Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Vor 100 Jahren erfolgte der Umzug von der Notkirche ins neue Gotteshaus

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Anton Jungo

«Der kalte Morgen des 8. Dezember hatte dafür gesorgt, dass der Unterschied auch gebührend empfunden wurde. Drunten die kalte Bretterhütte, hier mitten im schmucken Dorfe das geheizte Gotteshaus mit seinen schönen Säulen, seiner prächtigen Holzdecke, den herrlichen Altären mit dem Baldachin-Altare in der Apsis des Chores, mit den künstlerisch wertvollen Beichtstühlen, Kanzel und Kommunionbank, alles in allem ein heimeliges, schmuckes Gotteshaus, das zum Beten einlädt, das Gemüt erfasst und Geist und Herz emporzieht zum Allerhöchsten», schildern die Freiburger Nachrichten das historische Ereignis vom 8. Dezember 1909. Der Bericht stammt wohl aus der Feder von Chefredaktor Joseph Pauchard selbst. Er hatte jedenfalls am Fest teilgenommen und die erste Predigt in der neuen Kirche gehalten.

Die Bauarbeiten an der neuen Kirche von Plaffeien waren am 8. Dezember 1909 soweit fortgeschritten, dass sie für die Gottesdienstfeier benutzt werden konnte. Verschiedene Dekorationsarbeiten hatten sich aber verzögert, so dass die Kirche beim ersten Gottesdienst noch von Gerüsten verstellt war. Zur grossen Freude der Gläubigen wurde aber auf Weihnachten hin die neue Krippe installiert.

Wie aus dem FN-Bericht hervorgeht, war dem ersten Gottesdienst auch nicht die Kirchweihe vorangegangen. Johann Aeby, Pfarrer in Plasselb, hatte vor dem ersten Gottesdienst das Gebäude gesegnet. Die eigentliche Kirchweihe nahm am 16. Juni 1910 Jakobus Stammler, Bischof von Basel, vor. Der Freiburger Bischof war damals 84-jährig und blind.

Umzug im richtigen Moment

«Wenn auch kein Aufwand gemacht wurde und wenig ?fremdes Volk? herbeiströmte, war das Fest vom 8. Dezember doch das grösste Familienfest, welches Plaffeien seit vielen Jahrzehnten gesehen. Die Plaffeier hatten wirklich ?z’ganz Grossa uf de Schnaagge?», heisst es im Zeitungsbericht.

Zum letzten Mal hatte am Morgen in der Notkapelle, eigentlich eine Bretterhütte, nochmals ein Gottesdienst stattgefunden. In der Nacht zuvor hatte es Schneefall gegeben, und ein heftiger Sturmwind hatte an der Notkirche gerüttelt. «Man sah die Spuren davon auf den Knie- und Sitzbänken im Innern. Sie waren stellenweise mit einem schneeweissen, wollenweichen Polster gepolstert. Durch die Beichtstühle pfiff der Wind und um den Hochaltar wirbelten Schneeflocken. ?Tschuu wie chalt?. Während drei Wintern war es so gewesen», schreibt der damalige Berichterstatter.

Erinnerungen werden wach

Die Pfarrfamilie zog in einer grossen Prozession von der Notkirche in der Sellenmatte zum neuen Gotteshaus im Dorf. «Alles war in der Prozession. Zuschauer gab es keine … Es war ein imposanter Anblick, als die vielen hundert Männer mit ernsten Gesichtern, die der inneren Bewegung Spuren ja nicht verbergen konnten, in lautloser Stille hinter dem Allerheiligsten herzogen. Seit mehr als drei Jahren hatten die Plaffeier keine Prozession mehr abhalten können.»

Während des dreijährigen «Exils» waren in der Notkirche 180 Kinder getauft und 36 Beerdigungsfeiern abgehalten worden. Die Toten wurden im Winter 1910 vom Sellen auf den neuen Friedhof bei der Kirche umgebettet.

Das Hochamt in der neuen Kirche wurde von Pfarrer Alexander Schuwey zelebriert. «Die Kirche erwies sich als sehr akustisch. Trotz der Grösse und trotz der vielen Säulen gibt der Gesang wohl aus. Hingegen wünschten wir uns zur Ausfüllung der Kirche einen Männerchor von 40 Mann, statt bloss 14 …», wird im Festbericht festgehalten.

Quellen: FN vom 14. Dezember 1909, S. 3. Verschiedene Berichte zum Dorfbrand am 31. Mai 1906 und zum Wiederaufbau des Dorfes finden sich in den Beiträgen zur Heimatkunde Bd 27, 1956, sowie in der Gedenkschrift «Der Brand von Plaffeien» von Kanis Zbinden (2006).

Meistgelesen

Mehr zum Thema