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Vonlanthen löst das Ticket nach Bern

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«Ich würde mich freuen, wenn Sie mir das Ticket in die Hand drücken würden», sagte Staatsrat Beat Vonlanthen gestern Abend, als er sich den 458 Delegierten der CVP Freiburg in Neyruz präsentierte. Und nur kurze Zeit später erhielt er es: 283 Delegierte hatten seinen Namen auf den Wahlzettel geschrieben und ihn somit als Kandidaten für die Ständeratswahlen im Oktober bestimmt. 172 hätten sich Dominique de Buman gewünscht, drei Wahlzettel waren ungültig.

«Das ist eine Zwischenetappe», sagte der 57-jährige Vonlanthen aus Niedermuhren, als er den Delegierten für ihr Vertrauen dankte. «Denn jetzt müssen wir geeint sein.» Dominique de Buman zeigte sich als guter Verlierer: «Es lebe die CVP, wir werden gewinnen.»

Zu wenig Stühle

Der Saal im Restaurant Aigle Noir in Neyruz war um 19.30 Uhr, beim Beginn der Versammlung, zum Bersten gefüllt; nicht alle 458 CVP-Delegierten fanden einen Sitzplatz.

Der Präsident der Kantonalpartei, André Schoenenweid, begrüsste die Anwesenden und erklärte rückblickend, weshalb die Delegierten aus zwei Kandidaten auswählen konnten: Nach der Ankündigung von Ständerat Urs Schwaller im September, das Stöckli zu verlassen, hatte sich bald abgezeichnet, dass de Buman und Vonlanthen in seine Fussstapfen treten wollten. «Aber zwei Kandidaten würden die Partei spalten und die Erfolgschancen senken», erklärte André Schoenenweid die Überlegungen des Parteivorstandes. Sowohl Vonlanthen als auch de Buman seien qualifiziert, deshalb sollten die Delegierten entscheiden.

«Bereit, anzufangen»

Wie es das Los bestimmt hatte, kam bei der Vorstellung der Kandidaten zuerst der 58-jährige Dominique de Buman zum Zug. Joël Gapany, Präsident der CVP Stadt, lobte den ehemaligen Stadtsyndic und Grossrat als Kandidaten, der auch «ausserhalb der politischen Familie» Wähler gewinnen könne. «Er hat einen beispielhaften politischen Werdegang», sagte Gapany. Dank seiner Erfahrung im Nationalrat kenne er das Parlament und alle Schlüsseldossiers bestens. «Er wäre sofort bereit, anzufangen.»

Auch Dominique de Buman selbst versuchte mit seiner Erfahrung in Bundesbern zu punkten: «Ein Ständerat braucht Erfahrung.» Nach zwölf Jahren im Nationalrat bringe er diese mit, genau so wie ein grosses Beziehungsnetz. «Ich könnte die Dossiers schnell und effizient angehen.» Er verwies darauf, dass über 30 Prozent der Ständeräte zuvor Nationalräte gewesen seien.

 Doch über 30 Prozent der Ständeräte waren zuvor auch Regierungsräte respektive Staatsräte, wie Laurent Baeriswyl, Präsident der CVP Sense, festhielt – und damit für Lacher sorgte. Baeriswyl lobte Beat Vonlanthen als «erfahrenen Politiker mit Ecken und Kanten», den die Freiburger kennen würden. Und er fuhr fort: «Er ist ein Leader, Macher, Visionär, Krisenmanager und Botschafter.» Laurent Baeriswyl unterstrich, dass die Zweisprachigkeit ein wichtiger Trumpf Beat Vonlanthens sei.

«Mein Rucksack ist gefüllt mit politischen Erfahrungen. Ich fühle mich bereit, die Interessen des Kantons Freiburg in Bern zu vertreten», sagte Beat Vonlanthen selbst. Er wolle die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen. Dabei richte er sich nach den «vier M» von Alt-Bundesrat Adolf Ogi: «Man muss die Menschen mögen.» Ihm seien neben der Wirtschaft, der Umwelt und der Aussenpolitik insbesondere die Jugendlichen ein Anliegen.

Ticket in der Hand

Nach gut 20 Minuten waren die Stimmen schliesslich ausgezählt, Beat Vonlanthen hielt das Ticket nach Bern in der Hand. «Um zu gewinnen, müssen wir geeint sein», hatte André Schoenenweid zu Beginn der Versammlung gefordert, so wie es dann auch Vonlanthen tat. Denn auch wenn die Freiburger CVP Vonlanthen gestern bereits wie einen Sieger feierte: Ob sie ihn auch als ihren neuen Ständerat feiern kann, wird sich erst am 18. Oktober zeigen.

Reaktionen: Vertrauen in das zweisprachige Modell

Das Wahlresultat, die Unterstützung, die Einheit und die Mobilisierung der Parteimitglieder: All dies mache Beat Vonlanthen gerührt und glücklich. Mit diesen Worten fasst der Sieger der CVP-Primärwahl seine ersten Gefühle nach Bekanntgabe des Resultats zusammen. Der Verlauf der gestrigen Delegiertenversammlung stimmt ihn zuversichtlich: «Mit diesem starken Zusammenhalt wird die CVP als Gewinnerin der eidgenössischen Wahlen im Herbst hervorgehen.»

Vonlanthen sagte, er habe keine besonderen Erwartungen bezüglich des Abstimmungsresultats gehabt, dass es so deutlich ausgefallen sei, habe ihn überrascht. «Die Delegierten wollten das Freiburger Erfolgsmodell mit je einem Deutsch- und Französischsprachigen im Ständerat weiterführen», sagte er. Er glaubt aber auch, dass er gewählt wurde, weil man ihm als Staatsrat zutraut, die Interessen des Kantons im Ständerat besser zu vertreten.

Der Freiburger Volkswirtschaftsdirektor kann sich ab sofort mit dem Gedanken auseinandersetzen, mit SP-Ständerat Christian Levrat ein zweisprachiges Tandem in der Kleinen Kammer in Bern zu bilden. Dazu meint Vonlanthen: «Es gibt noch verschiedene Kandidaten, die ihre Ansprüche anmelden. Aber wenn es denn ein Zweiergespann mit Levrat sein sollte: perfekt.»

Viel Verantwortung

Den Sieg in der Primärwahl eben erst errungen, war sich Vonlanthen sogleich bewusst, dass nun auf ihm eine grosse Verantwortung gegenüber der Partei lastet. Er muss für die CVP den Sieg bei den Ständeratswahlen heimfahren. «Jetzt beginnt die Wahlkampagne erst richtig», so Vonlanthen. Er sei sich im Klaren darüber, dass mit dem heutigen Tag die Doppelbelastung beginne: Staatsrat und Ständeratskandidat. Und, wenn er denn ins Stöckli gewählt werden sollte, eine elfmonatige Übergangsfrist als Staatsrat und Ständerat. Dies alles wolle er gestärkt durch die positive Ambiance angehen, die er innerhalb der Partei ausmacht. Und er lobte seinen Widersacher: «Diese Mobilisierung ist zu einem grossen Teil das Verdienst von Dominique de Buman.»

«Ein klares Zeichen»

Dominique de Buman gratulierte Vonlanthen ohne Umschweife und sagte, sein Weg werde nun weiter über den Nationalrat führen. «Wahrscheinlich wollten die Delegierten ein zweisprachiges Tandem im Ständerat», so de Bumans erste Analyse des Wahlresultats. Hatte er als Französischsprachiger somit eigentlich gar keine Chance? «Ich werde etwas Abstand brauchen, um das Abstimmungsverhalten besser bewerten zu können.» Mit dem klaren Resultat hätten die Parteimitglieder aber ein klares Zeichen gesetzt. uh

 

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