Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Vor 200 Jahren brannte Bulle

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Vor 200 Jahren brannte Bulle

Greyerzer Museum gedenkt der Katastrophe mit einer Ausstellung

Im Jahr 1805 ist Bulle fast vollständig abgebrannt. Das Greyerzer Museum erinnert in seiner aktuellen Ausstellung an den Brand und daran, wie der wieder aufgebaute Ort 100 Jahre später aussah.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Die Katastrophe beginnt am 2. April 1805, mittags um 13 Uhr. In einem Haus, in dem Frauen gerade am Wäsche waschen sind, bricht das Feuer aus. Vergeblich versuchen die Frauen, die Flammen zu löschen. Bald brennt das Dach lichterloh; die Holzschindeln lösen sich durch die Hitze und werden von einem leichten Wind davongetragen. Das Feuer greift zuerst auf einen benachbarten Heuschober über, dann auf weitere Gebäude. Binnen weniger als einer Stunde brennt fast der ganze Ort. Am Ende stehen nur noch das Kapuzinerkloster, das Spital, das Schloss und einige vereinzelte Häuser. 1100 Einwohnerinnen und Einwohner sind obdachlos.

Zeichnungen und Tonkulisse

Weil der Brand ausser Asche kaum etwas zurückgelassen hat, standen Konservator Denis Buchs und sein Stellvertreter Christophe Mauron für die Ausstellung im Greyerzer Museum vor einer besonderen Herausforderung. Im Erdgeschoss lassen sie die Katastrophe auf spielerische Weise noch einmal aufleben. Unterstützt durch eine Tonkulisse vermitteln Zeichnungen einen Eindruck vom Verlauf des Brandes: von seinem Ausbruch, von der Hilflosigkeit der Bevölkerung, vom vergeblichen Kampf der Feuerwehrleute und vom Ausmass der Schäden.

Die Zeichnungen stammen von Künstlern der Galerie Trace-Ecart und sind unter der Leitung des Malers Vital Simonet auf der Grundlage eines Berichtes des Historikers Georges Andrey entstanden. Ergänzt wird dieser Teil der Ausstellung durch Utensilien wie Wasserpumpen, Schläuche und alle möglichen Behälter, die man damals im Kampf gegen das Feuer benutzt hat.

Wendepunkt Belle Epoque

Der zweite Teil der Ausstellung «Bulle 1805/1912: Vom Brand zur Belle Epoque» zeigt den Ort, wie er sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts präsentierte. Das Jahr 1912 wurde gewählt, weil es das Ende der Belle Epoque und gleichzeitig den Abschluss der Erschliessung Bulles durch die Eisenbahn markiert.

Der Wiederaufbau nach dem Brand dauerte bis 1850 und hielt sich grösstenteils an die Pläne von 1805. Erst nach der Ankunft der Eisenbahn (1868) begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bulle ein eigentlicher Bauboom. Als hätte man den grossen Brand vergessen machen wollen, entstanden nun die grossen Belle-Epoque-Gebäude wie das Grand Hôtel Moderne und die Brasserie de la Viennoise. Im Greyerzer Hauptort träumte man gar davon, zur internationalen Tourismus-Metropole zu werden.

Für diesen Teil der Ausstellung im Untergeschoss des Museums konnten sich die Verantwortlichen auf das Gemeindearchiv stützen und mit Fotografien von Charles Morel (1862 bis 1955) arbeiten. Ein Plan von Bulle aus dem Jahr 1912 wurde auf den Boden gezeichnet, und in Bilderkästen können die Besucher Momentaufnahmen aus dem Bulle um 1912 entdecken.

Die Ausstellung dauert noch bis zum 29. Mai. Öffnungszeiten: Di. bis Sa. 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr; Auffahrt und Fronleichnam: 14 bis 17 Uhr. Im September erscheint ein Buch über den Brand von Bulle. Vorbestellung ab sofort unter Telefon 026 912 72 60 oder auf www.musee-gruerien.ch.

Meistgelesen

Mehr zum Thema