der Schiedsrichter den Ärger der Fans auf sich – und das kommt im Laufe eines Spiels nicht selten vor – so spüren das die Rollstuhlfahrer und ihre Begleiter am eigenen
Leib. Dass in solchen Situationen
die Zuschauer aus der Fanecke ihrem Unmut Platz machen und Gegenstände aufs Eis werfen, ist bekannt. Nicht aber, dass einiges davon die Rollstuhlfahrer abbekommen: Erdnüsse, Pappbecher, Popcorn sowie Kaffeerahm- und Schnupftabak-Dosen sind noch das Harmloseste. Wenn auch noch Bier von der Fanecke auf die Behinderten gekippt wird – eine böse Absicht kann kaum unterstellt werden -, dann ist das sehr unangenehm. Die Rollstuhlfahrer sind dem Verhalten der Fans ausgeliefert, denn ihre Plätze befinden sich nun einmal vor den «richtigen» Fans. «Und die da interessiert es nicht», sagte ein Begleiter und deutet auf das Sicherheitspersonal, das lieber das Geschehen auf dem Eis als neben dem Eis beobachtet.

Zugang behindertengerecht

Der Zugang zur Eishalle St. Leonhard gestaltet sich für Rollstuhl-
fahrer als einfach. Ein entsprechender Ausweis erlaubt das nahe Parkieren. Mit baulichen Massnahmen (kleine Rampen) wurde der Weg ins Stadion behindertengerecht gemacht.

Die Tickets werden nicht an der Abendkasse bezogen, sondern beim separaten Eingang. Rollstuhlfahrer und Begleiter bezahlen je zehn Franken. Ein Stehplatzticket kostet zum Vergleich 22 Franken.

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