Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Warmherzig und menschlich

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Aldo Fasel

«Weisst du, Charly, im Leben muss man lieben, und zwar sehr. Man darf niemals Angst haben, zu sehr zu lieben. Diejenigen, die den Schmerz fürchten, glauben nicht an das Leben. Verstehst du, Charly: Was auch geschieht, sieh zu, dass dein Herz immer voll ist. «

Diese anmutenden Worte legt der Autor Samuel Benchetrit seinem kleinen Helden in den Mund. Charly ist alles andere als privilegiert, er gehört nicht zu den wohlstandsverwahrlosten Kindern, von denen es in unseren westlichen Gesellschaften nur so wimmelt.

Schwierige Verhältnisse

Im Gegenteil, der kleine sympathische Überlebenskünstler hat es gar nicht einfach. Seine Eltern stammen aus Mali, aus einer ehemaligen französischen Kolonie. Seitdem sein Vater mit allen Papieren der Familie Hals über Kopf Frau und Kinder verlassen hat, lebt die Mutter als Illegale in Frankreich. Henry, Charlys Bruder, ist drogenabhängig.

Immerhin hat die Mutter eine mässig bezahlte Arbeit als Haushälterin bei einem älteren Ehepaar gefunden, allerdings schwarz und ohne jegliche Sicherheit oder gar Garantie. Doch der Autor hat es nicht darauf abgesehen, den Lesern eine soziologische Abrechnung mit den dortigen Vorstadtverhältnissen und Unruhen zuzumuten. Vielmehr weist er auf sehr raffinierte und subtile Art auf herrschende Missstände hin. Im Zentrum der Geschichte steht zweifelsohne der kleine Charly mit seiner Gedankenwelt, seiner Sicht der Dinge und der Welt.

Beste Unterhaltung

Als seine Mutter plötzlich frühmorgens von der Polizei abgeholt wird und nicht wieder zurückkehrt, ist er plötzlich ganz auf sich alleine gestellt. Der Autor lässt nun den Leser sozusagen als Begleitperson von Charly agieren.

Wir Leser folgen ihm auf Schritt und Tritt an diesem entscheidenden Tag. Was wir dabei über diesen klugen und liebenswürdigen Jungen erfahren, ist einfach nur wunderschön, herzerwärmend und beste Unterhaltung dazu! «Mit klopfendem Herzen läuft er durch das Viertel, erzählt von seinen Sorgen und von den zwei Frauen, die er liebt – seine Mutter und seinen heimlichen Schwarm Mélanie. Und wenn er gar keine Antworten mehr findet, sucht er Zuflucht bei den Versen seines Lieblingsdichters Rimbaud.» (Verlagsinfo)

Eine Überlebensstrategie

Charly hat kein Geld, aber er hat etwas, was es glücklicherweise nicht zu kaufen gibt: Liebe. Diese Liebe bedeutet für den pfiffigen und witzigen Jungen eine echte Überlebensstrategie. Der Autor lässt seinen Helden in der Ich-Form handeln und den Leser direkt ansprechen. Diese Erzähltechnik macht die Lektüre ungemein spannend, nicht zuletzt, weil die Sprache unkompliziert und prägnant ist.

Dieses Buch ist voller Lebensweisheit und Herzensgüte. Es regt zum Nachdenken an, es hat eine einzigartige Wirkung auf den Leser, die lange anhält.

Samuel Benchetrit, geboren 1973, ist Schriftsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Er erhielt für «Rimbaud und die Dinge des Herzens» 2009 den begehrten französischen Prix Populiste.

Samuel Benchetrit:Rimbaud und die Dinge des Herzens. Roman, Berlin, Aufbau-Verlag, 2011, 253 S.

Aldo Faselist Leiter der Volksbibliothek Plaffeien-Oberschrot-Zumholz.

Mehr zum Thema