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Was 1157 auch hätte geschehen können

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Uraufführung des Stücks «Bertold und die Narrensuppe» beim Kuriosum Sonnenberg

Autor: Von CAROLE SCHNEUWLY (Text) und CHARLES ELLENA (Bilder)

Da wird das Publikum mit viel Liebe zum Detail mitten ins 12. Jahrhundert entführt, und gleichzeitig ist die Rede von einem «T-Shirt mit einem Logo drauf» (pardon, einem Wappen), von Guantánamo oder von der Poyabrücke. Die bunte Mischung aus Mittelalter und Moderne, aus Geschichtstreue und künstlerischer Freiheit, aus dramatischen Vorgängen wie einer Beinahe-Hinrichtung und viel augenzwinkerndem Humor stammt aus der Feder des Sensler Dichters Franz Aebischer (Bild unten links). Er war bei der Erstaufführung seines Stücks «Bertold und die Narrensuppe» beim Kuriosum Sonnenberg persönlich dabei und hatte sichtliches Vergnügen ob der Darbietung der Laienschauspielerinnen und -schauspieler, die das Freilichtspiel unter der Regie von August Brünisholz zur Aufführung brachten.Zusammen mit dem Drehbuchautor kam auch das zahlreich aufmarschierte Premierenpublikum vor der Kulisse eines herrlichen Spätsommerabends auf seine Kosten. Der allgemeinen Begeisterung tat auch die eine oder andere Textschwäche keinen Abbruch, auch nicht, als sich Franz Aebischer gegen Ende des Spektakels genötigt sah, gleich selber als Souffleur einzuspringen . . .

Verlobung statt Enthauptung

Erzählt wird in «Bertold und die Narrensuppe» die Geschichte der Freiburger Stadtgründung, freilich auf etwas unkonventionelle Weise. Raubritter Milo von Corpastour gibt sich bei der Köhlerfamilie Kolly als Herzog Bertold IV. von Zähringen aus. Als des Herzogs Jäger Marro, Pürro, Zahno und Zosso dazukommen, fliegt der Schwindel auf, und eilig wird eine improvisierte Gerichtsverhandlung durchgeführt.Milo wird zum Tod durch Enthauptung verurteilt, doch noch ehe Köhler Kolly das Urteil vollstrecken kann, gibt dessen Tochter Madlen bekannt, dass sie den Raubritter heiraten möchte – gemäss der so genannten Jungfrauenklausel muss der Verurteilte in diesem Fall freigelassen werden.Und so wird anstelle einer Hinrichtung kurzerhand Verlobung gefeiert. Die Köhlerin setzt den Feiernden eine Suppe mit halluzinogenen Pilzen vor, die Stimmung wird immer ausgelassener, und endlich verkündet der inzwischen aufgetauchte echte Herzog, dass er an ebendieser Stelle die Stadt Freiburg errichten wolle. Und die Versammelten haben, immer noch unter dem Einfluss der Narrensuppe, eine kollektive Vision, in der sie zusammen mit dem Publikum die künftige Stadt Freiburg erblicken.

Vorgeschmack auf das Jubiläumsjahr

Zusätzlichen Charme erhält das Schauspiel durch Gesangs- und Tanzeinlagen, durch zweisprachige Passagen nach gutfreiburgischer Art (der Köhler, gespielt von Benny Bapst, ist ein höchst sympathisches welsches Raubein) und durch die Flötenmusik der Berufsmusikerinnen Eveline Noth, Andrea Knuti und Yukiko Yaita.Insgesamt bietet das rund einstündige Spektakel gute Unterhaltung für Gross und Klein und einen Vorgeschmack auf die Jubiläumsfeiern zum 850-jährigen Bestehen der Stadt Freiburg im kommenden Jahr.Weitere Aufführungen: 8., 9., 14., 15., 22., 23., 29. und 30.9., jeweils 19 Uhr. Reservation beim Verkehrsbüro Freiburg: 026 350 11 00.

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