Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Warum sind Pflanzen eigentlich grün?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on print

Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Endlich Sommer. Sonnige Tage und hohe Temperaturen. Die Wälder und Wiesen erstrahlen in sattem Grün. Für uns ist dies das vielleicht offensichtlichste Merkmal von Pflanzen und Vegetation: ihre dominierende grüne Farbe. Interessanterweise ist dieses Grün, das wir als so wichtig und schön empfinden, eine Farbe, die für die Pflanzen selbst praktisch keine Bedeutung hat.

Wie denn das? Um das zu erläutern, müssen wir einen Blick auf die Photosynthese werfen. Im Gegensatz zu Tieren oder Pilzen stellen Pflanzen ihre eigenen Nahrungsmoleküle selbst her. Bei der Photosynthese nehmen Pflanzen Kohlendioxid, Wasser und Energie von der Sonne auf und wandeln diese in Zucker um. Aber wie fangen Pflanzen die Sonnenenergie ein? Sie enthalten eine Reihe verschiedener Pigmente, die Sonnenlicht absorbieren können.

Grün: die Farbe der Natur (Blätter des Elsbeerbaumes).
Bild: zvg

Das wichtigste dieser Pigmente, das den grössten Teil des Lichts einfängt, ist Chlorophyll. Eine geniale Erfindung der Natur, dank der praktisch alle anderen Organismen auf diesem Planeten, und natürlich auch wir Menschen, sich ernähren und schlicht und einfach überleben können. Die Gesamtfarbe des Sonnenlichts ist weiss, aber das von uns sichtbare Lichtspektrum ist eine Kombination aus verschiedenen Wellenlängen, von denen jede ihre eigene Farbe hat. Den Beweis dafür liefert uns beispielsweise ein Regenbogen. Die Abfolge der Farben ist bei jedem Regenbogen immer gleich und beginnt mit rötlichen Farben auf einer Seite und endet mit blau und violett auf der anderen Seite. Grün liegt in der Mitte. Chlorophyllpigmente sind wählerisch, was das Licht angeht. Sie absorbieren Licht im rötlichen und bläulichen Bereich des Spektrums, aber nicht in der Mitte. Da grünes Licht von der Pflanze nicht aufgenommen wird, wird es reflektiert, weshalb Pflanzen grün erscheinen. Für unsere Augen wird nämlich die Farbe eines Gegenstands durch die reflektierte Lichtfarbe bestimmt.

Auch wenn das alles trocken oder biochemisch tönt – und nicht gerade poetisch –, ich finde es einfach grandios und bin den ersten photosynthetischen Organismen dankbar, die unseren Planeten durch ihre Erfindung so grün gemacht haben. Unsere Vorfahren hatten von alldem keine Ahnung, und doch ist die menschliche Evolution und unser ästhetisches Empfinden eng mit der Farbe Grün verbunden. Grün ist für uns Menschen ein Symbol für die Natur schlechthin. Ob bewusst oder unbewusst, wir lieben und brauchen Pflanzengrün.

Grün: die Farbe der Natur (Moléson im Hintergrund).
Bild: zvg

Eine spannende Studie wurde vor kurzem in der renommierten Zeitschrift «Nature Mental Health» veröffentlicht. Laut dieser Untersuchung wirkte sich eine grüne Umgebung positiv auf die psychische Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner aus. Die Analyse ergab, dass Menschen, die in Gegenden mit viel Grün leben, ein geringeres Risiko für Depressionen und Angstzustände haben als Menschen, die in dicht bebauten Quartieren wohnen. Die Forschenden der internationalen Forschungsgruppe bewerteten Angaben von fast 410’000 Einwohnerinnen und Einwohnern Grossbritanniens, und das während nicht weniger als zwölf Jahren. Sie fanden heraus, dass, wer in einem Umkreis von 300 Metern am meisten Grün besass, ein um 16 Prozent geringeres Risiko hatte, an einer Depression zu erkranken, als die Vergleichsgruppe mit dem wenigsten Grün. Bei Angstzuständen war das Risiko um 14 Prozent geringer. Die Gründe dafür liegen nicht nur in unserer Psyche, wie beispielsweise in der beruhigenden Rolle der Grünflächen. Den Autorinnen zufolge spielt bei diesem Trend die geringere Luftverschmutzung in den grünsten Gebieten auch eine wichtige Rolle. Eine zusätzliche Ausweitung der städtischen Grünflächen fördert also nicht nur die Biodiversität, sondern auch die psychische Gesundheit von uns Menschen.

Gregor Kozlowski wohnt in Ueberstorf und ist Professor für Biologie und Direktor des Botanischen Gartens der Universität Freiburg. Er ist Mitglied einer FN-Autorengruppe, die naturwissenschaftliche Themen bearbeitet. 

Kommentar (0)

Schreiben Sie einen Kommentar. Stornieren.

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die Pflichtfelder sind mit * markiert.

Meistgelesen

Mehr zum Thema