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«Walliser Modell» wird geprüft

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«Walliser Modell» wird geprüft

Arbeitsgruppe prüft Rahmenbedingungen für die Akutversorgung im Seebezirk

Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Staatsrats und Vertretern des Seebezirks hat den zukünftigen Leistungsauftrag des Bezirksspitals Merlach diskutiert. Man kam zum Schluss, das «Walliser Modell» genauer unter die Lupe zu nehmen.

Von PATRICK HIRSCHI

Der Staatsrat hat seine Delegation für das Gesundheitswesen beauftragt, zusammen mit einer Delegation des Seebezirks Gespräche zu führen, um den zukünftigen Leistungsauftrag von Merlach zu umschreiben. Dieser Leistungsauftrag müsse der vom Bundesrat geforderten Bettenreduktion für den Kanton Freiburg (siehe Kasten) in geeigneter Weise Rechnung tragen, meldet die Direktion für Gesundheit und Soziales in einem Pressecommuniqué vom Freitag.

Die Mitglieder dieser Arbeitsgruppe seien sich in ihrer ersten Sitzung einig gewesen, dass der Vorschlag des Staatsrats von Anfang Februar weiterverfolgt werden soll. Dieser sieht vor, in Merlach eine Akutmedizin für leichtere Fälle, planbare Chirurgie respektive Orthopädie sowie eine Notfallversorgung während des Tages sicher zu stellen. Ein ähnliches Modell wird zurzeit im Wallis diskutiert.

Sensebezirk ist in der
Arbeitsgruppe vertreten

Man sei sich in der Arbeitsgruppe bewusst, dass dieses Modell sowohl strukturelle Änderungen als auch Änderungen im Leistungsangebot des Akutbereichs mit sich bringen werde, heisst es weiter. Bis im Sommer 2004 will die Arbeitsgruppe den Vorschlag des Staatsrates beurteilen und konkretisieren. Dazu gehört die Diskussion um die neue Aufgabe für das Spital Merlach. Zudem müsse abgeklärt werden, welche anderen Akutspitäler jene Leistungen erbringen sollen, die in Merlach nicht mehr angeboten werden. Das Ziel der Arbeitsgruppe bestehe darin, dem Staatsrat einen konkreten Vorschlag mit einem Zeitplan zur Umsetzung zu unterbreiten.

Die Arbeitsgruppe hat beschlossen, zwei Vertreter des Sensebezirks zu den weiteren Sitzungen einzuladen. Dies wurde beschlossen, weil sämtliche Entscheide betreffend Merlach auch einen Einfluss auf das Spital Tafers hätten.

Beraten und begleitet wird die Gruppe von einem externen Experten. Allerdings soll kein neuer Expertenbericht entstehen, sondern eine fachliche Unterstützung angeboten werden.

Wird der Süden Verständnis zeigen?

Für Hansjürg Herren, Generalsekretär der Direktion für Gesundheit und Soziales, stellt dieser Beschluss einen Startschuss für die Arbeitsgruppe dar. In erster Linie müssen die juristischen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. «Folgende Fragen müssen gestellt werden: Entspricht die Lösung den Vorgaben des Bundesrats? Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis? Und ist es die oft zitierte ?», fasst Herren zusammen.

Schon nach den ersten publik gewordenen Erwägungen des Staatsrates vor einem Monat war aus dem Süden des Kantons zum Teil heftige Opposition spürbar. Dort wurde die Spitalplanung ohne Wenn und Aber umgesetzt, und für den Norden werde nun mit anderen Ellen gemessen, lautete der Grundtenor.

Ist jetzt nicht mit noch mehr Widerstand aus der südlichen Kantonshälfte zu rechnen? «Jedes Spital fühlt sich als Sonderfall», meint Herren. Der See- und Sensebezirk seien sich sehr wohl bewusst, dass die Interessen des Südens ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Aber schliesslich sei schon seit 1997 klar, dass See- und Sensebezirk gesondert betrachtet werden müssen – unter Einhaltung der Rahmenbedingungen, verstehe sich.

Ähnlich sieht es Christiane Feldmann, die Interims-Präsidentin des Gemeindeverbandes des Seebezirks. «Sollte es aus finanziellen Gründen Einwände geben, habe ich vollstes Verständnis dafür», sagt sie. Der Seebezirk wolle keine Lösung, die den Kanton mehr kosten würde als die jetzige Situation.

Man müsse dem Süden aber klar machen, dass der Staatsrat mit seinem aktuellen Entscheid keine «Umkehr» vorgenommen habe. Lediglich die Richtung habe sich jetzt etwas konkretisiert. Aber selbst für den Seebezirk sei es noch zu früh, zufrieden zu sein. Allerdings sei man froh, dass beide Seiten bereit sind, etwas Neues zu erarbeiten.

M itglieder der Arbeitsgruppe. Kanton: Ruth Lüthi, Staatsrätin; Pascal Corminboeuf, Staatsrat; Urs Schwaller, Staatsrat; Hansjürg Herren, Generalsekretär; Patrice Zurich, Dienstchef. See: Christiane Feldmann, Präsidentin Gemeindeverband; Daniel Lehmann, Oberamtmann; Siegfried Walser, Präsident Spitalverband; Hubert Schibli, Spitaldirektor; Werner Zürcher, Präsident Verein Akutversorgung. Sense: Marius Zosso, Oberamtmann; 1 Mitglied des Vorstandes des Spitalverbandes.
Muss Kanton weniger Akutbetten reduzieren?

Vor zwei Jahren verlangte der Bundesrat vom Kanton Freiburg, 268 Betten zu streichen. Neue Erkenntnisse zeigen, dass eine Reduktion um 160 Betten offenbar genügen würde.

Im Jahr 2002 hatte der Bundesrat eine Beschwerde der Schweizerischen Vereinigung der Krankenkassen «Santésuisse» gegen die Freiburger Spitalplanung teilweise gutgeheissen. Zur damaligen Zeit wurden im Schnitt 4,2 Akutbetten auf 1000 Einwohner betrieben. Vorgesehen war eine Reduktion auf 3,1 Betten. Dies würde bedeuten, dass im Kanton Freiburg zurzeit ein Überangebot von 268 Betten besteht.

Laut Bundesamt für Statistik ist allerdings bis ins Jahr 2011 mit einem Anstieg der Bevölkerung von 244 016 auf rund 260 000 Personen zu rechnen. Dies gelte es zu berücksichtigen, schreibt die Direktion für Gesundheit und Soziales. Zudem müssen in absehbarer Zeit statt 80 neuerdings 90 Prozent der Einwohner innerhalb des Kantons behandelt werden. Es könne deshalb davon ausgegangen werden, dass ein Abbau von 160 Betten gegenüber dem heutigen Angebot den Anforderungen des Bundesrates genügen sollte.

H_Focus berücksichtigte
den politischen Aspekt nicht

Nicht zuletzt aufgrund des Bundesratsentscheides hatte die Spitalplanungskommission dem Staatsrat im Herbst 2002 empfohlen, die Variante Spitalverbund zwischen Merlach und mehreren Berner Spitälern («Neue Horizonte») nicht weiter zu verfolgen. Der Staatsrat war dieser Empfehlung im Januar 2003 gefolgt und hatte die Expertenfirma H_Focus damit beauftragt, für die Akutversorgung im Seebezirk eine Lösung aufzuzeigen. Die Gemeinden des Seebezirks hatten ihrerseits Hans U. Balthasar mit einer Studie beauftragt.

H-Focus kam zum Schluss, dass eine innerkantonale Lösung die günstigste ist. Diese wird aber im Seebezirk nur schlecht akzeptiert. H_Focus habe aber die politische Perspektive bewusst nicht berücksichtigt, schreibt die Gesundheitsdirektion.
Balthasar seinerseits erachtete als günstigste Lösung den Erhalt des Akutspitals Merlach, integriert in einen Berner Spitalverbund. Wie die Gesundheitsdirektion festhält, wurde dabei aber die finanzielle Beteiligung des Kantons Freiburg an den Spitalaufenthalten in Bern nicht aufgezeigt. hi/Comm.

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