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Warum No-Names Unsummen kassieren

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Derweil im europäischen Sport die Clubs frei sind, so viel Geld für die Spieler auszugeben, wie sie eben meinen aufwenden zu können, haben die Teams in den nordamerikanischen Profi-Ligen wie der National Football League (NFL), der National Hockey League (NHL) oder eben der NBA einen «Salary Cap» zu berücksichtigen. Diese Gehaltsobergrenze sorgt beispielsweise dafür, dass die 30 Mannschaften der NBA das gleiche Budget für die Spieler und Trainer zur Verfügung haben. Ziel dieser Massnahme ist, eine gewisse Ausgeglichenheit in der Liga zu wahren. Jede Organisation verfügt so im Grunde über die gleichen Chancen, sich einen Star zu angeln.

Milliarden an TV-Geldern

Auf die Saison 2016/17 hin steigt der Salary Cap nun massiv an. Statt 70 Millonen Dollar stehen den Teams nun 96 Millionen Dollar zur Disposition. Grund für die signifikante Aufstockung ist ein TV-Deal, der der Liga in den nächsten Jahren 24 Milliarden Dollar einbringen wird. Damit nicht genug: In der übernächsten Saison soll die Gehaltsobergrenze gar auf rund 102 Millionen Dollar ansteigen. Zum Vergleich: in der NHL, in der pro Team im Vergleich zur NBA doppelt so viele Spieler unter Vertrag stehen, beträgt der Salary Cap für die Saison 2016/17 74 Millionen Dollar. Dementsprechend üppiger sind die Gehaltschecks der NBA-Profis. Während die weltbesten Basketballer weit über 20 Millionen Dollar pro Jahr kassieren, kommt Sidney Crosby, der Star des amtierenden Stanley-Cup-Siegers Pittsburg Penguins, auf knapp 12 Millionen Dollar.

Die Arten der Free Agency

Der Geldsegen in der NBA wirkt sich unmittelbar auf die Free Agency aus. Damit sind die Spieler gemeint, deren Verträge ausgelaufen sind. Es werden dabei verschiedene Arten von Free Agents unterschieden. Ein vertragsfreier Spieler oder Unrestricted Free Agent kann frei wählen, für welche Mannschaft er künftig spielen will. Der bisherige Arbeitgeber kann jedoch von der sogenannten Bird-Regel profitieren. Diese besagt, dass der Verein seinem Spieler einen lukrativeren Vertrag anbieten kann als andere Teams, selbst wenn er damit den Salary Cap überschreitet. Zur Strafe wird für den Club eine Luxussteuer fällig, die dann wiederum unter den Teams aufgeteilt wird, die unter der Gehaltsobergrenze liegen.

Ein noch nicht ganz freier Spieler (Restricted Free Agent) kann Angebote anderer Clubs annehmen, das aktuelle Team kann mit diesen aber gleichziehen, um den Spieler halten zu können. Nicht selten sehen die Spieler dann von einem Wechsel ab, um im kommenden Jahr als Unrestricted Free Agent abzukassieren.

Schliesslich gibt es Vertragsoptionen, die ein vorzeitiges Aussteigen aus einem Vertrag–sei es vonseiten des Clubs oder aber des Spielers–ermöglichen. Die Spieler wahren sich dadurch die Möglichkeit auf einen besseren Vertrag, während die Clubs einen Spieler, der nicht performt, frühzeitig loswerden können.

Der Cap machts möglich

Der begehrteste Spieler auf dem Markt in diesem Sommer war gewiss Kevin Durant von den Oklahoma City Thunder, neben LeBron James vom amtierenden Titelhalter Cleveland Cavaliers und Stephen Curry von Vize-Meister Golden State als einer der drei Besten seines Fachs gehandelt. Der MVP aus dem Jahr 2014 mit dem Karriereschnitt von gut 30 Punkten pro Partie entschied sich für einen Wechsel zu Golden State, wo er sich die grösseren Chancen auf den ersten Titel seiner Karriere ausrechnet. Die Warriors konnten sich diesen Coup nur dank der Erhöhung des Salary Cap erlauben. Satte 54,3 Millionen Dollar überweisen die Kalifornier Durant für die nächsten zwei Saisons, gleichzeitig mussten etablierte Kräfte wie Harrison Barnes oder Andrew Bogut gehen, um die Lohnliste zu entlasten. Weil aber Curry seinerseits nächsten Sommer ein Free Agent sein wird, konnten die Warriors Durant (noch) nicht länger an sich binden, um die finanzielle Marge halbwegs offen zu halten.

In die gleiche Kategorie der Blockbuster-Transfers gehört jener von Dwyane Wade von den Miami Heat zu den Chicago Bulls. Der dreifache NBA-Champion und Free Agent hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben, der ihm 50 Millionen Dollar garantiert. Andere wiederum wie DeMar DeRozan von den Toronto Raptors wurden mit einem Maximalvertrag (entweder bekommt der Spieler einen Fixbetrag oder bis zu 30 Prozent des Salary Caps–in Abhängigkeit zu seiner Dauer in der Liga) ausgestattet. Er erhält über die nächsten fünf Jahre 139 Millionen Dollar.

Das Geld muss raus

Sind solch exorbitante Summen für die absoluten Superstars wie Durant und Wade noch zu verstehen, zeigen andere Wechsel auf, welche wundersame Blüten der Salary Cap treibt. Aufgrund der Erhöhung steigt auch die Mindestsumme, die ein Verein für die Löhne ausgeben muss. Diese liegt bei 90 Prozent. Ansonsten wird analog zur bereits erwähnten Luxussteuer eine Strafe fällig. Geld, das nicht mehr in Spieler investiert werden kann: Dies allein erklärt, weshalb No-Names wie Ryan Anderson (von Charlotte zu Houston, 80 Millionen für vier Jahre) oder Allen Crabbe (von Portland zu Brooklyn, 75 Millionen für vier Jahre) geradezu fürstlich entschädigt werden oder der solide, aber keineswegs überragende Spielmacher Mike Conley bei den Memphis Grizzlies einen Maximalvertrag über 153 (!) Millionen Dollar erhielt.

Den Profis kann das selbstredend egal sein. Sie profitieren ungeniert vom Spiel zwischen Angebot und Nachfrage und der prosperierenden NBA.

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