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«Vorpreschen der Polizei ist inakzeptabel»

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Autor: Imelda Ruffieux

Böse Überraschung für etwa 20 Autofahrerinnen und -fahrer, die ihr Auto am Mittwoch wie gewohnt entlang der Quartierstrasse ins Bruchbühl, gegenüber der Apotheke, abgestellt hatten. Als sie nach dem Besuch des Plaffeienmarktes zurückkamen, war ein Einzahlungsschein hinter den Scheibenwischer geklemmt. Wegen Parkierens auf einem Trottoir wurden sie mit 120 Franken gebüsst. Marktbesucherin Kathrin Schönenberger hat sich darüber furchtbar aufgeregt. «Wir wissen eigentlich, dass Parkieren auf einem Trottoir verboten ist. Aber bis jetzt wurde dies an den Plaffeienmärkten immer toleriert», hält sie fest. «Und jetzt, kein Hinweis, kein Parkverbot; was viermal im Jahr während mehreren Jahren geduldet wurde, gilt plötzlich nicht mehr», macht sie ihrem Ärger Luft.

Gemeinde distanziert sich

Die Marktbesucherin aus Kriechenwil war nicht die einzige, die sich über das «Geschenk» aufgeregt hat. Wie Gemeinderat und Präsident der Marktkommission, Alfons Piller, erklärte, ist er schon am Vormittag über SMS von Betroffenen angegangen worden, was denn der Gemeinde in den Sinn gekommen sei. «Die Gemeinde Plaffeien weist die Vorwürfe entschieden zurück, dass sie hinter dieser Bussenaktion steckt», betont er. «Wir distanzieren uns von der Aktion der Polizei.»

Keine Gespräche vorab

Alfons Piller hätte es begrüsst, wenn die Marktkommission oder der Gemeinderat vorher über die Absichten der Polizei informiert worden wären. So sieht es auch Ammann Otto Lötscher. «Wir haben auch einen Verkehrsdienst. Das hätte man vorher besprechen können.» Er ist sicher, dass man Lösungen hätte finden können, wenn der Polizist darauf bestanden hätte, die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten. «Wir sind uns natürlich bewusst, dass es verboten ist, auf dem Trottoir zu parkieren, und wir akzeptieren das Gesetz auch», betont Otto Lötscher. «Aber das Vorgehen ist falsch. Das ist alles andere, als wir es von der Polizei erwarten.»

Hätte die Bussenaktion auf einer Kantons- und nicht auf einer Quartierstrasse stattgefunden, hätten sich die Gemeindevertreter weniger aufgeregt. «Ich bin umso mehr enttäuscht, da wir nach dem Bekanntwerden der Vorfälle das Gespräch mit der Polizei gesucht haben. Wir sind deshalb davon ausgegangen, dass es dabei bleibt, mussten aber feststellen, dass nachmittags weitere Bussen verteilt wurden», ärgert sich Otto Lötscher. «Es war keine Einsicht vorhanden, dass das Vorgehen falsch war.»

Der Attraktivität abträglich

Frustrierend für die Mitglieder der Marktkommission ist auch, dass sie kürzlich Massnahmen ergriffen haben, um den Markt attraktiver zu machen und den rückläufigen Trend zu stoppen. Dass ein Ostschweizer Marktfahrer, der seit zehn Jahren sein Auto am gleichen Ort gegenüber der Apotheke abgestellt hat, ebenfalls gebüsst wurde, ist diesen Bestrebungen nicht förderlich. Ebenso die Ankündigung von Marktbesuchern wie Kathrin Schönenberger, dass sie angesichts des unfreundlichen Empfangs inskünftig auf einen Besuch verzichten will.

Für Grossrat Alfons Piller ist diese Aktion ein negatives Beispiel für die viel zitierte Offenheit und Volksnähe der bürgernahen Polizei. «Wo bleiben der gesunde Menschenverstand und die Diskussionsbereitschaft?», fragt er und ärgert sich, dass die Gemeindehoheit immer mehr eingeschränkt wird, während der Kanton durch solche Bussenaktionen einkassiert.

Apotheke eigene Lösung

Roland Bopst, Inhaber der Oberland-Apotheke, betonte, dass er nichts mit der Präsenz der Polizei zu tun habe. «Mir ist es egal, wenn jemand sein Auto gegenüber der Apotheke der Strasse entlang abstellt», erklärt er. Ihm sei es einzig ein Anliegen, dass die Zufahrt zu seinen Parkplätzen gewährleistet ist. Seit etwa zwei Jahren sperrt er deshalb mit einem Band einen Teil des Platzes vor dem Geschäft ab, damit die Mitarbeiter parkieren können. Das funktioniere sehr gut. «Ich habe auch Verständnis dafür, dass die Strasse an Grossanlässen als zusätzliche Parkiermöglichkeit genützt wird. Uns hat das nie gestört.»

Die Marktkommission wird über das weitere Vorgehen diskutieren. Eine Möglichkeit ist gemäss Alfons Piller, dass das Trottoir mit einem Band klar vom Verkehr abgetrennt wird und dass die Autos am Rand der Quartierstrasse parkieren. Dies ist gemäss Hans Maradan möglich, wenn man eine entsprechende Bewilligung einholt. Auch das Parkieren auf einer Wiese wäre möglich, sofern dies mit dem Landbesitzer besprochen ist. Der Polizeisprecher hofft, dass die Verantwortlichen den Autofahrern vor dem nächsten Markt im Gemeinde-Infoblatt oder durch Signalisation klar machen, was erlaubt ist und was nicht. Otto Lötscher hofft, dass sich die Polizei gesprächsbereit zeigt und man gemeinsam eine Lösung finden kann.

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