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Vorerst keine neuen Wirtschaftsgebiete

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Vorerst keine neuen Wirtschaftsgebiete

Wemf und Publicom fangen mit Neueinteilung von vorne an

Die unter anderen von Freiburger Politikern heftig kritisierte Wemf-Studie zu den Wirtschaftsgebieten der Schweiz wird neu durchgeführt. Die Erhebungsmethode wird überarbeitet. Die bisherige Einteilung bleibt bis mindestens 2007 in Kraft.

Von CAROLE SCHNEUWLY

Die AG für Werbemedienforschung Wemf hat entschieden, die Studie über die «neuen Kommunikationsräume und Wirtschaftsgebiete der Schweiz» zurückzuziehen. Dies ist nicht zuletzt ein Erfolg für die Freiburger und Walliser Bundesparlamentarier, die sich vehement gegen die Neueinteilung gewehrt hatten, wie sie in der Mitte Mai veröffentlichten Studie vorgeschlagen wurde.

Die Studie war im Auftrag der Wemf und des Bundesamtes für Kommunikation von der Medienforschungsfirma Publicom durchgeführt worden und basierte auf einer Befragung sämtlicher Gemeindepräsidenten der Schweiz. Laut ihren Ergebnissen sollten die beiden Freiburger Bezirke Broye und Vivisbach ebenso wie die Waadtländer Bezirke Payerne und Avenches und der Walliser Bezirk Monthey dem Wirtschaftsgebiet Lausanne zugeschlagen werden.

Auswirkungen auf Inseratenmarkt

Grund für ihren Entscheid seien die Resultate der brancheninternen Vernehmlassung, teilte die Wemf am Freitag mit. Gegen die neue Aufteilung der Gebiete hatten vor allem kleinere und mittlere Medienunternehmen der Westschweiz protestiert. Weil die Einteilung der Wirtschaftsgebiete von grosser Bedeutung für die Platzierung von Inseraten ist, hätte die Neuordnung für Zeitungen wie die Freiburger «La Liberté» einschneidende Konsequenzen gehabt.

Die Freiburger und Walliser Bundesparlamentarier hatten sich auf Initiative des Freiburger SP-Nationalrates Christian Levrat besonders heftig zur Wehr gesetzt. Anfang Juli trafen sie sich zusammen mit dem Freiburger Staatsrat Pascal Corminboeuf mit Verantwortlichen der Wemf. Die Politiker verlangten, dass die Erhebungsmethode überprüft und die Studie allenfalls neu verfasst wird.

Wie Levrat gestern mitteilen liess, begrüssen die Parlamentarier aus Freiburg und dem Wallis den «weitsichtigen und unabhängigen Entscheid» der Wemf. «Unser Erfolg zeigt, dass man gewinnen kann, wenn man für etwas kämpft», sagte der Nationalrat gegenüber den FN. Sehr befriedigend sei die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Politikern aus verschiedenen Kantonen und Parteien gewesen. Man habe die Wemf-Verantwortlichen davon überzeugen können, wie unrealistisch die vorgeschlagene Einteilung sei.

Zwei Argumente waren für Levrat besonders wichtig: Erstens zeige die tägliche Erfahrung, dass Broye und Vivisbach zu Freiburg und nicht zu Lausanne gehörten. Und zweitens weise die Studie schwer wiegende methodologische Mängel auf. So habe man bei der Auswertung der von den Gemeindepräsidenten ausgefüllten Fragebogen die zahlreichen Gemeindefusionen im Kanton Freiburg nicht berücksichtigt.

Die Wemf wird nun zusammen mit der Publicom eine neue Erhebungsmethode entwerfen. An die Stelle der Schlüsselpersonenbefragung soll eine repräsentative Bevölkerungsbefragung treten. Diese soll konsumbezogene Daten wie Einkaufs- und Freizeitgewohnheiten besser berücksichtigen.
Die Wemf rechnet damit, im Jahr 2005 eine Vernehmlassung zu dem neuen Konzept durchführen zu können. Falls das Konzept auf Zustimmung stosse, könne man 2006 mit der Erhebung beginnen. Mit Ergebnissen sei nicht vor 2007 zu rechnen. Bis dahin bleiben die alten Kommunikationsräume und Wirtschaftsgebiete in Kraft, wie sie von der Wemf in den Sechzigerjahren definiert worden sind.

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