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Von Wunderhänden und Schnecken: Ein Buch über die Seele einer Gemeinde

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Autor: Lukas Schwab

«Früher assen wir jeden Tag Fleisch, nur an Werktagen nicht, und Sonntags assen wir etwas aus Mehl.» Dies ist einer der Sätze, mit denen «Schnäggeloch Brächt» zum Rüschegger Original wurde. Im Buch «Rüschegg, Mosaik einer jungen Gemeinde», das zum Jubiläumsfest (siehe Kasten) erscheint, wird er mit anderen Dorforiginalen verewigt. Der Spitzname entstand, weil es um sein Haus viele Häuschenschnecken gab. Seinen richtigen Namen – Albrecht Hirschi – kannte kaum jemand. Schnäggeloch Brächt wurde Anfang des zwanzigsten Jahrhundert geboren und war viele Jahre als Hausierer mit selbst gefertigten Holzrechen unterwegs. Und er besass eine Handorgel. Wenn jemand fragte, ob er noch spiele, war seine Antwort: «Öppe no, we sech Müüs zeige.»

Ein Skiliftpoet und ein Heiler

Im Rüschegg-Buch werden nicht nur Dorforiginale, sondern auch andere Einwohner aus Vergangenheit und Gegenwart porträtiert. Zum Beispiel Franz Burri, dessen Name in Rüschegg bei Schmerzen noch heute als Stossgebet zum Himmel geschickt wird: «Wenn doch Brugere-Fränzu noch leben würde! Dann müsste ich nicht für Tabletten und Spritzen zum Arzt!» Denn der 1984 verstorbene Rüschegger verfügte über die Gabe, mit seinen Händen «Nerven wieder einzuziehen». So befreite er viele Rüschegger vom Schmerz, und angeblich nahmen sogar Ärzte seine Hilfe in Anspruch.

Eine lebende Legende ist auch Werner Burri, der Skiliftpoet. Seit 1973 spricht er täglich auf den Telefonbeantworter, wie es am Eywald-Skilift in Sachen Wetter und Piste aussieht. Es gebe sogar Leute, die nur auf das Schneetelefon anrufen, um sein «Rüscheggerdütsch» zu hören. Kennenlernen können die Leser auch den Maler Franz Gertsch, Käthi Gurtner, die erste Frau im Gemeinderat, oder den Landarzt Manfred Untersander und viele weitere Rüschegger. Daneben bietet das Buch eine umfassende historische Chronik: Von der Entstehung der Gemeinde durch die Abtrennung von Guggisberg und die grosse Armut bis zur Gegenwart können die 150 Jahre Dorfgeschichte durchlebt werden.

Viele Heimweh-Rüschegger

«Das Buch ist vor allem für Rüschegger und Heimweh-Rüschegger spannend», sagt Autor Jesper Dijohn. Die Zahl der Menschen, die ihre Wurzeln in Rüschegg haben, aber nicht mehr im Ort leben, sei ziemlich gross. «Und viele von ihnen interessieren sich für ihre Heimat», so Dijohn. Für den Autor waren die Gespräche und Begegnungen mit den Menschen aus Rüschegg die persönlichen Höhepunkte bei der Arbeit am Buch. «Die Menschen machen die Gemeindegeschichte aus», so Dijohn. Durch die Porträts und Geschichten der Menschen ist das Buch mehr als eine historische Chronik – es zeigt ein lebendiges Bild der Dorfgeschichte.

Jubiläum sorgt für Euphorie

«Ich bin stolz auf das Buch, an dem unzählige Leute aus Rüschegg mitgearbeitet haben», sagt Markus Hirschi, Gemeinderat und OK-Präsident des Jubiläumsfests. Er habe bei der Mitarbeit und später beim Lesen selber viel Neues und Interessantes über Rüschegg und seine Bewohner erfahren.

Ebenso stolz ist Hirschi auf das Jubiläumsjahr als Ganzes: «Nach anfänglicher Skepsis hat sich in der Bevölkerung eine Euphorie entwickelt», sagt Hirschi. Insbesondere der Erfolg des Stationentheaters «Strubi Zyte» (die FN berichteten) habe viel dazu beigetragen. «Die Jubiläumsaktivitäten haben die Gemeinde stark zusammengeschweisst», sagt der Gemeinderat.

Das Buch ist ab morgen auf der Gemeindeverwaltung Rüschegg erhältlich.

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