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Wahlwerbe-Spott

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

An ihren Krawatten sollt ihr sie erkennen, habe ich immer gedacht. Und jetzt das. Der Pöstler hat das dicke Couvert mit den Wahlprospekten der Freiburger Parteien gebracht. Und was sehe ich? SP-Ständerat Christian Levrat trägt einen bürgerlichen Binder unter dem leicht stoppeligen Kinn. Ja, er präsentiert auf dem SP-Prospekt sogar zwei verschiedene Modelle: schwarz mit weissen Punkten und rot mit weissen Punkten (die Symbolik dahinter muss ich nicht erklären, die sieht auch ein Farbenblinder).

 

 Bei der selbst ernannten Wirtschaftspartei par excellence hingegen, der FDP: offene Hemdkragen, so weit das Wählerauge reicht. Sogar die Alibi-Frau unter den FDP-Männern trägt keine Krawatte, äh, kein Foulard. Was will uns das sagen? Ist der Sozialdemokrat der bessere Bürgerliche? Oder will die krawattenlose FDP damit ihre behauptete Lösungsfindungspotenz unter Beweis stellen? Zu eng gebundene Krawatten stehen ja im Ruf, die Denkfähigkeit zu beeinträchtigen. Diesbezüglich ist wenigstens auf die SVP-Mannen Verlass: Die tragen alle feines Tuch um den Hals, auch wenn die Krawatten der parteiischen Volksvertreter so eng gebunden sind, dass … Item. Vielleicht rühren daher auch die leicht geröteten Köpfe?

 

 Krawattiert sind auch die jungen SVPler. Sie zeichnen sich aber vor allem dadurch aus, dass sie auf ihrem Flyer als Einzige den Nachnamen vor dem Vornamen nennen: So wie das die Schwinger tun. Aha, die wollen also ganz «Böse» sein. Wobei alle recht lieb aussehen, der Gendre Rémy sogar so «verschüpft», ich glaube, sogar die Soziologiestudentin von den Jungen Grünen würde den mit einem Wyberhaken mit links aufs Kreuz legen.

 

 Apropos flachlegen. Geht es nur mir so, oder sind die Kandidatenslogans der CVP etwas ungünstig gewählt? «Ich mache es für alle», «Ich mache es für den Nachwuchs» – bei mir löst das Assoziationen aus, die nichts mit Politik zu tun haben. Übrigens, ich mache es fürs Geld (also diese Kolumne schreiben, nicht das, was Sie jetzt vielleicht meinen).

 

 Und ansonsten? Blaustichige CSPler, gradlinige Politiker mit schiefer Syntax, ein 67-Jähriger mit Ohrring (ohne Krawatte), ein 38-Jähriger in der Jungen CVP (ohne Krawatte), ein Käseaffineur mit käsegelber Krawatte und ein 20-jähriger Ständeratskandidat (ohne alles, nicht mal Krawatte). Und abwechslungsweise der Mensch, Gott, die Zukunft oder die Vergangenheit (pardon, die Freiheit) im Zentrum.

 

 Nur eines habe ich nicht ganz verstanden: Wieso durfte neben den Parteien auch der Imkerverein seine Broschüre beilegen?

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