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Was Architekten von Origami lernen

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Das ist ein bezahlter Beitrag mit kommerziellem Charakter. Text und Bild wurden von der Firma Muster AG aus Musterwil zur Verfügung gestellt oder im Auftrag der Muster AG erstellt.

Autor: Carolin Foehr

Auf dem Georges-Python-Platz, vor dem Freiburger Rathaus oder auf dem Fischmarkt bot sich gestern ein ungewöhnliches Schauspiel: Runde und längliche, muschel- und tunnelartige Gebilde standen dort, von Plastik oder Alupapier umhüllt und bunt angemalt. Mit ihren Formen schienen sie wie aus einem Science-Fiction-Comic gegriffen, bis hin zum Baumaterial – sie waren nämlich aus Pappe.

Härtetest in freier Natur

Bei diesem «Happening», wie es die Initianten nennen, handelte es sich allerdings nicht um eine weitere eigenwillige Aktion des städtischen Besetzer-Kollektivs, sondern um das Ergebnis einer Projektwoche der Freiburger Hochschule für Technik und Architektur (HTA). Die Architektur-Studierenden im zweiten Jahr hatten die Aufgabe, in Gruppen einen Unterstand vollständig aus Karton zu basteln, in dem es sich eine oder mehrere Personen gemütlich machen können.

«Sie mussten alles selbst planen, vom ersten Papiermodell bis zur Wahl der Isolierung», so Pierre Schweizer, Architektur-Professor und Verantwortlicher der Projektwoche.

Der Härtetest in freier Natur, also dem Stadtzentrum, bildete am Freitagnachmittag den Höhepunkt der Projektwoche. «Wir haben den Studenten vorgeschlagen, in ihren Unterständen zu übernachten», so Schweizer. «Ich weiss aber nicht, ob das jemand wagen wird.»

Wie ein Velo-Helm

Freitagvormittag, ein paar Stunden vor der öffentlichen Präsentation: In den Ateliers der HTA geht es zu wie in einem Ameisenhaufen. In den Gängen werkeln, malen und falten die Studierenden auf Hochtouren. Der Boden ist mit Papier- und Kartonresten übersät, das Klebeband fliegt durch die Luft – die angehenden Architekten sind mit Feuereifer bei der Sache.

«Wir haben vorher nie Kartons auf diese Weise benutzt», so eine Studierende, deren Unterschlupf einem hüfthohen Tunnel gleicht. Der Vorteil des Materials sei, dass es sehr leicht ist – der Nachteil hingegen, dass beim kleinsten Windstoss die ganze Struktur wegfliege. «Wir benutzen deshalb eine Plastikplane, die im Innern befestigt wird und den Unterschlupf schwerer, das heisst stabiler macht», erklärt sie.

Eine zweite Gruppe beendet ihr Fundament aus Karton-Platten. Ihr Unterstand ähnelt einem überdimensionalen Velo-Helm, den sich an der Spitze aufklappen lässt. Auch sie haben das Modell mit einer grünen Plastikfolie als Isolierung beklebt. Im Innern des Papp-Helms können sich drei Personen leicht nebeneinanderlegen.

«Die Form haben wir mit verschiedenen Origami-Falttechniken am Anfang der Woche entwickelt», so einer der Bastler. «Durch die Falten werden die Modelle belastbarer», erklärt Pierre Schweizer.

Ausstellung an Hochschule

Neben dem Architektur-Professor unterstützen auch ein Ingenieur und ein Physiker die Studenten – vor allem, wenn es um die Dichtigkeit und Wärmespeicherung geht. «Da das Projektthema die Gebäudehülle ist, sollen sie eigene Ideen zur Isolation entwickeln», so Schweizer weiter. Nach diesem Kriterium werden die Unterschlüpfe später bewertet.

Ziel der Projektwoche ist es, die Studierenden mit den vielen Problemfeldern, die Gebäudehüllen aufwerfen, zu konfrontieren und sie für nachhaltige Entwicklung und soziale Auswirkungen (siehe Kasten) zu sensibilisieren.

Was nach dem «Happening» mit den fünfzehn Unterschlüpfen geschieht, ist noch nicht klar. «Wir werden sie in der Hochschule ausstellen, wenn sie nach einer kalten Nacht im Freien noch stehen», so Pierre Schweizer schmunzelnd.

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