Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

«Vorgehen mit Holzhammersystem»

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Rudolf Vonlanthen, Grossrat und Gegner der «Verkehrshalbierungsinitiative»

Zuerst gilt es zu sagen, dass es sich um eine extreme Initiative handelt. Innerhalb von zehn Jahren soll der Strassenverkehr halbiert werden. Das ist ein Vorgehen mit dem Holzhammersystem, unverantwortlich, undurchführbar und unmöglich. Es müssten Konsequenzen in Kauf genommen werden, wie etwa der Anstieg des Benzinpreises auf drei Franken. Unter Umständen könnte man den Fahrausweis erst später als heutzutage erhalten und müsste ihn mit 65 Jahren wieder abgeben. Zudem droht mit dieser Initiative eine totale Vernichtung von Arbeitsplätzen. Fatal betroffen wären auch die Randregionen und der Tourismus, welche nur das Auto als Möglichkeit haben. Des Weiteren ist die Initiative – wie auch der Bundesrat sagt – nicht europakompatibel. Und ein weiterer Grund, die Initiative abzulehnen, ist, dass der Schweizer mündig ist. Er weiss, was er zu tun hat. Die Initiative ist ein Eingriff in seine Freiheit.

Von mir aus gesehen haben wir gar kein Verkehrsproblem. Klar gibt es Stau, aber dieses Problem kann man anders lösen. Wir brauchen den privaten und den öffentlichen Verkehr, die beiden müssen sich ergänzen.

Man darf nicht vergessen, dass die Luft in den letzten zehn Jahren besser geworden ist. Das heisst, dass die Anliegen bezüglich der Umwelt ernst genommen werden. Durch Katalysatoren sind die Schadstoffe weniger gefährlich geworden. Klar gibt es Verkehrstote. Aber wenn man etwas macht, kann auch etwas passieren. Wegen Arbeitsunfällen wird ja nicht gleich die Arbeit verboten. Und das Waldsterben etwa hat ja bekanntlich nichts mit den Autos zu tun. Die schönsten grünen Bäume wachsen entlang der Autobahn.

Hier muss ich dem Bundesrat glauben. Und sogar der Bundesrat Leuenberger sagt, dies stimme nicht. Es gibt keine Eins-zu-eins-Umlagerung. Es gäbe einen massiven Verlust an Arbeitsplätzen, denn vieles hängt mit dem Auto zusammen. Ein Problem ist auch, dass nicht jeder einen Zug vor dem Haus hat. Wer zum Beispiel in Überstorf wohnt, kommt ohne Auto nicht aus. Die Initiative führt zu einer Verarmung der Randregionen.

Die Initiative fordert in der Verfassung, dass der Strassenverkehr innerhalb von zehn Jahren zu halbieren sei, sagt aber nicht, wie dies zu machen ist. Jetzt können die Initianten natürlich sagen, den Randregionen drohe nichts. Aber wenn der Bundesrat die Initiative umsetzen muss, könnte das Ganze anders aussehen. Ich bin dafür, dass man vermehrt mit Bus und Bahn reist, aber man muss die Leute nicht zwingen. Wer in Plasselb wohnt und in Düdingen zur Arbeit muss – oder darf -, würde mit öffentlichen Verkehrsmitteln unter Umständen einen halben Tag gebrauchen.

Die Lebensqualität kann man immer verbessern, aber mit einigen Ausnahmen ist sie genügend. In Mailand haben sie jetzt autofreie Sonntage wegen dem Smog. In der Schweiz gibt es zum Glück noch kaum Fälle solch hoher Belastung.

Ich kann mir durchaus vorstellen, gewisse Sachen durchzuführen. Nicht eine Erhöhung des Benzinpreises, aber eventuell einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs in einem vernünftigen, dem Gebraucher nützlichen Rahmen. Zudem könnte man auch andere Technologien entwickeln. Warum nicht Solarmobile subventionieren. Auch einen autofreien Sonntag könnte ich mir hin und wieder vorstellen. Aber nicht einfach zwölf Mal im Jahr, sondern wenn es nötig ist, etwa an einem heissen Sommertag.

Wir müssen in kleinen Schritten vo-
rangehen und nicht radikal. Die Annahme der Verkehrshalbierungsinitiative wäre das Gleiche, wie wenn man morgen alle PCs und das ganze Internet abstellen würde, ein gravierender Eingriff ins Leben. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Schweiz in Umweltfragen vieles gut macht. Wenn das Ausland in dieser Beziehung der Schweiz folgen würde, stiege generell die Luftqualität.

Mehr zum Thema