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Warum Johannes Paul II. heilig wird

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Kaum ein Laie stand dem 2005 verstorbenen Papst Johannes Paul II. so nahe wie der damalige Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde (PSG), Pius Segmüller. Anlässlich der morgigen Heiligsprechung des früheren Oberhirten hat der Freiburger Paulusverlag ein Buch herausgebracht–ein Interview mit Segmüller über seine Zeit als oberster Schutzherr des katholischen Kirchenoberhaupts. Segmüller nimmt darin in einem persönlichen Gespräch Stellung zu rund 50 Fragen, die ihm der polnische Theologie-Professor Robert Biel stellt. Im Zentrum steht Segmüllers Verhältnis zum Papst, das Gespräch dreht sich aber auch um die PSG und um Segmüllers Privatleben.

Heiligsprechung berechtigt

Für Segmüller ist die Heiligsprechung von Johannes Paul eine Selbstverständlichkeit. Dabei gehe es ihm nicht in erster Linie um die für einen solchen Schritt vorgeschriebenen Wunder, wie Segmüller im Gespräch betont, sondern um die «einzigartige Persönlichkeit» des damaligen Pontifex, um seine politische Ausstrahlung, namentlich seine Bedeutung für die Beendigung des Kalten Krieges mit allen ihren Folgen, aber auch seine Position in der Kirche. «Er hatte eine eigenständige, klare Linie. Er hätte die Kurie für die Erfüllung seiner eigentlichen Aufgaben gar nicht gebraucht», sagt Segmüller.

Johannes Paul sei zielstrebig und zugleich bedächtig gewesen. «Mit schien, seine Entscheide kamen nicht aus sich heraus, sondern fielen unter dem Einfluss Gottes.» Schliesslich habe Johannes Paul eine starke menschliche Dimension gehabt: «Er kam mit allen gut aus. Die Leute reagierten auf sein Charisma. Manchmal hatte man das Gefühl, in einem Popkonzert zu sein.»

Ein schwieriger Start

Nur am Rand angesprochen wird im Buch der eigentliche Grund von Segmüllers Ernennung zum Kommandanten: die Ermordung von Gardechef Alois Estermann sowie seiner Frau und der Tod eines Gardisten 1998. Segmüller war zuvor nicht Mitglied der PSG, die Berufung in sein neues Amt kam kurzfristig. Die erste Begegnung mit Johannes Paul schildert der damals 46-jährige Segmüller so: «Ich habe mich ein bisschen gebeugt und dem Heiligen Vater die Hand gegeben. Ich habe dabei keinen baciamano, also keinen Handkuss, gemacht. Ich habe einfach meine Hand gegeben und Johannes Paul hat sie fest gedrückt und gleichzeitig zu mir gesagt:‹Sie sind jung›.»

Die Bitte um den Schutz

Am Tag seiner Totenmesse forderten Millionen auf dem Petersplatz die umgehende Heiligsprechung von Johannes Paul, was eine Ausnahme in der katholischen Tradition gewesen wäre. Die Kirche nahm sich dennoch die nötige Zeit. Erst Papst Franziskus initiierte den Schritt, der am Sonntag vollzogen wird (siehe Kasten). Zugleich wird auch Johannes XXIII., der Papst des Zweiten Vatikanischen Konzils, im Kreis der Heiligen aufgenommen.

Auch dies ist für Segmüller ein sinnvoller Schritt. Johannes XXIII. sei der Papst seiner Jugend. Oft wenn er um die Sicherheit seines Schützlings besorgt gewesen sei, habe er sich zum Grab von Johannes begeben und ihn gebeten: «Jetzt musst du nach deinem Nachfolger schauen.» Die beiden Päpste haben für ihn eine innere Verbindung. Es sei wichtig, trotz der grossen Bedeutung von Johannes Paul auch dessen Vorgänger und Nachfolger zu würdigen, so Segmüller.

Pius Segmüller.«Im Dienste des Heiligen. Meine Erfahrungen mit Johannes Paul II. Ein Gespräch mit Robert Biel.» Paulusverlag, Freiburg, 2014.

Vorschau

Die doppelte Heiligsprechung

Morgen Sonntag werden die früheren Päpste Johannes Paul II. (bürgerlich Karol Wojtyla, 1920–2005) und Johannes XXIII. (Angelo Roncalli, 1881–1963, Papst von 1958 bis 1963) gemeinsam heiliggesprochen. Papst Franziskus hatte diesen Entscheid im vergangenen Sommer gefällt. Danach wurde der «Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit» als Termin für den Akt bestimmt. In kirchenkritischen Kreisen ist Kritik an der Heiligsprechung insbesondere des als konservativ geltenden Johannes Paul laut geworden.fca

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