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Warum ist der Frühling so trüb?

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Die Sonne hat sich in diesem Frühling nicht gerade oft gezeigt. Experte Mario Slongo erklärt, was die Klimaerwärmung mit dem nassen Wetter zu tun hat, und wann es wieder wärmer werden könnte.

Das Wetter ist immer ein gutes Gesprächsthema – aber diesen Frühling besonders: Schnee im März, ein kalter April, und ein regnerischer und kühler Mai. Der Frühling präsentiert sich heuer anders, als ihn viele gerne hätten.

Das aktuelle Wetter ist aber gar nicht so unüblich, wie FN-Wetterfrosch Mario Slongo sagt.

«Der Mai gehört zusammen mit dem Juni zu den nässesten Monaten.» Slongo kann das mit Daten belegen, denn in seinem Garten in Tafers befindet sich eine offizielle Regenmess-Station von Meteo Schweiz. Seit 1983 misst Slongo, wie viel Regen fällt. 

Bis Mitte Mai waren es bereits 104 Liter Wasser pro Quadratmeter, und somit mehr als im ganzen Mai des letzten Jahres. Schaut man sich aber die Daten der vergangenen dreissig Jahre an, so sind Regenfälle von mehr als 100 Liter Wasser pro Quadratmeter im Mai sogar ziemlich häufig.

Slongo sagt:

Es gibt sogar eine Bauernregel: Ist der Mai kühl und nass, füllt das dem Bauern Scheune und Fass.

Allerdings bekunden derzeit doch einige Kulturen Mühe mit dem kühlen und nassen Wetter, wie Frédéric Ménétrey, Direktor der Freiburgischen Landwirtschaftskammer, sagt (siehe Kasten). 

Weniger arktisches Eis

Warum aber haben wir solches «Hudelwetter»? Schuld ist vermutlich die Klimaerwärmung, auch wenn das paradox klingen mag. Mario Slongo erklärt: Durch die Erwärmung ist die Eisdecke im arktischen Meer nicht mehr so dick wie früher. Das frei bleibende Wasser nimmt die Sonneneinstrahlung auf und gibt diese im Winter an die Luft ab. Dadurch ist die arktische Luft weniger kalt. 

Wenn arktische Luft auf subtropische Luft stösst, stossen in der Regel sehr kalte und sehr warme Luftmassen aufeinander, was starke Winde auslöst. Diese starken Winde an der Luftmassengrenze nennt man Jetstream. In der Regel mäandriert der Jetstream in wendigen Schlaufen um die Erde herum. Weil nun aber die arktische Luft weniger kalt ist, ist der Unterschied zur subtropischen Luft kleiner und der Jetstream verliert an Energie. Dadurch werden die Schlaufen des Jetstreams grösser – und das bedeutet, dass eine Wetterlage länger «hängen» bleibt.

Bis Ende Monat

Im Moment befinden wir uns in einer von Norden nach Süden gewundenen Schlaufe des Jetstreams – «sie sieht aus wie eine Badewanne», sagt Slongo. Und in diese Badewanne bewegen sich viele Tiefdruckgebiete. Darum ist es bei uns trüb und nass. Und weil die Jetstream-Schlaufen grösser sind, bleibt das kühle und nasse Wetter länger hängen. Mario Slongo rechnet nicht damit, dass sich die Wetterlage vor Ende Mai ändert. 

«Viele meinen, dass der Treibhauseffekt automatisch zu wärmerem Wetter führen muss. Das muss aber nicht sein, denn auch solche kalte Wetterlagen, wie wir sie jetzt haben, können eine Folge davon sein», erklärt Slongo. Und: Klima ist nicht gleich Wetter. Wetter ist ein kurzfristiges Phänomen. Klima und Klimaveränderungen sind langfristig und äussern sich rein statistisch aus Werten einer mindestens dreissig Jahre umfassenden Zeitspanne.

Grundwasser stabil

Immerhin: Probleme wegen zu wenig Grundwasser gibt es momentan nicht. «Der Grundwasserpegel ist jetzt mit all den Niederschlägen recht hoch», sagt Mario Slongo. Falls es also im Sommer trocken werden würde, sieht es momentan nicht danach aus, als ob es einen Wassermangel geben würde. «Ein Monat Trockenheit macht nicht viel aus. Schwierig wird es, wenn es mehrere Monate hintereinander trocken ist», sagt Slongo. So, wie 2018, als es bereits im Frühling sehr trocken war. 

Landwirtschaft

Welchen Kulturen das nasse Wetter besonders zusetzt

«Die Lage ist nicht katastrophal, aber auch nicht gut»: So umschreibt Frédéric Ménétrey, Direktor der Freiburgischen Landwirtschaftskammer, den nassen Frühling. «Alles wächst langsamer dieses Jahr.» Da bestehe teils die Gefahr, dass sich die Pflanzen nicht genug stärken könnten für den Sommer, nicht genug lange Wurzeln machten, damit sie in trockenen Zeiten an Wasser kämen. Andere Pflanzen hätten es so nass, dass sie eingingen und neu angesät werden müssen, zum Beispiel Bohnen. Und vor allem die Kartoffeln drohten an Mehltau zu erkranken, wenn es sehr nass und kalt sei, dann aber plötzlich warm werde. Für Kulturen wie zum Beispiel den Tabak sei es derzeit schlicht zu nass, um ihn anpflanzen zu können. Für das Vieh gibt es zwar momentan genug Gras, aber weil der Boden so weich ist, drohten die Tiere die Weiden zu beschädigen. Viele Bauern würden zudem um diese Zeit den ersten Schnitt Heu machen – doch bisher sei es kaum lange genug warm gewesen, als dass dies möglich gewesen wäre. Auch der Alpaufzug könnte dieses Jahr verspätet werden. Derzeit liegt in den Voralpen teilweise noch Schnee und es ist noch nicht viel Gras gewachsen. Das könne sich aber in den Bergen relativ rasch ändern, sagt Ménétrey. nas

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