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Vorwahlen werden zur Zerreissprobe

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«Das Präsidium steht als Garant für die Einheit der Par- tei.» Dies sagt CVP-Kantonalpräsident André Schoenenweid im Hinblick auf die parteiinterne Ausmarchung für eine Ständeratskandidatur zwischen Staatsrat Beat Vonlanthen und Nationalrat Dominique de Buman.

Er spricht das Risiko an, dass sich Gräben öffnen könnten, da bei diesen Vorwahlen zwei Schwergewichte der Partei, beide mit eigener Anhängerschaft und eigenen Beziehungsnetzen, gegeneinander antreten. Die Partei geniesst in diesen ersten Tagen des Wahljahres 2015 die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, und die soll durch nichts getrübt werden.

Schoenenweid sagt, dass zwei motivierte Kandidaten einem demokratischen Prozess entsprungen sind. Der Direktionsvorstand habe sie in Anwesenheit zweier Zeugen angehört, und beide hätten sich verpflichtet, im Falle einer Niederlage den jeweils anderen auf dem weiteren Weg zu unterstützen. Morgen Dienstag trifft sich das Präsidium abermals mit de Buman und Vonlanthen, geht gemeinsam die Versammlung von Donnerstag durch und wird ein Konzept festlegen, wie der Abend abläuft, nachdem das Resultat bekannt sein wird.

Zögern in den Sektionen

«Beide Kandidaten haben ein tadelloses Verhalten an den Tag gelegt», so André Schoenenweid. Er ist sich aber bewusst, dass am Donnerstag nach der Vorstellung der Hauptakteure provokative Fragen oder gar persönliche Chargen aus der Versammlung nicht auszuschliessen sind. Um solche zu verhindern, wurden die Sektionspräsidenten vom Kantonalvorstand in die Pflicht genommen.

Gewiss bereitet die parteiinterne Vorwahl nicht allen Freude. Die einen sehen einen Staatsratssitz der CVP gefährdet, wenn es Beat Vonlanthen zu ersetzen gilt, andere fürchten um den zweiten Nationalratssitz, wenn de Buman im Ständerat landet. Vonlanthen wie de Buman versuchen, solche Ängste zu mindern. Vonlanthen, indem er angekündigt hat, er würde bis zu den kantonalen Wahlen Ständerat und Staatsrat sein, de Buman, indem er auch für den Nationalrat kandidiert, wenn die Partei dies wolle.

Doch die derzeitige Ungewissheit verunsichert. Eigentlich hätten die CVP-Sektionen schon Kandidaten für den Nationalrat nennen sollen, bisher haben dies aber erst Broye (Eric Collomb), Sense (Christine Bulliard), Saane-Land (Christian Ducotterd) und Freiburg-Stadt (de Buman) getan. Die anderen warten ab, bis der Ständeratskandidat bekannt ist.

Das unterschiedliche Verhalten in den Bezirken führt zu Spekulationen, dass etwa die Delegierten aus der Broye auf de Buman setzen, damit Platz für Collomb im Nationalrat frei wird. Oder dass die Wahl im Süden des Kantons entschieden wird, der ja mit Levrat bereits einen Ständerat fast auf sicher hat und deshalb weniger auf regionale oder sprachliche Aspekte schaut.

Die Kandidaten selber beteiligen sich nicht an solchen Gedankenspielen. Beat Vonlanthen: «Wenn ich ständig rechnen würde, könnte ich ja nicht mehr schlafen und meine Arbeit nicht mehr richtig erledigen.» Dominique de Buman meint: «Es wird wohl eine enge Sache. Da ist es am besten, wenn man locker bleibt.»

«Verlieren Kontrolle nicht»

Dass vieles über den Donnerstag hinaus offenbleibt, ist für Kantonalpräsident André Schoenenweid kein Grund zur Beunruhigung: «Wir verlieren die Kontrolle ganz sicher nicht.» Für die Nationalratswahlen werde die CVP bis zu ihrer Versammlung vom 19. März eine «sehr gute Liste mit Persönlichkeiten aus allen Bezirken» präsentieren.

Für die kantonalen Wahlen 2016 sagt Schoenenweid: «Mit einer bürgerlichen Allianz sind wir bereit.» Bezüglich möglicher Kandidaten für eine Nachfolge Vonlanthens in der Regierung sagt er: «Für mich ist klar, dass eine Nachfolgeperson aus dem Sense- oder Seebezirk kommen müsste.» Nationalrätin Christine Bulliard oder Vizekanzler Olivier Curty, beispielsweise? «Das sind zwei Möglichkeiten. Aber auch die Grossräte Bruno Boschung oder Markus Bapst haben interessante Profile.»

Schoenenweid sieht also über die Vorwahlen hinaus wenig Gefahren für die Partei. Und für die Kandidaten selber? «Sicher: Es wird einen Sieger und einen Verlierer geben», so Schoenenweid. «Aber wer auch verliert, das stellt seine Qualitäten nicht infrage. Es ist nicht das Ende einer politischen Karriere. Die Partei riskiert nicht, einen ihrer Haupt-Amtsträger zu verlieren.

Delegiertenversammlung: Die Bühne gehört zuerst de Buman

D as Los hat entschieden, welcher der CVP-Ständeratskandidaten sich am Donnerstag zuerst den erwarteten 450 bis 500 Delegierten präsentieren wird: Dominique de Buman, gefolgt von Beat Vonlanthen. Der Präsident der CVP der Stadt Freiburg zog das Los und bestimmte, dass de Buman anfangen werde. Ob dies ein Vorteil oder ein Nachteil sein wird, kann de Buman jedoch nicht sagen. An seiner Rede werde das nichts ändern, sagt er. Ohnehin sei auf dieser Bühne wenig Platz für Improvisation.

Beat Vonlanthen hält die Abfolge der Präsentationen ebenfalls für unwichtig. In seiner Rede, die seit ein paar Tagen mehr oder weniger bereit ist, werde er nicht auf seinen Widersacher eingehen. Wenn es etwas zu entgegnen gibt, dann hätten beide Kandidaten noch die Gelegenheit, «nachzudoppeln», so Vonlanthen.

Die Vorbereitungen auf die Delegiertenversammlung im Aigle Noir in Neyruz laufen im Kantonalvorstand auf Hochtouren, berichtet Präsident André Schoenenweid. Das Wichtigste sei, dass das Stimmrecht für jeden Delegierten zweifelsfrei bestimmt werde. «Wir wollen unbedingt vermeiden, dass aufgrund unklarer Stimmrechte ein enges Abstimmungsresultat von einem der beiden Kandidaten bestritten werden könnte.»

Seit einer Statutenänderung im letzten Jahr ist es mög- lich, dass ein abwesender Delegierter einen Stellvertreter schicken kann. Ein solcher muss aber wiederum vorgängig vom Sektionspräsidenten genehmigt worden sein.

Für den reibungslosen Ablauf der Abstimmung sorgt ein Wahlbüro unter Leitung der beiden CVP-Vizepräsidenten Yvonne Stempfel und Eric Collomb. Diesem Wahlbüro gehören auch die Präsidenten der Bezirkssektionen an.

Der Beginn der Versammlung am Donnerstag ist auf 19.30 Uhr angekündigt. Durch die Kontrolle des Stimmrechts könnte es Warteschlangen geben, weshalb Schoenenweid am Neujahrsapéro die Vertreter der Sektionen ermutigt hat, früh genug nach Neyruz zu kommen. An diesem Apé- ro seien 140 statt wie üblich 90 Personen erschienen. Für Schoenenweid ein Anzeichen, welche Dynamik die CVP-Vorwahl genommen hat. uh

 

Ständerat: Seit 1979 immer ein Deutschfreiburger

D ie Freiburger Delegation im Ständerat war während über 100 Jahren eine exklusive Angelegenheit der CVP, der Katholisch-Konservativen oder der KVP. Erst 1979 durchbrach mit Otto Piller ein Sozialdemokrat die Hegemonie. Und seit diesem Zeitpunkt hat auch Deutschfreiburg immer einen Vertreter im Ständerat. Der Sensler Piller schaffte mit seiner Wahl also im doppelten Sinn etwas Besonderes: Er blieb 16 Jahre im Ständerat, und die zweiten acht Jahre sass ihm mit Anton Cottier sogar ein weiterer Deutschfreiburger Ständerat zur Seite. Der Jauner Cottier vertrat die Stadt Freiburg und sprach im Stöckli französisch. Seine Wahl 1987 markierte den Beginn der deutschsprachigen CVP-Ständeräte, folgte auf ihn doch 2003 Urs Schwaller. Wenn Schwaller Ende Jahr abtritt, dauert die Deutschfreiburger Präsenz im Ständerat schon 35 Jahre an, die letzten 27 Jahre immer durch einen CVP-Vertreter.

Die Freiburger Ständeräte seit 1972 sind: 1972 – 1979 Jean-François de Bourg- knecht (CVP) und Pierre Dreyer (CVP); 1979 – 1987: Otto Piller (SP) und Pierre Dreyer (CVP); 1987 – 1995: Otto Piller (SP) und Anton Cottier (CVP); 1995 – 1999: Pierre Aeby (SP) und Anton Cottier (CVP); 1999 – 2003: Jean-Claude Cornu (FDP) und Anton Cottier (CVP); 2003 – 2011 Alain Berset (SP) und Urs Schwaller (CVP); 2012 – 2015: Christian Levrat (SP) und Urs Schwaller (CVP). uh

Zahlen und Fakten

614 Delegierte haben Stimmrecht

Noch im letzten Jahr hat die kantonale CVP in einer Statutenänderung den Kreis der Delegierten neu bestimmt. Die Wahlkreise stellen mit 15 Delegierten pro CVP-Grossrat den Löwenanteil: Freiburg-Stadt 45, Saane-Land 90, Sense 90, Greyerz 90, See 45, Glane 45, Broye 60, Vivisbach 30. 25 Stimmen hat das Direktionskomitee und 33 Stimmen die Grossräte. Dazu kommen anerkannte Bewegungen wie die Jung-CVP oder die CVP-Frauen mit insgesamt 40 Stimmen. Weiter 21 ehemalige Amtsträger mit je einer Stimme. Im Maximum können also 614 Personen an der Delegiertenversammlung abstimmen; die Partei erwartet 450 bis 500.uh

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