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Wann ist ein Mann ein Mann?

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Kolumne Wann ist ein Mann ein Mann? Den Kindern fehlt es an männlichen Vorbildern, haben wir letzte Woche aus der Freiburger Presse erfahren. Wieder einmal wurde uns vor Augen geführt, dass Männer nicht nur im Schulwesen, sondern auch zu Hause in Sachen Erziehung oft durch Abwesenheit glänzen. Die Knaben hätten es deshalb schwer, eine eigene Identität zu bilden. Aber hier sei die Frage erlaubt: Was genau ist die männliche Identität? Es scheint sich wirklich etwas verändert zu haben im Rollenverständnis des Mannes. Glaubte man in den Achtzigerjahren (es war 1984, um genau zu sein) noch an Grönemeyers Hit «Männer», so kommen heute einige Zweifel auf: Männer stehen nicht mehr ständig unter Strom (sonst hätte Hitzfeld das Angebot des DFB annehmen müssen), (Staats-)Männer bauen nicht mehr nur Raketen (sie sind nach dem Ende des Kalten Krieges auch abrüstungswillig) und sie weinen – wie sympathisch – nicht mehr nur heimlich (wie ja an der EM wieder einmal eindrücklich unter Beweis gestellt). Leider führen sie immer noch Kriege und lieben gern am Telefon (bzw. am Internet, aber das gabs ja damals noch nicht). Wie viel des traditionellen Rollenverständnisses ist heute eigentlich noch zeitgemäss bzw. wie viel muss davon noch einfliessen? Ist ein männlicher Mann einer, der auch am Abwaschtrog steht, Windeln wechselt, Einkäufe tätigt und Cumulus-Punkte sammelt? Oder muss ein männlicher Mann selten zu Hause, dafür im Sportclub sein, die Erziehungsaufgaben delegieren und sich um vermeintlich Wichtigeres kümmern? Oder ist es etwas dazwischen? Das vermeintlich starke Geschlecht (entschuldigen Sie diesen am Aussterben bedrohten Ausdruck) in der Identitätskrise, sozusagen. Und das nicht erst seit ein paar Monaten. Nehmen wir zur Anschauung ein prominentes Beispiel, das über vermeintlich männliche Tugenden (sofern es die noch gibt), Kraft, Aggressivität, Fortpflanzungsfähigkeit und sicheres Einkommen verfügt: Beckham. Wäre er vor 20 Jahren nicht schräg angeschaut worden (von Männlein wie von Weiblein)? Heute fallen gut aussehende, gepflegt auftretende (es muss ja nicht gleich Nagellack sein) und modisch gekleidete (ein Dank auch an die Frauen) nicht mehr auf. Nein, für die Spezies Beckham und Konsorten wurde sogar eine spezielle «Gattung» kreiert: metrosexuell. Und so sollen Buben aus ihrer Identitätskrise herausfinden? Vom Staatsrat erfahren wir, dass 40 Jahre nach Einführung der gemischten Klassen Mädchen immer noch traditionell weibliche Ausbildungen wählen und die Unterschiede im geschlechterspezifischen Verhalten nicht vermindert, sondern gefördert werden. Hat also die Emanzipationsbewegung fehlgeschlagen? Bekannt ist ja ebenfalls, dass Mädchen in Mädchen-Klassen besser gefördert werden. Auch ich, als emanzipierter Mann und Kuchenbacker muss mir von meinen Kolleginnen auf der Redaktion ab und zu männerfeindliche Bemerkungen gefallen lassen. Das stecke ich aber mit links weg – schliesslich bin ich ein Mann. In dieser Hinsicht hat Grönemeyers «Männer» nichts an Aktualität verloren: Männer habens schwer, nicht leicht. Von JEAN-LUC BRÜLHART

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