Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Wahre Geschichten aus einem gespaltenen Land

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

«Die Übergänge zwischen Wahrheit und Fiktion sind manchmal fliessend», sagt die Schweizer Autorin Milena Moser über ihr neues Buch «Hinter diesen blauen Bergen». Gestern präsentierte die 54-Jährige ihr Werk den Schülerinnen und Schülern des Kollegiums Heilig Kreuz in Freiburg, las daraus vor und stellte sich den Fragen der Jugendlichen. Nach mehreren erfolgreichen Romanen wagt sich Moser mit dem dezidiert autobiografischen Ich-Text in neue Gefilde: «Was ich im Buch beschreibe, ist schlicht und einfach mein Leben», sagt sie. «Auch wenn das, was ich erlebt habe, zum Teil einen fiktiven Eindruck macht».

Alltägliche Absurditäten

Fiktiv und überzeichnet wirken Mosers Erlebnisse, weil sie damit in erster Linie die dunklen Seiten und die alltäglichen Absurditäten ihrer Wahlheimat Amerika auf eindringliche Weise herausstreicht (siehe Kasten). Etwa wenn sie von einem Besuch in einem unterfinanzierten Krankenhaus erzählt, wo ihr Lebenspartner – ein amerikanischer Ureinwohner – mit Rassismus konfrontiert und als Obdachloser abgestempelt wird. Oder wenn sie die tragische Lebensgeschichte eines Kriegsveteranen aufrollt, der nach dem Irakkrieg in der Gesellschaft nie wieder Fuss fassen konnte.

Moser thematisiert die Probleme der amerikanischen Gesellschaft im Kleinen und Unspektakulären: In der Schilderung ihres Versuchs, einen amerikanischen Führerschein zu machen, wird die kafkaeske Bürokratie der USA deutlich, in einem Gespräch mit drei Jugendlichen manifestiert sich die Perspektivlosigkeit einer ganzen Generation. «Amerika ist eher ein Entwicklungsland als eine Grossmacht», bilanziert Moser.

«Ich bleibe Optimistin»

Ein Schüler wollte von der Autorin wissen, ob die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft durch die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten weiter verstärkt worden sei. «Die Amerikaner waren schon zur Präsidentschaft von Barack Obama extrem gespalten», antwortete Moser. «Der ganze Hass, die Vorurteile und die Unzufriedenheit blieben aber oft unausgesprochen. Mit Trump ist das jetzt alles aufgeplatzt wie eine Eiterbeule», so Moser. «Warum kommen Sie denn nicht einfach wieder zurück in die Schweiz?», fragte eine andere Schülerin. «Momentan ist das für mich keine Option. Ich fühle mich in Amerika zu Hause. Hier in der Schweiz komme ich mir immer vor wie ein Gast», antwortete die Autorin. Denn trotz all der ernüchternden Erlebnisse blickt Moser positiv in die Zukunft. «Ich bin und bleibe eine grosse Optimistin», gab sie den Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg. «Die USA haben zum Glück einen schnellen Stoffwechsel. Zwischen der McCarthy-Ära und Woodstock liegt zum Beispiel nur ein Jahrzehnt.» Sie sei deshalb zuversichtlich, dass sich aus der jetzigen Situation auch etwas Positives entwickeln könne. «Amerika wird wieder aus diesem Sumpf herauskommen», zeigte sich Moser überzeugt. «Auch wenn vielleicht zuerst alles noch schlimmer kommen muss».

Zur Person

Auswanderin und Erfolgsautorin

Die Schweizer Schriftstellerin Milena Moser wurde 1963 in Zürich geboren. Sie absolvierte die Diplommittelschule und eine Buchhändlerlehre. In den 1990er-Jahren wurde sie mit ihrem Roman «Die Putzfraueninsel» berühmt. Es folgten verschiedene Romane und Krimi-Kurzgeschichten. Neben ihrer Schreibtätigkeit gründete Moser zusammen mit der Autorin Sibylle Berg eine Schreibschule für Laien. Die 54-Jährige Zürcherin lebt und arbeitet seit 2015 in der Stadt Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexiko. In ihrem neuesten Buch «Hinter diesen blauen Bergen» erzählt Moser von ihrem Leben in den USA.

lr

Meistgelesen