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Wahl von Jean-Claude Cornu zum neuen KGV-Direktor löst Welle des Protests aus

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Autor: Arthur zurkinden

102 Personen haben sich um die Stelle des Direktors der Kantonalen Gebäudeversicherung (KGV) beworben. 17 von ihnen wurden vom KGV-Verwaltungsrat zu einem Gespräch eingeladen, mit drei Kandidaten wurde ein Assessment (externe Beurteilung) durchgeführt, zwei Kandidaten wurden dann vom Staatsrat angehört. «Die grosse Berufserfahrung von Jean-Claude Cornu, seine Sichtweise der künftigen Herausforderungen der KGV wie auch seine Auffassung von der Direktionstätigkeit und seine Leichtigkeit in der Kommunikation haben den Staatsrat überzeugt», liess dieser am Mittwoch verlauten. «Der Staatsrat hat sich für die beste Persönlichkeit entschieden, die in dieser wichtigen Aufgabe für Kontinuität sorgt», betont Staatsratspräsident Beat Vonlanthen gegenüber den FN und versichert, dass nicht parteipolitische Überlegungen, sondern eine seriöse Analyse der Kandidaten zu dieser Wahl geführt hat.

Cornu nicht Favorit des KGV-Verwaltungsrates

Die Tageszeitung «La Liberté» hatte schon in ihrer gestrigen Ausgabe aufgrund einer Indiskretion über die Wahl Cornus berichtet und dabei erfahren, dass sich der Staatsrat nicht für den Kandidaten entschieden hat, welcher vom Verwaltungsrat der KGV vorgeschlagen wurde, was gestern bestätig wurde. Offenbar wollte der Verwaltungsrat einem Spezialisten für Naturgefahren den Vorzug geben. Staatsrat Erwin Jutzet, Präsident des KGV-Verwaltungsrates, wollte sich nicht zum Wahlvorgang innerhalb des Staatsrates äussern, aber ihm war von weitem anzusehen, dass er mit dieser Wahl nicht zufrieden ist. Die SP des Kantons Freiburg sprach denn auch sogleich von einem politischen Handel. «Die Parteizugehörigkeit zählt mehr als die fachliche Kompetenz», hielt Präsident David Bonny an einer Medienkonfernez fest. Der KGV-Verwaltungsrat habe alles unternommen, damit die fachlich beste Person gewählt werde. Die bürgerliche Mehrheit des Staatsrates habe sich dann aber für einen bürgerlichen Kandidaten entschieden.

«Heuchlerisch und unehrlich»

SP-Vizepräsidentin Ursula Krattinger-Jutzet kommentierte die Wahl als «schockierend, heuchlerisch und unehrlich» und machte sogleich die CVP dafür verantwortlich, dass die KGV zu einer «Werkstatt ausgemusterter und abgewählter Kandidaten wird», ohne aber die fachlichen Qualitäten von Cornu in Frage zu stellen.

Für die SP ist es aber nichts Neues, dass den gescheiterten Staatsratskandidaten wie Jean-Claude Cornu im bürgerlich regierten Freiburg eine goldene Staatsstelle verschafft wird. So erinnerte sie daran, dass der nicht gewählte CVP-Staatsratskandidat Jean-Luc Bächler im Jahre 2002 zum Gerichtspräsidenten des Broyebezirks gewählt oder der FDP-Staatsratskandidat Pascal Friolet im Jahre 2003 zum Direktor des Handelsregisters ernannt wurde.

Bürgerliche Allianz geht weiter

Nach der Wahl Cornus muss der Glanebezirk im Herbst einen neuen Oberamtmann wählen. Für die SP ist klar, dass die FDP keinen Kandidaten stellen und ein CVP-Vertreter gewählt wird. Und sie wies auch darauf hin, dass der Grosse Rat gestern den CVP-Vertreter Laurent Schneuwly zum Präsidenten des Saanegerichts gewählt hat, obwohl die Justizkommission eine politisch neutrale Person vorgeschlagen hatte. «Die bürgerliche Allianz geht weiter», lautete der Kommentar der SP, deren Anliegen es ist, dass das Volk «von diesen Machenschaften Kenntnis nimmt».

Die Wahl Cornus zum KGV-Direktor stösst aber nicht nur bei der politischen Linke sauer auf. Enttäuscht äusserte sich auch CVP-Grossrat Bruno Jendly, Präsident der Gebäudeschätzungskommission des Sensebezirks. Auch er weist darauf hin, dass sich der KGV-Verwaltungsrat so viel Mühe gegeben hat, die Kandidaten zu prüfen, um den besten vorzuschlagen. Er vermutet, dass hier politisch jongliert wurde. «Das ist nicht sauber», bemerkt er gegenüber den FN, ohne Cornu die fachliche Kompetenz abstreiten zu wollen. Er stellte fest, dass auch andere Sensler CVP-Grossräte den Entscheid des Staatsrates nicht begreifen können. «Vorläufig kein Kommentar», sagte CVP-Kantonalpräsident Emanuel Waeber.

Gleich tönte es auch aus dem Munde von CSP-Grossrat Bruno Fasel, der die KGV bestens kennt, war er doch während 19 Jahren Feuerwehr-Instruktor. «Die Wahl ist falsch gelaufen. Es war meiner Meinung nach ein politischer Entscheid», ist er überzeugt.

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