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Was der gelungene EM-Auftakt für Nati-Trainer Murat Yakin bedeutet

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Der Nationaltrainer ist beim 3:1 der Schweiz gegen Ungarn im ersten EM-Auftritt einer der grossen Gewinner. Wie ist es dazu gekommen? Und warum mag Yakin lieber Schach spielen als Pokern?

Wohin geht die Schweizer Reise an dieser EM? Das ist die grosse Frage nach dem rauschenden Auftakt der Nati. Ist Träumen erlaubt? Gibt es ein nächstes Märchen wie vor drei Jahren, als die Schweiz erstmals in der Neuzeit einen Viertelfinal erreichte und damit das Land elektrisierte? Oder war es doch «nur» ein Sieg mit überschaubarer Aussagekraft?

Als ein deutscher Journalist Nationaltrainer Murat Yakin zu den Aussichten bei diesem Turnier befragte, wollte er zunächst dies loswerden: «Grosses Kompliment an die Deutschen!» Wie sie Schottland im Eröffnungsspiel 5:1 besiegten, hat Yakin tief beeindruckt, «nicht nur wegen der Tore, sondern wie sie dafür gearbeitet haben». Und die Schweiz? «Wir geniessen den Moment.» Aber deswegen in Euphorie verfallen? Nein. «Wir haben noch viel Arbeit vor uns.»

Yakin, der Trainer: Von der Anklagebank zum Genie

Den Moment geniessen, das darf vor allem Yakin selbst. Das 3:1 gegen Ungarn ist sein süssester Sieg, seit er vor bald drei Jahren als Nationaltrainer von Vladimir Petkovic übernahm. Vielleicht waren die Siege an der WM über Kamerun und Serbien sowie die Unentschieden gegen Italien, welche die WM-Teilnahme erst sicherten, noch ein Millimü wichtiger. Doch diesmal war die Ausgangslage eine ganz andere. Weil Yakin diese EM auf der Anklagebank begann. Noch immer war das 1:6 im WM-Achtelfinal nicht ganz vergessen. Noch immer schwirrte die komplizierte EM-Qualifikation in vielen Köpfen. Nur 25 Prozent der Leute in der Schweiz hielten in einer repräsentativen Umfrage von «Watson» Yakin vor der EM für den richtigen Trainer.

Diese Werte sehen seit Samstag kurz vor 17 Uhr ganz anders aus. Dafür braucht es keinen Propheten. Auch Yakin ist bewusst, dass er der erste Schweizer Sieger rund um diesen EM-Start ist. Aber es liegt ihm fern, dies zu betonen oder gar Spitzen gegen seine Kritiker zu setzen. Das Wort «Genugtuung» lässt er sich entlocken, das schon. Doch am Ende garniert Yakin seine «Siegesrede» auch mit den Worten: «Meine Person ist unwichtig.»

Rossi, der Ungarn-Trainer: «Verstanden nicht, was passiert»

Der Trainer unwichtig? Das ist natürlich Unfug! Um zu dieser Feststellung zu kommen, muss man nicht Kwadwo Duah oder Michel Aebischer heissen, die ihre gepflückten EM-Meriten Yakins Instinkt verdanken. Man kann beispielsweise Marco Rossi zuhören, dem Trainer Ungarns: «Wir hatten grosse Mühe in der ersten Halbzeit. Sie haben uns überrascht und wir haben nicht verstanden, was da auf dem Platz passiert. Und als wir es in der Halbzeit etwas korrigieren konnten – da hatten wir den Salat schon.»

Ganz sicher hat der eine oder andere, der vor dem Spiel einen Blick aufs Schweizer Aufstellungsblatt wagte und sah, wie der Name von Xherdan Shaqiri fehlte, dafür Duah und Aebischer aufgeführt sind, spontan eher an eine Schlagzeile gedacht. Zum Beispiel: «Jetzt hat Yakin den Salat!» Aber so ist das eben in der wunderbaren Welt des Fussballs. Manchmal geht es rasend schnell.

Yakin, der Schachspieler: Das ist sein Opfer

Apropos Tempo. Auch vom Salat zum Schach war es ein kurzer Weg an diesem Frühabend in Köln. Denn natürlich wurde Yakin auch auf seine Aufstellung angesprochen. Risikoreich? Waghalsig gar? Also: Sind Sie ein guter Pokerspieler, Murat Yakin? «Ich spiele lieber Schach. Das ist mein Spiel. Beim Poker weisst du ja nie, was der Gegner in der Hand hat.» Beim Schach aber, da kann Yakin die Figuren umherschieben, wie er will. Gegen Ungarn spielte Grossmeister Yakin mit den weissen Figuren, er war dem Gegner stets einen Zug voraus.

Eine kleine Schach-Anekdote aus dem Teamcamp erzählte Yakin auch noch. «Ich habe ein Opfer gefunden, das gleich zweimal verlor gegen mich, auf der Zugfahrt von Stuttgart nach Köln.» Wer bei Adrian Arnold, dem Kommunikations-Direktor der Schweizer, nachfragt, um wen es sich bei diesem Opfer denn handle, der erntet schallendes Gelächter und die Worte: «Das werde ich niemals enthüllen!» Arnold selbst war also das Opfer. Wobei er selbstverständlich sofort für zwei weitere Niederlagen auf der nächsten Zugfahrt nach Köln unterschreiben würde, wenn auch das Ergebnis auf dem Rasen gleich bleibt.

Yakin, die Zukunft: Erste Argumente für einen neuen Vertrag

Doch zurück zu den Fakten. Yakin hat die Nati nun auch an seinem zweiten grossen Turnier zum Sieg im ersten Gruppenspiel geführt. Überhaupt sind die Schweizer längst zu Start-Spezialisten geworden. Letztmals verloren sie 2008 an der Heim-EM gegen Tschechien zu Beginn.

Die Aussichten der Schweiz sind damit gut, zum sechsten Mal hintereinander die Gruppenphase zu überstehen und in die K.-o.-Runde einzuziehen. Dass gegen Ungarn in diesem wegweisenden Spiel nicht nur das Resultat, sondern vor allem auch die Art und Weise stimmte, ist überdies ein erstes starkes Argument für Yakin, wenn es um einen neuen Vertrag geht nach der EM.

Doch damit beschäftigt sich Yakin im Moment nicht. Lieber bereitet er die nächsten Züge vor. Kann er auch Schottland-Trainer Steve Clarke auscoachen?

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