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Warum der Kirchturm von Tafers neue Schindeln braucht

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Der Kirchturm von Tafers ist derzeit komplett eingerüstet, denn er erhält dieser Tage eine Totalsanierung. Nicht nur die Schindeln werden ersetzt, auch die Uhr und das Mauerwerk werden erneuert.

Der spitze Kirchturm prägt das Ortsbild von Tafers. In einigen Wochen wird er etwas anders aussehen. Die Schindeln auf dem Dach werden in einem hellen Braun strahlen und die Mauer in frischem Weiss. Denn der Kirchturm wird derzeit total saniert.

Das war nötig geworden, weil die rund 50-jährigen Dachschindeln besonders im unteren Teil des Turms so verwittert waren, dass Wasser durch Löcher ins Innere gelangte, wie die für die Kirche zuständige Pfarreirätin Yolande Spicher erklärt. Das wiederum schwächte das Gebälk im Inneren des Turms: Wichtige Tragebalken mussten ersetzt werden. Auch am Mauerwerk zeigten sich Schäden. Bei den Fenstern trockneten Fugen aus, wodurch ebenfalls Wasser ins Innere gelangte. «Wir sagten uns, wenn wir schon den ganzen Turm einrüsten, wollen wir möglichst alles sanieren, was wir können», sagt Hans Jungo, Pfarreipräsident von Tafers. So sind auch die Zeiger der Turmuhr in der Revision. 

Die Pfarrei kann auf die Hilfe von Architekt Josef Catillaz zählen. «Wir schauen jede Aktion mit dem Amt für Kulturgüter an, weil es sich bei der Kirche St. Martin um ein geschütztes Objekt handelt», sagt er. So war auch von Anfang an klar, dass die Holzschindeln ersetzt werden müssen und kein anderes Dach infrage kommt.

Mauersegler nicht stören

Die Sanierung wurde in den Herbst verlegt, um die kleinen sommerlichen Bewohnerinnen und Bewohner des Turms nicht zu stören: Von Mai bis Ende August ziehen nämlich Mauersegler in extra angebrachten Nistkästen ihre Jungen auf. «Wir haben das Gerüst für die Vorarbeiten zunächst so gebaut, dass die Mauersegler ungestört zu den Nistkästen fliegen können.» Hans Jungo erinnert sich an eine Anekdote: «An einem Tag hat es ein Plastikstück vor die Nistkästen geweht. Ich stieg auf das Gerüst, um es zu entfernen – und sofort kamen die Mauersegler angeflogen.»

Mittlerweile sind die Mauersegler ausgeflogen, und die Handwerker sind fleissig an der Arbeit. Ein Maler ist daran, die Malereien unter dem Dach zu erneuern und nachzuzeichnen. Das dauert: Es braucht zwei Schichten, damit die Farben decken, erklärt er, als er mit einem Pinsel von Hand die feinen weissen Linien nachzeichnet.

220 Schindeln pro Quadratmeter

Darüber sind vier Zimmermänner und Schindelmacher damit beschäftigt, alte Schindeln wegzuräumen. Seit Anfang Woche haben sie das Turmdach sozusagen ausgezogen; nun zieht der Wind durch den schlanken Turm. Nur die vielen Nägel zeugen noch von der rund 50 Jahre alten Schindelverkleidung. 

Im unteren Teil ist das Dach schon neu. Die Dachdecker legen die rund 30 Zentimeter langen Schindeln jeweils so übereinander, dass eine neun bis zehn Zentimeter dicke Holzschicht entsteht. Rund 220 Schindeln pro Quadratmeter vernageln sie, sagt Peter Nydegger aus Sangernboden, einer der vier. Schindelmacher Werner Riesen aus Milken rechnet, dass das Dach in zwei bis drei Wochen fertig ist – je nach Wetter. Denn bei Regen wird die Arbeit auf dem Dach nicht nur rasch unangenehm, sondern auch gefährlich. 

Das Holz der Schindeln stammt von Fichten aus dem Schwarzseegebiet und aus Rüschegg. «Wir brauchen Holz aus Höhenlagen von ungefähr 900 bis 1000 Metern oder darüber. Dort wächst das Holz langsamer, und es gibt dadurch feinere Jahresringe», erklärt Riesen. Er wähle Holz von der Schattseite und windstillem Gelände, denn in geschützteren Lagen wachse es regelmässiger. Geschlagen werde es in einer bestimmten Mondphase. Riesen beachtet all diese Details, damit er die Schindeln im Anschluss optimal verarbeiten kann.

Einmal am Dach, dürften die neuen Schindeln wiederum rund 50 Jahre halten. Die nächste Turmrenovierung ist also eine Aufgabe der nächsten Generation, wie Pfarreipräsident Hans Jungo mit einem Lächeln sagt.

Zahlen und Fakten

Spendenaktion für die Finanzierung der Turmsanierung

Die Pfarreiversammlung Tafers hat im Juni 2020 einstimmig einem Kredit von 100‘000 Franken für die Kirchturmsanierung zugestimmt. Insgesamt rechnete die Pfarrei damals mit Kosten von 230‘000 Franken. Weitere 100‘000 Franken kamen von der Stiftung St. Martin der Pfarrei Tafers, und es gab 20‘000 Franken Subventionen vom Amt für Kulturgüter. Zudem startete die Pfarrei eine Spendenaktion: Alle Interessierten konnten für 100 Franken eine Packung Schindeln spenden. Die Aktion laufe sehr gut, sagt Pfarreipräsident Hans Jungo. Bisher seien rund 35‘000 Franken zusammengekommen. Die Sanierung dürfte wegen unvorhersehbaren Arbeiten etwas teurer werden. Jungo rechnet derzeit mit rund 260‘000 Franken. nas

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