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Von Vorurteilen und Konflikten

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Dass die heutige Jugend schlecht sei, hört und liest man oft. Ob sich dieses und weitere Vorurteile bestätigen lassen, wollten wir in einer anonymen Strassenumfrage in Erfahrung bringen und siehe da: Die älteren Menschen, die wir befragt haben, stimmten dem Satz nicht zu. «Jede Generation hat ihre Jugend. Sie verändert sich ständig, und das ist auch gut so. Keine Jugend ist einfach schlecht», meinte eine Frau im Pensionsalter. Eine andere, 67-jährig, sah in einem anderen Vorurteil zumindest wahre Ansätze: «Wir sind unten gestartet und haben uns nach oben gearbeitet. Die heutigen Jugendlichen starten schon oben, mit dem vielen Taschengeld, das sie kriegen.» Alle Befragten der älteren Altersgruppen antworteten aber, dass die Jugendlichen nicht zwingend unverschämt seien. «Dass sie frech sind, das habe ich noch nie erlebt», erzählt eine 63-Jährige. «Ich habe sogar das Gegenteil erfahren», meinte gar eine 59-Jährige. «Sie haben mir im Bus schon den Sitz überlassen.» Was die jüngeren Generationen über sich selber sagen, ist ebenfalls sehr interessant. Schüler aus der OS-Wünnewil erzählten: «Die jüngeren Schüler werden immer frecher und haben keine Furcht mehr vor uns. Früher hatten wir grosse Angst vor den älteren Schülern. Der Respekt ist mit den Jahren verschwunden.» Sie nannten aber nicht nur Negatives: «Manchmal zaubern sie uns auch ein Lächeln ins Gesicht mit ihrer Niedlichkeit.» Wir wollten auch wissen, wie sie denn reagieren würden, wenn sich ein jüngerer Schüler frech verhalte. Die meisten antworteten, dass sie ihn darauf hinweisen, ihn ignorieren oder warnen würden. Einige zogen aber sogar Beschimpfungen und Schläge in Betracht.

«Das kann man sicherlich auch anders regeln. Man sollte dem Jüngeren klar verständlich machen, dass so etwas nicht geht. Alles muss schliesslich einmal gelernt sein», sagte eine junge Erwachsene. Aber auch die zwanzig- bis dreissigjährigen Befragten waren der Meinung, dass Jugendliche früher mehr Respekt hatten. Besonders im Ausgang zeige sich das oft. Eine grosse Rolle spiele hier der heutige Alkoholkonsum. Das Angebot sei etwa viel umfangreicher als früher. Viele Jugendliche müssten mitten in der Nacht notfallmässig betreut werden. Auch sei es nicht mehr selten, eine Person zu treffen, die schon einmal eine Alkoholvergiftung hatte.

Die Gewalt nehme ebenso immer mehr zu. Ein 40-jähriger Mann berichtete: «Natürlich gab es bei uns ab und zu auch Schlägereien oder wir stritten. Doch was sich heute in den Städten abspielt, ist nicht zum Lachen!»

Auf die Frage, wie ältere Generationen früher Party gemacht hätten, wissen Jüngere nicht, was sie antworten sollen. Einer meinte sogar: «Sie haben sicher Bücher gelesen.»

Auch die älteren Leute antworteten häufig mit «Keine Ahnung» auf unsere Frage, wie Jugendlichen heute feiern würden. Eine Mutter um die 50 sagte, sie wisse sehr genau Bescheid, wie das heute so im Ausgang laufe: «Sie gehen sehr spät am Abend weg und nehmen häufig den Alkohol von zu Hause mit. Dann feiern sie bis spät in die Nacht hinein.»

Und in der Schule?

Nicht nur der Ausgang hat sich verändert, sondern auch die Schule. «Jugendliche stehen unter Leistungsdruck. In der Schule haben sie viel zu tun. Man fördert sie viel mehr als zu unserer Zeit», meinte eine alte Dame und wollte noch klarstellen: «Nicht alle älteren Menschen sind verbittert. Wir leben länger und sind auch noch im hohen Alter fit.»

Die Résidence Beaulieu in Murten. Bild lf

Alter: «Das Leben geht vorwärts, das werdet ihr auch bald merken»

Dayane Hofer, Lara Fasnacht und Juliette Swit

Bei einem Besuch in der Murtner Altersresidenz Beaulieu erfuhren drei ZiG-Schülerinnen, dass die Bewohnerinnen Ruth, Marie-Denise und Margareta es zwar schade finden, nicht mehr 50-jährig zu sein, mit dem Leben aber trotzdem zufrieden sind.

Reisen und Gesellschaft

Ruths Mann konnte sich nicht mehr richtig ins neue Leben eingewöhnen. Er starb zwei Monate, nachdem sie in die Altersresidenz eingezogen waren. Doch Ruth war froh, in die Residenz gezogen zu sein. Sie war froh um die Notfallklingel, und dankbar dafür, dass ihr Mann nicht in einem Spital sterben musste, sondern zu Hause, wo die notwendige Hilfe der Senevita vorhanden war. Glückliche 60 Jahre hat sie an seiner Seite verbracht, was heute nicht mehr so oft vorkommt. «Das Leben geht vorwärts», sagt sie, «das werdet ihr auch schon bald merken.» Sie will noch reisen, bevor das Alter sie davon abhält. Sie ist nicht alleine, denn ihre Nachbarn leisten ihr Gesellschaft. Das ist es, was alle an der Résidence Beaulieu sehr schätzen.

Wichtige Kommunikation

Für Marie-Denise war das Älterwerden ein schwieriger Prozess. Sie wurde hyperempfindlich und musste lernen, wie wichtig es ist, zu kommunizieren, anstatt nur zu reklamieren. So wie dies einst bei der Küche im Beaulieu der Fall war. Als selbstständige Frau empfand sie es als ihre Aufgabe, dem Koch zu sagen, was ihr am Essen nicht passte: Die Gewürze. «Denn», so sagte sie, «das Würzen ist die Kunst des Kochens.» Aber nicht nur ihre Hyperempfindlichkeit war eine Folge des Alterns: Auch das Treppensteigen bereitete ihr immer mehr Mühe. Das war auch einer der Gründe, weshalb sie ins Beaulieu zog.

Technik im Alter

Eine Sehbehinderung ist für einen Menschen etwas sehr Schlimmes. Und doch kann sie – wie die Hörbehinderung auch – eine mögliche Folge des Alterns sein. Damit muss auch die ehemalige Geschäftsfrau Margareta, die sich in jungen Jahren mit der Kriegswirtschaft befasste, leben. Auch sie ist froh über das «Lütti» – die Notklingel. Sie hat diese zwar noch nie betätigt, findet es aber trotzdem beruhigend, dass die Klingel vorhanden ist. Margareta vermisst die Menschen, die ihr nahestanden und verstorben sind, sowie das selbstständige Lesen. Dafür gibt es aber glücklicherweise Hörbücher, die ihr die Literatur näherbringen können. Diese nutzt sie rege.

Dass ältere Leute den neuen Technologien nicht abgeneigt sind, beweist nicht nur das Beispiel von Margareta mit ihren Hörbüchern, sondern auch Marie-Denise, die dankbar für die E-Mails ist, und Ruth, die mit ihren Enkeln sogar per WhatsApp kommuniziert.

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