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War Jesus ein Einzelkind?

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War Jesus ein Einzelkind?

Bildungs- und Besinnungstag in Burgbühl

Mitglieder des katholischen Frauenbunds Deutschfreiburg und des Deutschfreiburger Verbands katholischer Landfrauen tagten in Burgbühl. «Die biblische Maria» stand im Zentrum der Diskussionen in Arbeitsgruppen und in Vorträgen.

Von ELISABETH SCHWAB-SALZMANN

Zur diesjährigen gemeinsamen Tagung in Burgbühl war Sabine Bieberstein als Referentin eingeladen. Sie animierte die rund 75 Tagungsteilnehmerinnen dazu, über ihre verschiedenen Marienbilder nachzudenken: von dem der jungen Frau, die unverhofft schwanger wird, über die resolute Mutter, die den jungen Jesus aus dem Tempel holt, bis hin zur Madonna, die über Jahrhunderte hinweg das Idol von Malern, Bildhauern und Sängern war.

Eine brisante Entdeckung

Marien-Bilder vom frühen Mittelalter bis Emil Nolde regten die Diskussion an: «Für mich ist Maria keine Königin», sagte eine Frau. «Ich freue mich besonders über die Madonna in Gold», meinte eine andere. Viel persönlich Erlebtes kam zur Sprache: Rosenkranzgebete, das Besuchen von mehreren Gottesdiensten an einem Sonntag, Singen von Marienliedern («Maria, breit den Mantel aus») etc.

Bieberstein erarbeitete gemeinsam mit den Frauen die Lebensstationen von Maria: von der Verkün-
digung, der Geburt Jesu, dem Verhältnis Marias zur Cousine Elisabeth (die Mutter von Johannes dem Täufer) über die Hochzeit zu Kana, Flucht nach Ägypten bis zur Maria, die am Kreuz Jesu wachte.

Einzelkind oder Grossfamilie

Im Markus-Evangelium machte die Frauengruppe eine brisante Entdeckung. Sie lasen: «Da kamen seine Mutter und seine Brüder, sie blieben vor dem Haus stehen und liessen ihn (Jesus) herausrufen.» Es wurde heftig darüber debattiert, ob Jesus tatsächlich Geschwister hatte oder ob Maria ihn als Einzelkind aufgezogen hatte.

Gemäss Bieberstein stritten sich die Kirchenfürsten und Geschichtsforscher schon vor hunderten von Jahren darüber. Bei den Juden, hiess es, seien alle Mitmenschen im engeren Umkreis Brüder und Schwes-tern genannt worden. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass Jesus tatsächlich Schwestern und Brüder gehabt hatte, sei gross, meinen Religionsforscher.

«Ich bin
die Sklavin Gottes»

Beim Lesen des Lukas-Evangeliums fragte man sich: War Maria ein gewöhnliches junges Mädchen, das ein uneheliches Kind erwartete, oder «Maria die Gottesgebärerin». Als Maria vom Engel verkündet wurde, dass sie den Sohn Gottes gebären werde, sagte sie: «Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne (d. h. mit keinem Mann sexuell verkehre)? Der Heilige Geist werde über sie kommen, bei Gott sei nichts unmöglich, auch die Verwandte Elisabeth sei in hohem Alter noch schwanger geworden, antwortete der Engel. Maria antwortete: «Ich bin die Sklavin Gottes, mir geschehe, wie du es gesagt hast.»

Schutzpatronin und Ideal

Sabine Bieberstein spricht mit grossem Interesse über Maria. «Einerseits steht Maria den Frauen so nahe, weil sie mit ihren Alltagssorgen zu ihr beten können. Sie ist aber auch die Schutzpatronin für Männer und Frauen.» Andererseits spricht die Referentin auch das negative Bild an: «Maria wird idealisiert, ihre Demut, ihr Gehorsam und das Bild der über alle Zweifel Erhabenen wurde den Frauen von der Kirche als Ideal dargestellt, das zu erreichen schwierig bis unmöglich ist.»
Zur Person

Dr. Sabine Bieberstein ist Neutestamentlerin, war Projektverantwortliche des Schweizerischen katholischen Bibelwerkes für das Jahr der Bibel 2003 und ist freiberuflich als Referentin in der Erwachsenenbildung in Bamberg tätig. Sie studierte in Tübingen und war Assistentin von Professor Venetz in Freiburg. Sie lebte rund zehn Jahre in der Schweiz. ess

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